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Booster für die Inflation? Nachfrage nach Arbeitskräften steigt auf Rekordhoch!

Glas auf Tisch

Wer sich in umschaut, sieht es überall. Gastronomische Betriebe suchen landesweit händeringend nach Mitarbeitern – Küchenpersonal, Bedienungen etc. In der Coronakrise, als Restaurants und Bars lange dicht waren, haben sich viele Mitarbeiter umorientiert, und Jobs in ganz anderen Branchen mit besseren Arbeitszeiten gefunden. Die Coronakrise hat zusätzlich zum Demografiewandel voll zugeschlagen und die Lage für die Arbeitgeber verschärft. Denn alleine schon der Demografiewandel ist schlimm genug. Dem immer größer werdenden Heer der Neu-Rentner steht eine immer kleiner werdende Zahl neu in den Arbeitsmarkt eintretender junger Leute gegenüber.

Druck auf die Inflation? Arbeitskräfte-Nachfrage auf Rekordhoch

Corona + Demografiewandel – diese beiden Effekte zeigen sich statistisch in der heutigen Meldung der Bundesagentur für Arbeit mit voller Klarheit. Einmal pro Monat präsentiert man seinen Stellenindex (BA-X), einen saisonbereinigten Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland. Er steigt von Dezember 2021 auf Januar 2022 um 3 Punkte auf 135 Punkte. Damit erreicht der Index einen neuen Höchststand seit seiner Einführung im Jahr 2005. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der aktuelle Stellenindex 37 Punkte im Plus, und übertrifft den Wert aus März 2020 um 21 Punkte. Im Chart sehen wir den Verlauf des BA Stellenindex seit dem Jahr 2012.

Aber was hat denn diese kräftige Nachfrage nach Arbeitskräften bitte schön mit der Inflation zu tun, die nach heutiger Meldung im Januar bei 4,9 Prozent liegt? Es ist simpel. Arbeitgeber, die händeringend nach Mitarbeitern suchen, haben nur ein Vehikel zur Hand, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Personal anzulocken. Man bietet höhere Löhne. Auch das bestehende Personal wird kaum dauerhaft zu geringeren Löhnen arbeiten wollen, wenn neue Kollegen mehr verdienen. Also wird das ganze Gehaltsgefüge hochgezogen, wenn Personal knapp ist. So kommt die Lohn-Preis-Spirale in Gang. Wenn die Angestellten nämlich mehr verdienen, müssen die Unternehmer (in der Gastronomie schnell spürbar) ihre Preise raufsetzen. Die Kunden, die für ihr Essen mehr Geld ausgeben, fordern dann wiederum von ihren Arbeitgebern mehr Gehalt, als Inflationsausgleich. Und so dreht sich diese Spirale immer weiter nach oben.

Kräftige nachfrage nach Mitarbeitern

Im Vergleich zum Januar 2021, als die Wirtschaft vom zweiten Lockdown betroffen war, ist die Arbeitskräftenachfrage laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit überall im mindestens zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Am kräftigsten nahm der gemeldete Stellenbestand im Gastgewerbe, bei den qualifizierten Unternehmensdienstleistungen und im Verarbeitenden Gewerbe zu. In der Land- und Forstwirtschaft, bei Verkehr und Logistik, im Handel sowie bei Information und Kommunikation stieg die Nachfrage nach Mitarbeitern im Vergleich zum Januar 2021 um etwas mehr als die Hälfte. Auch gegenüber dem noch nicht von der Coronakrise betroffenen Januar 2020 gibt es in fast allen Branchen ein zum Teil deutliches Plus. Ausgenommen sind hier lediglich Bergbau, Energie- und Wasserversorgung.

Grafik zeigt den BA Stellenindex seit dem Jahr 2012



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