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Börsencrash: Schwarzer Montag – Trump setzt noch einen drauf

Der Börsencrash läuft heute weiter. Schwarzer Montag! Japan verliert heute massiv, Dax und US-Märkte stürzen weiter deutlich ab.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: Francis Chung/Politico/Bloomberg

Börsencrash, Schwarzer Montag – ist das übertrieben? Keinesfalls! Man bedenke: Der S&P 500 verlor letzte Woche Donnerstag 4,84 %, und Freitag nochmal 4,97 %. Der Dax verlor Donnerstag 3 %, am Freitag weitere 4,95 %. Bei solchen Verlusten denkt man eigentlich: Nach dem Wochenende müssten mal Käufe einsetzen? Aber nein. Wenn am folgenden Montag die Kurse noch weiter abstürzen, dann ist das übel! Im Chart sehen wir seit Mittwoch letzter Woche (Trumps Zoll-Verkündung) auf CFD-Basis: Deutscher Markt -11,77 %, US-Markt -13,67 %.

Chart zeigt seit dem 2. April laufenden Börsencrash

Börsencrash: Heute weiter dicke Verluste

Heute sehen wir: Der japanische Nikkei 225-Index – der japanische Leitindex für Aktien – fällt heute um satte 6,7 %. Aus Asien weht also ein ganz kalter Wind. Der S&P 500-Future ist heute früh gegenüber Freitag Abend mit 3,6 % im Minus, der Nasdaq verliert 4,6 %. Der Dax ist heute früh bei Tradegate mit 5,6 % im Minus mit 19.148 Punkten. Wenn das kein laufender Börsencrash ist, was dann?

Trump: „Medizin“

Und Donald Trump? Keine unterstützende oder beruhigende Nachricht von ihm. Hier ein Auszug aus einem aktuellen Pressebericht: „Präsident Donald Trump verteidigte am Sonntagabend seine massiven Zölle, die die Anleger verunsichert haben, gegenüber Reportern: Manchmal muss man Medizin nehmen, um etwas zu heilen“. Ein klares Zeichen, dass er die Zölle durchziehen will, und sich nicht von einem Börsencrash beeindrucken lässt. Bis jetzt jedenfalls! Hier dazu das Video:

Wie geht es weiter?

Die goldene Frage aller Fragen lautet: Kann man jetzt schon wieder einsteigen, oder würde man auf diesem Kursniveau immer noch ins fallende Messer greifen? Auf diese Frage kann selbst der erfahrenste Börsianer keine Antwort geben! Man muss eben auch bedenken, welche enorme Kursgewinne in den Monaten vorher entstanden sind! Und man darf davon annehmen, dass wir mitten in einer Phase sind, wo der Börsencrash bei Dax, Nasdaq, S&P 500 und Co befeuert wird durch Stop Loss-Orders, durch die reihenweise neue Market-Verkaufsorders den Abverkauf noch verstärken, oben drauf noch „garniert“ durch Short-Spekulanten, die entweder Aktien leeverkaufen, oder über Derivate auf fallende Aktienkurse wetten. Der Börsenexperte Andre Stagge spricht heute früh über die stark fallenden Kurse mit der Headline „Schwarzer Montag? Börsencrash wie 1987 möglich“.

Bloomberg-Aussagen

Wie gesagt, Trump tut aktuell nichts um den Märkten Hoffnung zugeben, mitten im Börsencrash. Hier auszugsweise aktuelle Aussagen von Bloomberg News: Investoren, die auf eine gewisse Erleichterung von den Strafmaßnahmen hofften, die die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft zu zerrütten drohen, wurden von der Regierung enttäuscht. Hochrangige Trump-Beamte, darunter Finanzminister Scott Bessent, wiesen die Befürchtungen der Investoren hinsichtlich Inflation und verlangsamten Wachstums zurück, entschuldigten sich nicht für die Marktturbulenzen und beharrten trotzig darauf, dass ein Boom bevorstehe.

„Die Verluste gehen weiter, weil Trump oder Bessent nichts gesagt haben, um die Ängste zu beruhigen, und jetzt steht der Bullenmarkt kurz vor einem traurigen Ende“, sagte Jay Woods, Chefstratege bei Freedom Capital Markets, am Telefon. “Ich habe es satt, dass die Leute sagen, dass wir dafür überfällig sind. Wir warten immer noch sehnsüchtig auf eine Atempause, aber es passiert nichts. Wenn wir nicht sehr bald etwas von Trump hören, wird der Schmerz anhalten.“

Der hektische zweitägige Ausverkauf, der durch Trumps Handelszölle und die weltweite Reaktion darauf ausgelöst wurde, erschütterte die Finanzmärkte und machte den monatelangen ununterbrochenen Anstieg der US-Aktien rückgängig. Apple Inc., das den Großteil seiner in den USA verkauften Geräte in China herstellt, fiel innerhalb von zwei Tagen um 16 %, während der Industriegigant Caterpillar Inc. 14 % verlor. Wirtschaftswissenschaftler erwarten, dass die Zölle einen Preisschock auslösen werden. Eine allgemeine Einfuhrsteuer von 10 % würde einen Anstieg der US-Verbraucherpreise um 1 Prozentpunkt gegenüber dem letzten Stand von 2,8 % bedeuten, wie Schätzungen von Ned Davis Research zeigen.

„Trumps Mitarbeiter sagen, dass sie die Mittelschicht wieder wohlhabend machen wollen, auch wenn das schlecht für die Wall Street ist“, schrieb Ed Yardeni von Yardeni Research in einer Mitteilung an seine Kunden. “Das Problem ist, dass die Mittelschicht viele Aktien besitzt, die an der Wall Street gehandelt werden, sodass beide Straßen gemeinsam gedeihen und leiden.“

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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8 Kommentare

  1. Der 47. US-Präsident Donald John Trump darf nicht mehr weiter als Mr. Mittelstand agieren. Er muß mein wirtschaftspolitisches Vorbild Bundeskanzler a.D. Dr. Gerhard Schröder Wir brauchen sowohl die kleinen und mittleren Unternehmen, als auch die Konzerne. Wir brauchen beide zu seiner Agenda erklären.

  2. Wieder einmal politische Börsen mit kurzen Beinen. Trump sagt, er warte auf Angebote, will verhandeln.
    Er wird sichtlich nervös😰.
    Musk rät ihm Null-Zölle Europa-USA, was ja fast schon unglaublich klingt(hat halt Angst um sein Elektroglump).
    Einfach mal beruhigen🥱…und nachkaufen.

  3. Moin, moin,

    … und wenn Niemand mehr verkaufen möchte, dann kommen die Schnäppchenjäger.

    Wie würde eine Gegenbewegung nach einer Bodenbildung aussehen? Vor allem, was machen diejenigen, die jetzt verkauft haben und dann zusehen müssen, wie die Kurse der von ihnen verkauften Aktien wieder steigen.

    Wenn man einmal von den Transaktionskosten absieht, dann ist die Börse m.E. eh nur eine Geldumverteilungsmaschine.

    Fazit: Werden nicht die größten Vermögen in Krisenzeiten gemacht?

    1. Die Krise fängt erst gerade an. Immer mit der Ruhe 😉

  4. Pingback: *** Crash bei Aktien & Bitcoin geht weiter – Edelmetalle drehen bereits – Zölle „alternativlos & genial“ *** | das-bewegt-die-welt.de

  5. ist Fugi einmal über das Wochenende weg gibt alles nach.

    1. Das ist doch völlig normal und einer der besten Indikatoren überhaupt. Wenn er weg ist, gibt die Börse nach. 😁

      Endlich mal richtig Action an den Finanzmärkten, unheimlich gute Handelsspannen.

  6. Der Markt sieht doch gut aus . Das war überfällig. Die machen gute Arbeit da drüben.

    Richtig schöne Löcher im Orderbuch.

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