Steuert der S&P 500 auf die größte Börsenblase unserer Generation zu? Genau davor warnt Bravos Research. Während viele Anleger eine Wiederholung der Dotcom-Blase fürchten, könnte die Entwicklung diesmal sogar noch extremer verlaufen. Der Grund: Anders als Ende der 1990er-Jahre bremst die Fed die Rally der Aktienmärkte derzeit nicht aus – sie liefert der KI-Blase mit Zinssenkungen und zusätzlicher Liquidität sogar weiteren Rückenwind.
Börsenblase größer als 1999?
Historische Vergleiche zeigen laut Bravos Research, wie große Spekulationsblasen häufig durch übertriebene Zukunftserwartungen befeuert werden. Im 19. Jahrhundert war es die Eisenbahn-Euphorie, in den 1920er-Jahren eine breite Spekulationswelle rund um neue Industrien und Konsumtechnologien, Ende der 1990er-Jahre der Dotcom-Boom und heute der KI-Hype. Das Problem dabei: Je größer eine Blase an den Aktienmärkten wird, desto gravierender sind die Folgen ihres Platzens. Während kleinere Übertreibungen oft nach wenigen Monaten vergessen sind, können historische Börsenblasen zu jahrelangen Verlustphasen führen. Nach dem Crash von 1929 benötigte der Dow Jones beispielsweise fast 25 Jahre, um sein damaliges Hoch wieder zu erreichen.
Auch die Bewertung spricht aus Sicht der Analysten für Vorsicht. Das viel beachtete Shiller KGV des S&P 500 liegt heute auf einem Niveau, das deutlich über den Bewertungen der 1920er-Jahre liegt und sich den Extremwerten der Dotcom-Blase annähert. Gleichzeitig hat die Fed ihre Bilanz zuletzt wieder ausgeweitet und zusätzliche Liquidität in das Finanzsystem gepumpt. Damit werde die Entwicklung an den Aktienmärkten indirekt weiter unterstützt und eine mögliche Blase zusätzlich genährt, obwohl viele Bewertungskennzahlen bereits auf ein historisch hohes Niveau hindeuten.
Warum die Fed nicht eingreift
Dennoch sehen die Analysten derzeit keinen unmittelbaren Auslöser für ein Eingreifen der US-Notenbank. Der Grund liegt im sogenannten Doppelmandat der Fed: Sie muss sowohl Preisstabilität als auch einen robusten Arbeitsmarkt gewährleisten. Solange Inflation und Arbeitsmarkt keine aggressivere Zinspolitik erfordern, besteht aus Sicht der Währungshüter kaum Anlass, gezielt gegen steigende Aktienkurse vorzugehen.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt. Historisch habe die Fed nahezu jede große Blase zu spät erkannt – sowohl in den 1920er-Jahren als auch während der Dotcom-Blase und vor der Finanzkrise 2008. Die Notenbank reagiere meist erst dann, wenn die Risiken für die Gesamtwirtschaft offensichtlich werden. Genau darin sehen die Analysten das eigentliche Problem: Das System sei eher darauf ausgelegt, Börsenblasen zu übersehen, als sie frühzeitig zu verhindern.
Ein weiteres Warnsignal ist die starke Konzentration an den US-Aktienmärkten. Der Technologiesektor macht inzwischen fast 40 Prozent der gesamten US-Marktkapitalisierung aus – mehr als während der Dotcom-Blase. Allerdings unterscheiden sich die Fundamentaldaten von damals. Während Technologieunternehmen Ende der 1990er einen deutlich geringeren Anteil an den Unternehmensgewinnen erwirtschafteten, sind die heutigen Gewinne wesentlich stärker mit der hohen Marktbewertung unterlegt. Dadurch wirkt die Situation zwar teuer, aber bislang weniger spekulativ als zur Jahrtausendwende.
Rally mit Risiken
Für die kommenden Monate erwartet Bravos Research deshalb keinen unmittelbaren Crash. Im Gegenteil: Solange das Gewinnwachstum hoch bleibt und die Fed ihre lockere Haltung beibehält, könnte der S&P 500 seine Rally sogar weiter ausbauen. Dies ist jedoch zugleich die größte Gefahr: Die Blase könnte zunächst weiter anwachsen, bevor sie irgendwann platzt. Langfristig sehen sie daher erhebliche Risiken.
Die Kombination aus historisch hohen Bewertungen, einem sehr hohen Shiller KGV und einer weiterhin lockeren Geldpolitik spreche dafür, dass die aktuelle Börsenblase zunächst weiter anwächst. Genau das sei die eigentliche Warnung der Analysten in ihrem neuen Video: Nicht der unmittelbare Crash ist das größte Risiko – sondern eine Blase, die immer größer wird und dadurch das Potenzial für einen umso heftigeren Einbruch schafft.
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Das ist Unsinn ! 1999 hatten wir nen Buffet Indikator von unter 100 im Schnitt…erst zum Jahresende 99 ging’s …..infolge der Dot Com Blase…. steiler nach oben….
Jetzt haben wir im Schnitt nen Buffet Indikator von deutlich über 235 ….teilweise wurden sogar die 240 erreicht…02.06.26…
Aber bitte, bei der Dotcom Blase hatte doch Greenspan schon m.W. 1996 gewarnt, aber warum nichts dagegen gemacht? Es scheint,dass die Finanzelite die Übertreibungen bewusst wollen um so mit der Umverteilung das Fussvolk bewusst zu enteignen.Neben Stalzer und Fugmann sind doch 99% aller Analysten Permabullen. Die Warner sind die Pessimisten die den Mist der Dauerbullen ausmisten.