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3.800 Stellen in Deutschland betroffen Bosch will 5.500 Stellen abbauen – Einbruch in der Autoindustrie verschärft sich

Ein weiteres Zeichen für den Absturz der Autoindustrie: Bosch wird 5.500 Stellen abbauen, davon 3.800 in Deutschland.

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Bosch Logo. Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg

Es hagelt derzeit schlechte Nachrichten für die Autoindustrie. Die europäischen Autohersteller sind in der Krise. Aber noch viel schlimmer sieht es bei den Zulieferern aus, was die breite Öffentlichkeit wenig bis gar nicht mitbekommt. Reihenweise gehen kleine und mittelgroße Zulieferer pleite. Der Weltkonzern Bosch geht nicht so schnell pleite, aber muss sich offenbar auch drastisch anpassen, wenn die Autoindustrie weiter abstürzt. Jetzt sehen wir weitere Entlassungen.

Der Zulieferer Robert Bosch GmbH plant den Abbau von weltweit 5.500 Arbeitsplätzen, hauptsächlich in Deutschland, und versetzt damit der angeschlagenen deutschen Autoindustrie einen weiteren Schlag. Bloomberg dazu aktuell: Laut einer Erklärung der IG Metall wird Bosch, der nach Umsatz größte Automobilzulieferer der Welt, in Deutschland Stellen im Bereich automatisiertes Fahren und Autolenkungsprodukte abbauen. Eine Sprecherin von Bosch bestätigte, dass das Unternehmen weltweit 5.500 Stellen streichen will, davon 3.800 in Deutschland.

„Die Autoindustrie leidet unter erheblichen Überkapazitäten“, sagte Bosch in einer Erklärung und fügte hinzu, dass die tatsächliche Zahl der Entlassungen in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern festgelegt werde. „Der Wettbewerbs- und Preisdruck hat sich weiter verschärft.“

Das Privatunternehmen Bosch ist einer der größten Namen in der Autoindustrie. Seine Komponenten sind in praktisch allen 1,5 Milliarden Fahrzeugen weltweit verbaut. Das Unternehmen stellt alles von Zündkerzen bis hin zu Software für das automatisierte Fahren her und hat stark in neue Technologien investiert, leidet aber unter der sinkenden Nachfrage nach Neuwagen. Die europäische Autoproduktion hat ihren Höchststand von fast 16 Millionen Fahrzeugen vor der Pandemie noch nicht wieder erreicht, und die Führungskräfte straffen nun ihre Abläufe, um sich auf eine dauerhaft geringere Nachfrage vorzubereiten.

Die geplanten Kürzungen bei Bosch sind das jüngste Anzeichen für die Probleme, mit denen die Automobilzulieferindustrie zu kämpfen hat, ein Sektor, der in der gesamten Europäischen Union rund 1,7 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt. Unternehmen wie Continental und ZF Friedrichshafen sowie eine Reihe kleinerer Unternehmen bauen als Reaktion auf die sinkende Nachfrage bereits Arbeitsplätze ab.

Auch Automobilhersteller verkleinern sich. Ford kündigte am Mittwoch Pläne an, weitere 4.000 Stellen in Europa abzubauen, was etwa 14 % der lokalen Belegschaft entspricht. Volkswagen erwägt Maßnahmen, darunter beispiellose Werksschließungen in Deutschland. Auch Mercedes-Benz plant Kostensenkungen.

FMW/Bloomberg



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