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Unter anderem 3 Werke nahe Stuttgart betroffen Bosch streicht weitere 13.000 Stellen – Industrie-Absturz LIVE und in Farbe

Bosch streicht erneut 13.000 Jobs. Industrie-Abbau LIVE und in Farbe. Mehrere Werke nahe Stuttgart sind betroffen. Ein Blick auf Details.

Bosch Logo
Foto: Alex Kraus/Bloomberg

Wir befinden uns mitten in der Deindustrialisierung, im Industrie-Absturz, in einer massiven Krise der deutschen Autoindustrie – und vor allem bei den Zulieferern! Erst vorgestern wurde bekannt, dass Stellantis die Produktion in mehreren Werken pausieren will. Heute wurde durch die FAZ bekannt, dass Volkswagen die Arbeit in seiner Elektroautofabrik Zwickau in der übernächsten Woche ruhen lassen will. Aber heute zeigt allen voran Bosch als Gigant der Zulieferbranche, wie schlimm die Krise ist. Nachdem bereits Entlassungen angekündigt wurden, folgt jetzt eine neue Schocknachricht über massenhaften Stellenabbau.

Die Robert Bosch GmbH wird weitere rund 13.000 Stellen in ihrem Autoteile-Geschäft abbauen, da der zunehmende Wettbewerb und der schwache europäische Automarkt den Hersteller zu einer umfassenderen Umstrukturierung zwingen. Die Stellenstreichungen sollen bis 2030 erfolgen und betreffen vor allem Standorte in Deutschland, teilte Bosch laut Bloomberg heute mit. Der Zulieferer hat in den letzten Jahren bereits Tausende von Stellen abgebaut, verzeichnet aber dennoch einen jährlichen Fehlbetrag von rund 2,5 Milliarden Euro in der Mobilitätssparte.

Der Schritt von Bosch unterstreicht die zunehmende Belastung der deutschen Industrie, da Autohersteller und Zulieferer mit Zollkosten, einer gedämpften Nachfrage und einem verschärften Wettbewerb durch chinesische Hersteller zu kämpfen haben. Der demografische Druck in Europas größter Volkswirtschaft treibt die Arbeitskosten in die Höhe, während die Energiepreise nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine weiterhin hoch bleiben.

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Mehrere Teilehersteller sind mit ungenutzten Kapazitäten konfrontiert und stehen unter dem Druck der Autohersteller, ihre Preise zu senken, obwohl ihre eigenen Inputkosten steigen. Volkswagen und Porsche (erst letzte Woche satte Gewinnwarnung) reduzieren Personal und Produktion, um die schwachen Verkaufszahlen in China und die Kosten der US-Zölle auszugleichen. Gleichzeitig gewinnen chinesische Wettbewerber mit billigeren Batterien, Motoren und elektronischen Bauteilen Marktanteile und schmälern damit die Margen der traditionellen Hersteller.

„Geopolitische Entwicklungen und Handelsbarrieren wie Zölle schaffen erhebliche Unsicherheiten, mit denen alle Unternehmen zu kämpfen haben“, sagte Markus Heyn, Bosch-Vorstandsmitglied und verantwortlich für das Mobilitätsgeschäft. „Wir rechnen mit einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs. Daher ist es unser Ziel, Wachstumschancen wo immer möglich zu nutzen und unsere Mobilitätsstandorte weltweit für die Zukunft zu positionieren.“

Das privat geführte Unternehmen Bosch ist einer der größten Namen in der Automobilbranche. Das Unternehmen stellt alles von Zündkerzen bis hin zu Software für automatisiertes Fahren her und hat massiv in neue Technologien wie Wasserstoff- und Elektrofahrzeuge investiert. Ende letzten Jahres beschäftigte Bosch 417.900 Mitarbeiter, sodass die jüngsten Stellenstreichungen etwas mehr als 3 % der Belegschaft ausmachen würden.

