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Der Sommert-Talk mit Stefan Riße und Markus Fugmann Boom und Bust: „Gas, Zinsen, Rezession: wie geht es weiter mit den Märkten?“ Live-Link

Boom und Bust Gas

In der heutigen Ausgabe von Boom und Bust diskutieren Stefan Riße und Markus Fugmann über die Themen, die nicht nur die Märkte, sondern uns alle bewegen! Angefangen mit dem Thema Gas, über die Frage, wie stark die US-Notenbank Fed die Zinsen anheben wird – oder besser: überhaupt anheben kann. Denn die Wahrscheinlichkeit wird immer größer, dass die Wirtschaft der USA bald in eine Rezession fallen wird. Was passiert dann mit den Zinsen in den USA? Was bedeutet das für uns Eurpäer?

Von den Entwicklungen in den USA kommen Riße und Fugmann dann auf die Lage in Europa: wie ist die Politik der EZB zu beurteilen? Was macht die Inflation in der Eurozone? Welche Firmen sind weniger stark betroffen, wenn auch Europas Wirtschaft in die Rezession fällt? Wo könnten lohnende Investments sein?

Abschließend geht es spezifisch um Deutschland: wie ist die Lage bei der Energiekrise? Wie ist Deutschland aufgestellt, um die Herausfoderungen der Zukunft zu bewältigen?

Ein kontroverser, unterhaltsamer Sommer-Talk zwischen einem Bremer (Riße) und einem Münchner (Fugmann), der lange in Bremen gelebt hat..

Die Sendung sehen Sie ab 19Uhr hier..



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2 Kommentare

  1. Stefan Riße und seine klaren Worte, dass nicht Italien das schwarze Schaf in der EU ist und wie sehr Deutschland vom Euro profitiert hat.
    Und seine Seitenhiebe zu manchen Ökonomen wie Sinn oder Fuest.
    Herrlich! Sollten sich einige hinter die Ohren schreiben.

  2. Herr Riße favorisiert die normative Kraft des Faktischen, also die rechtswidrigen Aktionen der EZB im Sinne des Vertrags von Maastricht, – die versteckte Staatsfinanzierung durch die Hintertür über die Geschäftsbanken ist aus seiner Sicht eine Notwendigkeit. Was leider in der Diskussion fehlt, sind die Target 2 Salden und die Haftungen in vielerlei Hinsicht, die Deutschland gegenüber Brüssel eingegangen ist, ESM und u.a. Corona Hilfsfond und die darin eingeschlossene Haftung Deutschlands für die Schulden der anderen Staaten für den Fall, dass diese zahlungsunfähig sind. Und der Booster der für Deutschland viel zu niedrigen Währung Euro im Vergleich zur früheren DM hat durchaus auch eine Kehrseite: Es fehlt im Sinne von Schumpeter die kreative Kraft der Zerstörung im Wettbewerb, das kann man auch gerade an den immer wenigeren Konkursen im Verlauf der letzten Jahre deutlich sehen. Für den Bürger in Deutschland ist diese Entwicklung zwar im Sinne der Vollbeschäftigung gut, er bezahlt aber durch geringere Löhne, niedrigere Produktivität und nicht zuletzt durch die kostenlose Ausreichung von Krediten – ohne Zinsen und Rückzahlungspflicht im Rahmen der Target 2 Salden – an die Südstaaten im Euro dafür. Und deshalb ist der Euro in dieser Form nichts weiter als ein Betrug am deutschen Wähler, dem man eine noch bessere Stabilitätspolitik als mit der Deutschen Bundes-bank versprochen hatte. Unter dem Strich bleibt der Euro auch im Hinblick auf die Vermögensentwicklung der Deutschen unbefriedigend. Wie man es besser macht, beweist das Beispiel der Schweiz, deren Notenbank gerade keine Kredite an die Eidgenossenschaft gegeben hat und deren Währung deswegen ständig aufwertet und die Schweizer ihr BIP im Verleich zu Deutschland wesentlich mehr in vergleichbaren Zeiträumen gesteigert haben. Statt uneinbringlicher Rückzahlungen von Schulden aus dem Süden Europas haben die Schweizer echte Vermögenswerte mit Hilfe der Devisen für den Verkauf ihrer Franken. Auch Deutschland könnte ohne Euro mit DM ein Drittel mehr BIP haben! Deshalb ist die Behauptung von Stefan Riße, Deutschland habe vom Euro profitiert vielleicht in Bremen akzeptabel, aber dort in Süddeutschland, wo man anders richtig rechnet, kann man leider darüber nur mit der Schulter zucken.
    Auch im Hinblick auf die Inflation wandelt Stefan Riße auf den Spuren von Alan Greenspan, der schon immer postulierte: Inflate or die! Jaa, das ist die Lösung für alle Probleme, denn Uncle Sam kann immer genügend Dollars drucken, um alle Schulden zu bezahlen, ebenso wie die EZB. Alles zu Lasten der Sparer und der Bezieher von festen Einkommen und des Mittelstands, der einfach keine Aktien kaufen will, um am Fortschritt der Produktivität teil zu haben. Am Beispiel der USA rechnet St. Riße für 2022 vor: Die Inflation beträgt 9,1 % und das Wachstums des BIP grob 3 %. Real wächst die USA also, Wachstum minus Inflation = ca. minus 6 %, (was im Interview nicht zur Sprache kommt). Nominal wächst die US-Wirtschaft jedoch um ca. 12 % (Inflation plus Wachstum). St. Riße folgert daraus, das die USA in 2022 sich real entschulden, weil die Schuldenauf-nahme viel niedriger liegt, die USA sich ebenso wie Europa dadurch entschulden. Man muss das nur ein paar Jahre durchhalten, dann liegt die Kaufkraft der Schulden real so niedrig, dass alle Staaten und verschuldete Privatleute sowie Unternehmen wieder aufatmen können. Der Haken ist natürlich dabei die Höhe der laufenden Zinsen bzw. Staatsausgaben für Schulden, denn bei ca. 5,5 % auf 10 Jahre müssten die USA ca. die Hälfte der Steuereinnahmen für Zinsen aufbringen. Derzeit liegen die Zinsen dafür um die 3 %. Das Risiko sind hier die unkalkulierbaren exogenen Konjunkturfaktoren, wie z.B. Krieg, Naturkatastrophen oder Seuchen. Darüber muss man sich im Klaren sein! Und bei den endogenen Konjunkturfaktoren sieht es nicht viel besser aus, weil eine Rezession mit rückläufigem BIP auch die Steuereinnahmen einbrechen läßt, während gleichzeitig die sozialen Ausgaben steigen und die Schulden nicht geringer werden, im Gegenteil sie steigen dann sogar im Verhältnis zum sinkendem BIP! So war das in den USA 1929 bis 1932! Unter dem Strich ist eine solide Haushaltspolitik von Staaten folglich wesentlich besser für die Stabilität der Gemeinschaft und genau dafür stand die Deutsche Bundesbank, die wenigstens als Reserve noch Gold aus früheren Zeiten hat und dieses auch dem Oskar Lafontaine nicht herausgab, als der mit dem Heli in Frankfurt einschwebte.
    Das wär es für heute und vielen Dank für das interessante Gespräch.

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