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Börsengänge: Warum hohe Unternehmensbewertungen vorher oft „gefälscht“ sind!

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Börsengänge an der Wall Street - Straßenschild

Zwar gab es 2019 in den USA weniger Börsengänge, diese erlösten jedoch mehr Geld als im Vorjahr. Was können wir für 2020 an Börsengängen erwarten? Und welche Tricks wenden die Firmen an, um ihren Wert auf dem Papier vor dem Börsengang in die Höhe schießen zu lassen? Vor allem im Silicon Valley produzieren die augenscheinlich mit unbegrenzten Mitteln ausgestatteten Wagniskapitalgeber einen konstanten Strom an neuen Unternehmen, die oft unter Inkaufnahme hoher Verluste schnellstmöglich zu veritablen Größen aufgeblasen und dann an die Börse gebracht werden. Von solchen Unternehmen erwarten uns auch im Jahr 2020 wieder etliche neu an der Börse. So streben gleich mehrere Essenslieferanten an die Börse – eine Unternehmensgattung, die erst vor wenigen Jahren entstand, inzwischen aber Milliarden umsetzt.

Börsengänge dreier Essenslieferanten geplant, doch nur einer hat Alleinstellungsmerkmale

Neben Postmates arbeiten auch Olo und DoorDash an ihren Börsengängen. Während DoorDash und Postmates die freischaffenden Kurierfahrer, die Essensbesteller und die Essensproduzenten mit ihrer Software zusammenbringen und in direkter Konkurrenz zu zum Beispiel Uber stehen, die bereits an der Börse gelistet sind, hat sich Olo auf die Nische des Softwareanbietens konzentriert. Olo bietet Restaurants an, für Sie z.B. die Integration von Apps und Websites, Orderdiensten, Lieferdiensten und dem eigenen Bestellsystem zu übernehmen. Sprich: Die Restaurants sourcen die immer komplexere IT an Olo aus. Damit hat sich Olo in eine komfortablere Situation manövriert, da das Unternehmen sich so aus dem ruinösen Preiskampf der Lieferdienste heraushalten kann. Gleichzeitig kann Olo umso mehr Dienstleistungen abrechnen, je mehr Lieferdienste es gibt, da die Restaurants möglichst auf allen Plattformen präsent sein wollen.

AirBNB werden schon länger Ambitionen für einen Börsengang nachgesagt. Der Vermittler für möblierte Wohnungen wird den Gerüchten zufolge ein sogenanntes Direct Listing anstreben und keine neuen Aktien ausgeben. Stattdessen würde AirBNB einfach eines Morgens auf der Kurstafel erscheinen und wer immer kaufen möchte, würde die Aktienbestände der bisherigen Gesellschafter kaufen. Kapital fließt dem Unternehmen damit keines zu. Stattdessen finden die Wagniskapitalgeber einen eleganten und wahrscheinlich profitablen Ausgang aus ihrem Investment. Im Gegensatz zu vielen anderen IPO-Kandidaten macht AirBNB wohl Gewinne. Schon 2017 wurde das Unternehmen mit 31 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Höhe hat das Potenzial, die Aktie nach einem Börsengang trotz Unternehmensgewinnen zu einem Verkaufskandidaten zu machen.

Börsengänge gehen auch ganz ohne neue Ideen

Ein zweites We Work, gleichwohl in deutlich kleinerem Umfang, könnte es mit Casper Sleep geben. Das Unternehmen hat sich auf den Onlineverkauf von Matratzen spezialisiert und gibt enorme Summen für Marketing aus. Bei knappen 300 Millionen US-Dollar Umsatz in den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 machte Casper fast 70 Millionen US-Dollar Verlust. Von jedem Umsatz-Dollar werden 30 Cent für Marketing ausgegeben. Worin Caspers Alleinstellungsmerkmal liegen soll, ist unklar. Wäre der Verkauf von Matratzen ein lohnendes Geschäft, könnte Amazon jederzeit in den Markt einsteigen, die vorhandene, gut ausgebaute Logistikinfrastruktur nutzen und zu mutmaßlich geringeren Kosten den Markt im Nu übernehmen. Die mutmaßliche Bewertung des Unternehmens: Mehr als eine Milliarde US-Dollar…

So werden Bewertungen vor Börsengängen nach oben gepusht

Bei den Bewertungen der Unternehmen sollten Sie als Anleger vorsichtig sein. Die Wagniskapitalgeber, die auf einen Börsengang „ihrer“ Unternehmen hinarbeiten, haben in den vergangenen Jahren elegante Wege gefunden, um die Bewertung für sie risikofrei in die Höhe schießen zu lassen. In der letzten Finanzierungsrunde vor einem IPO werden möglichst hohe Bewertungen angestrebt, um einen maximalen Gewinn beim Börsengang erzielen zu können. Jedoch bergen hohe Bewertungen in der letzten Finanzierungsrunde auch das Risiko, dass das Unternehmen beim Börsengang diese Bewertung nicht halten kann. Siehe We Work.

Darum lassen sich die Investoren vom Unternehmen Gewinnzusicherungen geben. Sollte beim Börsengang ein geringerer Preis pro Aktie erzielt werden, als die Investoren in der letzten Finanzierungsrunde zahlten, so bekommen diese Investoren gratis Aktien zugeteilt. Sie sollten also der Unternehmensbewertung aus der letzten Finanzierungsrunde nicht allzu viel Bedeutung beimessen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – gute Ergebnisse interessieren nicht

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die aktuell reinkommenden Quartalszahlen stehen im Fokus seiner heutigen Aussagen. Dazu kommen die US-Wahlen und die Coronakrise.

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Das ist der wahre Beherrscher des Internets – Werbung

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Lieber Börsianer,

haben Sie sich eigentlich einmal Gedanken gemacht, woher Sie als Nutzer die Daten und Informationen beziehen, wenn Sie etwa auf der Seite der Amazon oder der Seite von Google surfen? Die landläufige Meinung: Das kommt alles aus der Cloud bzw. einem zentralen Großserver, der irgendwo in den USA steht.

Das ist ein Irrglaube. Tatsächlich beziehen wir als Internet-Nutzer unsere Daten aus einem weltweit aufgespannten Netzwerk sog. CDN-Server (Content Delivery Network). Wenn Sie als Nutzer aus Deutschland eine Suchanfrage auf der Google-Seite starten, wird Ihre Anfrage also nicht erst über den Atlantik geschickt und anschließend zurück. Stattdessen werden die Internet-Nutzer von einem Server versorgt, der sich in räumlicher Nähe befindet.

Andernfalls wäre die Google-Seite unendlich langsam oder würde sogar kollabieren, wenn innerhalb weniger Minuten Millionen Anfragen zur gleichen Zeit eintreffen. So muss der Suchdienst im Durchschnitt pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag abarbeiten. Das schafft kein Cloud-Server der Welt. Hier gilt: Auch das digitale Internet unterliegt physikalischen Grenzen.

Hier schafft ein ausgeklügeltes CDN-System Abhilfe. Es verteilt die Anfragen auf unzählige weltweit installierte Einzelserver und sorgt auf diese Weise für einen Lastenausgleich in den Internetleitungen. Dadurch bleiben die Internetauftritte der Unternehmen komfortabel und schnell.

Daneben schafft das CDN-System Sicherheit einerseits für die Unternehmen als auch für die Nutzer. So ist es heutzutage nahezu ausgeschlossen, dass Hacker etwa die Seite der Amazon, der Zalando oder anderer Endkunden-Unternehmen lahm legen können. Tatsächlich werden schlimmstenfalls durch Hackerangriffe einzelne Server im CDN-System ausgeschaltet. Das System erkennt einen solchen Angriff und leitet den Nutzer sofort auf den nächsten noch aktiven Server weiter.

Damit schafft CDN sog. Redundanzen. Anders formuliert: Die dezentrale Struktur sorgt dafür, dass die Internetversorgung nie gänzlich zusammenbricht. Damit leisten die CDN-Netzwerke einen ganz wichtigen Beitrag für die Stabilität und Verfügbarkeit des Internets. Sie bilden also das Rückgrat des modernen Internets.

Wer betreibt diese Netzwerke?

Ein US-Unternehmen dominiert dieses Marktsegment quasi nach Belieben. Man unterhält weltweit 300.000 CDN-Server und kontrolliert damit in der Spitze bis zu 30 % des täglichen globalen Internetverkehrs. Nahezu alle Software- und Internetunternehmen des Silicon Valley schwören auf die Dienstleistungen dieses US-Unternehmens. Die Kundenkartei umfasst Adressen wie etwa Amazon, Apple, Facebook, Google oder Microsoft. In Europa bedient man Unternehmen wie Daimler, Nestlé, Wienerberger, Voestalpine oder etwa den Autozulieferer Schaeffler, um nur die wenigsten aus der üppigen Kundenkartei der Amerikaner zu nennen.

Vor allem für Unternehmen mit Endkundenkontakt und stark frequentierten Internetauftritten ist CDN absolute Pflicht. Denn die Nutzer springen heute rasch ab, wenn sich ein Seite langsam aufbaut oder sogar minutenlang gar nicht erreichbar ist. Ich kann Ihnen versichern, eine stabile und schnelle…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Caterpillar meldet Quartalszahlen: Starker Rückgang, aber über Erwartung

Claudio Kummerfeld

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Der weltweit größte Baumaschinenhersteller ist Caterpillar aus den USA. Die Firma gilt daher als Frühindikator, weil Bauwirtschaft und Industrie auf Baumaschinen angewiesen sind, bevor eine Volkswirtschaft expandieren kann. Steigen also die Firmenumsätze, deutet das auf eine weiter florierende US-Wirtschaft hin, und umgekehrt genau so. Deswegen sind die soeben veröffentlichten Quartalszahlen von Caterpillar so extrem wichtig. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz im letzten Quartal liegt bei 9,88 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 12,76/erwartet 9,8). Der Gewinn liegt bei 1,22 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,66/erwartet 1,12).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,3 Prozent.

Die operative Profitmarge sinkt im Jahresvergleich von 15,8 Prozent auf 10,0 Prozent.

Die rückläufigen Umsätze liegen laut Unternehmensaussage an der rückläufigen Kundennachfrage nach Geräten und Dienstleistungen.

CEO-Kommentar:

“I’m proud of our global team’s performance as we continue to safely navigate the pandemic while remaining firmly committed to serving our customers,” said Caterpillar Chairman and CEO Jim Umpleby. “Our third-quarter results largely aligned with our expectations, and we’re encouraged by positive signs in certain industries and geographies. We’re executing our strategy and are ready to respond quickly to changing market conditions.”

Datenblatt mit Details zu den Quartalszahlen von Caterpillar

Caterpillar-Baumaschine - Caterpillar-Quartalszahlen
Eine Baumaschine von Caterpillar auf der Bauma. Foto: Wald-Burger8 CC BY-SA 3.0

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