Die Stellenstreichungen sind ein Rückschlag für Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Partei in den Umfragen hinter die rechtsextreme Alternative für Deutschland zurückgefallen ist. Merz hat versucht, mit Konjunkturpaketen und seiner Investitionsinitiative „Made for Germany“ – die von Bosch unterstützt wurde – das Vertrauen zu stärken, aber die Hersteller im Land bauen weiterhin Tausende von Stellen in Branchen wie Stahl, Chemie und Automobil ab.

Bei Bosch werden die tiefsten Einschnitte den historischen Standort des Unternehmens in der Region Stuttgart treffen. In Feuerbach, wo Bosch Dieselkomponenten herstellt und in Wasserstofftechnologie investiert hat, werden bis 2030 etwa 3.500 Arbeitsplätze wegfallen, da die sinkende Nachfrage zu einer Unterauslastung der Werke führt. Am Standort Schwieberdingen werden aufgrund der schwachen Auftragslage und der langsamen Einführung neuer Technologien rund 1.750 Stellen abgebaut.

In Waiblingen plant Bosch nach Jahren rückläufiger Absatzzahlen die Schließung eines Werks mit 560 Mitarbeitern, das Steckverbinder für die Automobilindustrie herstellt. In Bühl, einem Zentrum für kleine Elektroantriebe, rechnet das Unternehmen mit einem Abbau von rund 1.550 Stellen, während in Homburg, wo Diesel-Lkw-Teile nach wie vor den Großteil der Produktion ausmachen, rund 1.250 Stellen wegfallen werden.

Der Zulieferer gab an, die Arbeitnehmer und ihre Vertreter informiert zu haben und werde nach Möglichkeit sozialverträgliche Lösungen suchen. Dennoch betonte die Unternehmensleitung, dass schnelle Maßnahmen erforderlich seien, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. „Deutschland bleibt für Bosch von zentraler Bedeutung“, sagte Personalleiter Stefan Grosch. „Aber wir müssen effizienter werden, um uns im globalen Wettbewerb zu behaupten.“

FMW/Bloomberg



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8 Kommentare

  1. Es nimmt immer mehr Fahrt auf mir der Deutschlandpleite.
    Mal sehen, wie lange der Lügenkanzler noch sein Geschwätz im Regierungsfernsehen verbreiten kann, ohne das er vor Scham so rot wird, dass er nur noch Radieschen- Kanzler genannt wird.
    Es ist schon erstaunlich, was die Deutschen sich so alles vorlügen lassen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. „Es ist schon erstaunlich, was die Deutschen sich so alles vorlügen lassen.“

    @Helmut, bist du Deutscher?

    1. Deutschmut-Fan
      Der zufällige Ort meiner Geburt ist Deutschland.
      Laut meiner Geburtsurkunde bin ich Deutscher.
      Ich lebe nun 25 Jahre in Spanien, und ich fühle
      mich mehr als Spanier, als Deutscher.
      Spanien haben meine liebe Frau und ich uns nach etwa 10 Jahre Suche ausgesucht.
      Die Mentalität der Menschen gefällt uns sehr.
      Auch das weite Land, 300 Sonnentage im Jahr und die gute Versorgung als Rentner.
      Ich würde sehr viel vermissen, wenn ich nach Deutschland zurück müsste.
      Bzw. ich wäre sehr traurig, wenn ich hier weg müsste.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      1. „…und ich fühle mich mehr als Spanier, als Deutscher.“

        Was denn nun? Spanier oder Deutscher?

        1. Die Deutschen, die sich als Italiener fühlen, sehe ich jeden Tag.
          Das sind die, die mit Sandalen, Socken und großer Klappe beim „Apero“ sitzen und nach dem Mittagessen Cappuccino trinken😂.
          Die Deutschen, die sich als Spanier fühlen, werden ähnlich sein.

  3. Erinnert mich an die existenzbedrohende Quarzkrise der Uhrenindustrie durch die Verdrängung der mechanischen Uhren durch die genauere und zuverlässigere elektronische Quarztechnologie.
    Das alte mechanische System hat nur mehr im Luxusbereich Bedeutung.
    Oder die Dampfmaschinen, die durch E-Loks ersetzt wurden.
    It‘s progress, stupid.

    Als Quarzkrise wird eine existenzbedrohende und langfristige wirtschaftliche Krise der europäischen und amerikanischen Uhrenindustrie bezeichnet, die durch die fast vollständige Verdrängung der mechanischen Uhren durch die damals neuartigen elektronischen Uhren mit Quarztechnologie ausgelöst wurde.

  4. Ja- unrentable Firmen müssen weg.
    Wenn ein Produkt in Deutschland nicht mehr gegenüber den Weltmarktpreisen konkurrenzfähig hergestellt werden kann, dann wandern die Firmen ab, gehen pleite oder stellen die Produktion ein.
    In Deutschland geht die Deindustrialisierung aber durch alle Branchen.
    Wobei viele Firmen weiter im Ausland investieren, was zeigt, dass die Produkte gefragt sind.

    …Deutschland ist vor allem von der Abwanderung in den Bereichen Automobilindustrie, chemische Industrie und metallverarbeitende Industrie betroffen, wobei Unternehmen wie Volkswagen, BASF, Miele und Viessmann teilweise Verlagerungen ins Ausland tätigen oder dort neu investieren. Gründe hierfür sind unter anderem hohe Energiepreise, Bürokratie und eine schlechte Infrastruktur im Inland, während die USA und Polen als attraktive Standorte gelten…

    https://www.google.com/search?q=welche+Industrien+wandern+aus+Deutschland+ab&num=10&sca_esv=421eaf0524372ec9&sxsrf=AE3TifNuOnpo5J-3XpazqPr0Nl0ZUZwhtw%3A1758861236040&ei=tBfWaJqgAsigkdUP__T-6AM&oq=welche+Industrien&gs_lp=Egxnd3Mtd2l6LXNlcnAiEXdlbGNoZSBJbmR1c3RyaWVuSABQAFgAcAB4AZABAJgBAKABAKoBALgBEsgBAPgBBpgCAKACAJgDAJIHAKAHALIHALgHAMIHAMgHAA&sclient=gws-wiz-serp&gs_ivs=1

    Wer investiert unter den jetzigen Bedingungen noch in Deutschland?
    Ganz im Gegenteil, das Kapital wandert ab.
    Dazu schreibt die Bundesbank:

    …Robuste deutsche Direktinvestitionen im Ausland – weniger Direktinvestitionszuflüsse nach Deutschland…

    https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/robuste-deutsche-direktinvestitionen-im-ausland-weniger-direktinvestitionszufluesse-nach-deutschland–942330

    Man sieht es an den Arbeitslosen:
    …Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf über 3 Millionen gestiegen, da die schwache Konjunktur und die Sommerpause die Arbeitslosigkeit im August 2025 erhöht haben. Es sind 46.000 mehr Arbeitslose als im Vormonat und 153.000 mehr als im Vorjahr, was zu einer Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent führt. Dies ist der höchste Stand seit 2015, und die aktuelle Entwicklung wirft die dringende Frage nach der Notwendigkeit von Arbeitsmarktreformen auf…

    https://www.google.com/search?q=steigende+Anzahl+von+Arbeitslosen+in+Deutschland&gs_ivs=1

    Nach der eingeleiteten Entdemokratisierung kommen nun auch noch die Kriegstrommeln gegen Russland dazu.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Salesforce-Chef Marc Benioff etwa begründete die Streichung von 4000 Jobs im Kundenservice damit, dass KI-basierte Agenten viele Kundenanfragen autonom bearbeiten.

      SAP ist laut aktuellen Berichten und Finanzzahlen hochprofitabel, was sich in positiven Geschäftsergebnissen, einer hohen operativen Marge und einem steigenden Umsatz zeigt. Dies wird durch den Fokus auf Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz (KI) sowie die Effizienzsteigerungen im Unternehmen untermauert, die zu einer deutlichen Steigerung des Gewinns und des Barmittelzuflusses geführt haben.

      Die Zahl der Arbeitslosen hat in Zukunft immer weniger Aussagekraft und zeigt ein verfälschtes Bild der Wirtschaft. Unternehmen sind hochprofitabel und entlassen Arbeitskräfte weil ab jetzt die KI übernimmt!

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