Folgen Sie uns

Aktien

Börsensteuer mit finalem Gesetzentwurf – Einfluss durch Goldman-Derivatebanker?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Bundestag in Berlin - Börsensteuer wird wohl kommen

Die Börsensteuer wird höchstwahrscheinlich kommen. Der finale Gesetzentwurf von Olaf Scholz liegt nun vor, und die SZ konnte ihn einsehen. Es wird wohl so kommen wie es schon gerüchteweise im Umlauf war. Unglaublich aber wahr. Der „Finanzexperte“ Olaf Scholz wird deutsche Aktienkäufer mit 0,2% Börsensteuer belegen, wenn sie Aktien von Unternehmen kaufen, die einen Börsenwert von mehr als 1 Milliarde Euro haben. Also würden vereinfacht gesagt Aktienkäufe von Werten in Dax und MDax für den deutschen Michel deutlich an Attraktivität verlieren! Aktienkäufe bei Börsengängen wären von der Steuer ausgenommen.

Fonds und Derivate ausgenommen von Börsensteure?

Aktienfonds und ähnliche Produkte zur privaten Altersvorsorge könnten eventuell auch von einer Besteuerung befreit werden. Also, man darf vermuten: Wer zu seiner Bank rennt und in Aktienfonds investiert statt direkt in Aktien, kann der Steuer entgehen. Und Obacht! Von einer Besteuerung auf Derivate, die auf Aktien begeben werden, ist keine Rede! Das bedeutet: Diese Börsensteuer ist regelrecht ein Fest für die Finanzbranche. Wollte der deutsche Staat mit so einer Börsensteuer nicht eigentlich übermäßige Zockerei vermeiden, die nächste Finanzkrise abwenden oder Ähnliches? Geht es nicht offenbar vielmehr nur darum für den Fiskus eine neue Einnahmequelle zu erschließen?

Bei der Fondsindustrie und bei der Derivate-Industrie in Deutschland dürften die Korken knallen. Denn sie werden aller Voraussicht nun ein verdammt starkes Verkaufsargument für ihre Produkte dazu gewinnen. Kauft doch keine Aktien liebe Leute, kauft unsere Derivate (Zertifikate, CFDs, Optionsscheine uvm), welche Aktien nachbilden. Hierauf zahlt ihr keine Börsensteuer. Ein Schelm, wer Böses denkt… als Olaf Scholz Bundesfinanzminister wurde, holte er sich Dr. Jörg Ku­kies als Staatssekretär mit ins Haus.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt

Damit ist er quasi der Zuflüsterer für den Minister. Gab er Minister Scholz die entscheidenden Rahmenvorgaben für diesen Gesetzentwurf? Nochmal. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Es ist ja kein Geheimnis, dass Dr. Kukies vor seiner Karriere beim Staat Chef der Deutschland-Niederlassung von Goldman Sachs war. Aber bevor er diesen Posten bekleidete, war er bei Goldman in London „Leiter Aktienderivate für Europa, Naher Osten und Afrika“. Und davor war er „Mitarbeiter, ab 2007 Leiter des Aktiengeschäfts Deutschland/Österreich“ bei Goldman. Es ist sicher nur ein dummer Zufall, dass nun gerade Derivate auf Aktien von der Börsensteuer befreit bleiben?

Warum Lobbyarbeit machen, wenn man einen Lobbyisten direkt beim Minister nebenan einquartiert? Denkt Dr. Kukies schon mal an seine Zeit nach seiner Staats-Karriere, wo er vielleicht zurückkehren möchte zu Goldman? Oder geht man dann zum Bankenverband, oder sonst irgend einem Verband, quasi also Belohnung? Das sind natürlich frei aus der Luft gegriffene Spekulationen. Sicher hat Olaf Scholz völlig frei von jeglicher Beeinflussung durch seinen Staatssekretär diese Börsensteuer genau so ausgestaltet?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    barthez72

    10. Dezember 2019 11:04 at 11:04

    „Dr. Jörg Ku­kies als Staatssekretär“
    Oh das wusste ich garnicht,das erklärt viele Dinge.
    Man beschränkt echtes Eigentum,was den farblichen Dieben immer schon ein Dorn im Auge war , das
    „Higher Risk“ und die Haftung wird mal wieder sozialisiert.Der nächste Versuch dem Markt das Werkzeug der Vola zu verstumpfen.

  2. Avatar

    Michael

    10. Dezember 2019 22:46 at 22:46

    Über eine Steuer auf Finanzprodukte wird seit Jahren in der EU diskutiert. Nachdem die EU-Regierungen in der Schuldenkrise Milliarden an Steuermitteln zur Rettung von Finanzinstituten aufwenden mussten, sollte die Abgabe die Branche künftig an den Kosten beteiligen und auch Spekulanten ausbremsen.

    Time to say Goodbye…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

weiterlesen

Aktien

Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Wie die UBS ihren Gewinn im Vergleich zu 2019 um 99 Prozent steigern konnte

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Coronakrise, Insolvenzwelle voraus, mögliche Krisen bei den Banken? Die US-Banken jedenfalls haben robuste Quartalszahlen gemeldet (siehe hier Branchenführer JP Morgan). Oder man hat die Erwartungen sogar extrem stark übertroffen, wie zum Beispiel Goldman Sachs mit einem sehr starken Kapitalmarktgeschäft – denn die Coronakrise hat die letzten Monate Kapitalmarktaktivitäten stark erhöht. Und heute war der Schweizer Bankgigant UBS an der Reihe. Und die Finanzdaten für das 3. Quartal sind äußerst stark ausgefallen, wie bei Goldman Sachs. Sensationell positiv überrascht, so darf man es formulieren. So notiert die UBS-Aktie heute auch 2,8 Prozent im Plus. Die UBS meldet für die letzten drei Monate einen um Sonderfaktoren bereinigten Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Dollar. Dies ist ein Plus von 99 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2019. Unfassbar, und das in diesen Zeiten. Wie hat die UBS das geschafft?

UBS mit sehr niedrigen Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle

Nun, zunächst lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Risikovorsorge der Bank für möglicherweise anstehende Kreditausfälle. Dafür muss eine Bank schon im Vorweg möglichst gut planen und Geld bei Seite legen, also die Rücklagen aus dem Gewinn herausrechnen und auf die hohe Kante legen. Die aktuellen Quartalszahlen der UBS umfassten Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 89 Millionen US-Dollar. Davon entfielen insbesondere 92 Millionen US-Dollar auf den Bereich Personal & Corporate Banking und 15 Millionen US-Dollar auf die Investment Bank. Dem standen Auflösungen von Wertberichtigungen für Kreditrisiken von netto 22 Millionen US-Dollar in Global Wealth Management gegenüber. Also, für einen so riesigen Tanker wie die UBS sind Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in Höhe von 89 Millionen US-Dollar fast gar nichts. Entweder die Bank hat wirklich kaum bis gar keine anstehenden Kreditausfälle, oder man blickt viel zu optimistisch auf die nächsten Quartale. Auf jeden Fall erhöht diese fast nicht vorhandene Rückstellungssumme den Gewinn.

Global Wealth Management und Investment Bank bei der UBS laufen prächtig

Vermögensverwaltung, Kapitalmärkte und Investment Banking laufen in turbulenten Coronazeiten offenbar bestens. Das sah man wie gesagt bereits an den blendenden Quartalszahlen von Goldman Sachs. Wer also seinen Fokus auf Kapitalmärkte und Vermögensverwaltung hat, der fährt als Bank in so einer Krise deutlich besser als Banken, die auf das klassische Geschäft mit Krediten und Spareinlagen setzen – denn dort sind die möglichen Ausfallsummen bei Krediten logischerweise höher.

Wir picken uns an dieser Stelle zwei Geschäftsbereiche bei der UBS heraus. Das Global Wealth Management zeigt einen Vorsteuergewinn von 1,057 Milliarden Dollar. Asien und die Region Americas erzielten einen rekordhohen Vorsteuergewinn für ein drittes Quartal. Die positive Operating Leverage stützte sich auf das Kreditwachstum und höhere transaktionsbasierte Erträge, bei rückläufigen Kosten. In der Investment Bank der UBS lag der Vorsteuergewinn bei 632 Millionen Dollar, mit starkem Wachstum in allen Regionen. Die annualisierte Rendite auf das zugeteilte Eigenkapital belief sich auf 19,9% Prozent.

Möglichst viel Geld an Aktionäre ausschütten?

Die UBS scheint wenig bestrebt zu sein, viel Geld in Rücklagen zu parken. Nein, das Geld soll wohl so kräftig wie möglich an die Anteilseigener fließen. Wenn man denn die Kreditrisiken wirklich so gut im Griff hat? Zitat UBS:

UBS ist nach wie vor bestrebt, überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre zurückzuführen und ihre Kapitalrückführungen im bisherigen Umfang beizubehalten. Dabei wird das Verhältnis von Bardividende versus Aktienrückkäufe ab 2020 im Vergleich zu früheren Jahren angepasst werden. Per 30. September 2020 hat UBS bislang USD 1,0 Milliarde für die Bardividende zurückgestellt, deren Ausschüttung voraussichtlich an der Generalversammlung im April 2021 vorgeschlagen wird. Zusätzlich hat UBS im dritten Quartal eine Kapitaleinlagereserve von USD 1,5 Milliarden für potenzielle Aktienrückkäufe gebildet, was die starke Kapitalgenerierung durch ihre Geschäfte widerspiegelt. Unter Ausklammerung dieser Reserve hätte sich die harte Kernkapitalquote (CET1) um 70 Basispunkte auf 14,0% per 30. September 2020 erhöht. UBS erwartet, 2021 ihre Aktienrückkäufe wieder aufnehmen zu dürfen.

Die UBS zu ihrer Kernkapitalquote:

Per 30. September 2020 wies UBS eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,5% (Vorgabe: ~13% bzw. 12,7–13,3%), eine Leverage Ratio des harten Kernkapitals (CET1) von 3,8% (Vorgabe: >3,7%) und eine Tier 1 Leverage Ratio4 von 5,5% aus, ohne Berücksichtigung vorübergehender Konzessionen oder Erleichterungen.

Das UBS-Logo am Frankfurter Opernturm
UBS-Logo am Frankfurter Opernturm. Foto: Quartl CC BY-SA 3.0 de

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen