Folgen Sie uns

Allgemein

#BoycottGermany

Avatar

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Man kann nicht wirklich sagen, dass Deutschland und die Deutschen beliebter geworden sind auf der Welt nach den Vorkommnissen in Brüssel. Die Kritik ist hart und umfassend, man fürchtet die Wiederauferstehung deutscher Allmacht-Träume – und verweist auf die Behandlung Griechenlands, an dem ein Exempel statuiert werden solle.

Einer der Top-Trends auf Twitter ist seit gestern der Hashtag #BoycottGermany, der zum Boykott deutscher Waren aufruft – und damit auf den Nerv der exportlastigen deutschen Wirtschaft zielt. Deutschland sei schuld am Elend Griechenlands, das gilt den Byokotteuren als sicher (nein, nein, innergriechische Verhältnisse haben am Zustand des Landes natürlich keinerlei Verantwortung!).

Noch gibt sich die deutsche Wirtschaft gelassen. So sagte Volker Trier, Chef für Außenwirtschaft bei der Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK:

„Wir nehmen das ernst, aber es gibt keinen Grund zur Panik. Solche Aufrufe hat es seit Beginn der Griechenland-Krise immer wieder gegeben. Sie sind weitgehend wirkungslos verpufft.“

Mal abwarten, ob es diesmal anders kommt – der Aufruhr jedenfalls ist so groß wie noch nie seit dem Gipfel der Eurozone. Die Älteren unter Ihnen werden sich noch an den Spruch zu Zeiten Kaisers Wilhelms II erinnern: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Man müßte nun, mit Blick auf Merkel und Schäuble, wohl derzeit eher abgewandelt formulieren: „Am deutschen Spar-Wesen wird die Welt genesen“.

Oder auch nicht..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    bigben

    14. Juli 2015 11:36 at 11:36

    … ich habe auch noch einen!

    „undank ist der welten lohn“

  2. Avatar

    Maciej

    14. Juli 2015 12:02 at 12:02

    nun ja, Deutschland hat eine besondere Stellung in der Geschichte Europas und das lässt sich nicht leugnen.
    Deutschland wird diese Last noch lange nicht loswerden und die aktuelle Tagespolitik (auch wenn sie richtig ist – kommt auf den Standpunkt an) trägt leider dazu bei.

  3. Avatar

    joah

    14. Juli 2015 12:21 at 12:21

    und jetzt geht es richtig los: vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges gab es eine extrem parallele Aktion und Beeinflussung umliegender Völker. Das ist wieder ganz genauso kontruiert: ein einzelnes Volk wird für die hintergründig abgekarteten Machenschaften sehr weniger Leute verantwortlich gemacht!

    Vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde durch wenige Handelsmänner – zufällig Juden – ein Handelskrieg gegen das damalige Nazi-Deutschland ausgerufen: die Beeinflussung der breiten Unterstützung erfolgte sehr feige über die Religion, die damit gar nichts zu tun hatte – aber sie hatten sich gehorsam daran zu beteiligen. Die Auswirkung war extrem effektiv. Nazi-Deutschland war wirtschaftlich isoliert durch den Boykott – Aggression erwuchs. Fähige Geschäftsleute, Buchhalter etc. – (nicht mehr) zufällig auch Juden – wurden aus Rache dafür entlassen, gepeinigt, vertrieben. Diese Überreaktion gipfelte in der Reichsprogromnacht, Deportation und Massenmord (Genozid).

    Dies entfesselte letztendlich einen Religionskonflikt, der ursprünglich gar keiner war, aber (mutwillig!) dazu ausgeweitet wurde. Letztendlich wusste keiner mehr so ganz genau, warum und gegen wen er kämpfte – man tat es einfach. Restliche Gedanken prügelte die Führung tot.

    Die neuerlichen Anschuldigungen mit Verallgemeinerung und der ebenfalls herrschenden Islam-Hetze baut sich derzeit wieder ein sehr bedrohliches Szenario zusammen. Soll sich das alles wiederholen? Bitte klärt die Leute auf und macht klar, das diese Regierung hier nicht mehr den Volkswiller vertritt. Danke

  4. Avatar

    GN

    14. Juli 2015 13:15 at 13:15

    Bei aller Kritik an Merkel/Schäuble und die sind in meiner Sympathieliste ziemlich weit unten, aber, was da gestern auf DWN ablief (Artikel) bezeichne ich schon als Bildzeitungs-Niveau!!! Man muß auch akzeptieren, daß die beiden auch „demokratisch“ gewählt wurden.

    Und Schäuble ist es nicht allein, der da harte Forderungen stellt….

    Und letztlich müssen wir uns vielleicht alle mal von unserem Anspruchsdenken verabschieden. Griechen sowohl als Deutsche, Spanier, Italiener, Franzosen usw.. Weder die griechischen Staatsschulden noch die US-Staatsschulden und genau sowenig die deutschen Staatsschulden werden jemals zurückbezahlt.

    Allein was mich wirklich stört, ist die dumme Arroganz bei uns im Volk. „Wir bezahlen“…..was bezahlen wir denn?. Wir drucken genauso Euros, wie die Amerikaner Dollars. Und, wenn man das nicht täte, wären wir bereits am „Reset“, der mit immer neuen Tricks verhindert werden soll.

    Dieses Wirtschafts- u. Gesellschaftssystem hat sich überlebt. Es wird Zeit für eine gravierende Veränderung. Wer weiter machen will wie bisher, hat die Schlußglocke überhört.

    Viele Grüße

    GN

    Ps: Dem Boykottaufruf gebe ich wenig Chancen. Wenn es den Leuten ans Eingemachte geht, dann sind die doch alles andere als standfest. Ich hätte mir gewünscht, daß die Griechen sagen „Ihr könnt uns alle mal mit eurem sch*iß Euro, wir kehren zur Drachme zurück“…….das hätte mir imponiert….stattdessen sind sie gekrochen….wo ist da der stolze Grieche??? Zum Leben braucht man keinen Euro!!!

    • Avatar

      GN

      14. Juli 2015 13:28 at 13:28

      …noch ein Nachtrag: Heute Morgen kam auf WDR5 ein Bericht aus Nepal. Dort müssen tausende Menschen bei Monsum und anderen Wettereinflüssen in Zelten leben. Es wurde von einer alleinerziehenden Frau berichtet, die 6 Tage in der Woche in einer Teppichfabrik für 50 Dollar im Monat schuften muß. Ihr Mann hat sie verlassen….die Menschen dort müßen sich in anderen Ländern sklavenartig verdingen. Dagegen jammern wir in Europa doch auf sehr hohem Niveau….. und die Zustände in Nepal werden wohl über Jahre so bleiben…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Wirkungslose Brüsseler Schutzzölle führen zu Debakel in EU-Stahlindustrie

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Beispielfoto für Stahlproduktion

Der Mechanismus ist einfach nachvollziehbar. Die Chinesen produzieren eh schon seit Jahren viel zu viel Stahl, der auf dem Weltmarkt nicht genug Nachfrager findet. Also senken die Chinesen ihre Preise drastisch, um ihre enorme Überproduktion loszuwerden. Damit machen die Chinesen die europäische Stahlindustrie seit Jahren kaputt. Und nun kam noch der Handelskrieg mit den USA hinzu. Durch US-Zölle verteuerte sich China-Stahl in den USA sprunghaft.

Die Bürokraten in Brüssel ahnten, dass der chinesische Stahl somit mehr als ohnehin schon seinen Weg in die EU finden würde, und dass sich die Lage für die heimische Stahlindustrie nur noch verschlimmern würde. Verkaufen die Chinesen unter Herstellungspreis an europäische Abnehmer, haben Thyssenkrupp, die europäischen Ableger von ArcelorMittal und Tata sowie alle anderen Stahlhütten in Europa eh keine Chance. Also wurde im Februar 2019 offiziell durch die EU-Kommission voller Stolz verkündet, dass die EU Schutzzölle einführen werde, um die Stahlhersteller innerhalb der EU vor zusätzlichen Stahlimporten zu schützen, weil die EU als Ausweich-Absatzmarkt zu den USA genutzt werden solle.

Für drei Jahre gelten erst einmal diese Schutzzölle der EU, die auf Importe angewendet werden sollen, die über das vorige normale Maß hinaus gehen. Doch offenbar sind diese Maßnahmen der EU wirkungslos. Die Zerstörung der europäischen Stahlindustrie schreitet immer weiter voran. Thyssenkrupp wird laut Berichten aus Oktober 6.000 Arbeitsplätze abbauen, 4.000 davon in Deutschland. Dies wurde bekannt, nachdem die EU-Kommission die Fusion mit Tata Steel Europe aus kartellrechtlichen Bedenken verhindert hatte. Fusionssynergien waren daher also nicht möglich, und so muss man weiter Personal abbauen.

Und der ehemalige angedachte Fusionspartner? Tata Steel Europa mit Stahlwerken in den Niederlanden und Großbritannien hat ganz frisch verkündet, dass man 3.000 Arbeitsplätze abbauen wird, 2/3 davon in der Verwaltung, so das Unternehmen. Tata spricht ganz klar davon, dass die Stahlnachfrage in der EU auf der einen Seite zwar schwach sei. Aber gleichzeitig sei das globale Überangebot an Stahl durch den Handelskrieg noch verschlimmert worden. Letztlich sei die EU eine Abladefläche für die weltweit überschüssige Stahlproduktion geworden, so möchten wir die Worte von Tata sinngemäß wiedergeben. Tja, irgendwie scheint irgendwas bei den Schutzmaßnahmen der EU-Kommission für europäische Stahlindustrie nicht so recht zu funktionieren. Tata auszugsweise im Wortlaut:

A transformation is needed to mitigate the current structural and cyclical headwinds and create the foundation for the company’s future success. Stagnant EU steel demand and global overcapacity have been compounded by trade conflicts which have turned the European market into a dumping ground for the world’s excess steel capacity. Together with a significant increase in the cost of emission allowances, this has created an urgent need for improvements to the company’s financial performance.

weiterlesen

Allgemein

Staatsbank setzt deutsche Banken unter massiven Margendruck! Ein Lacher oben drauf

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Frankfurter Skyline - die Zentralen großer Banken sind hier zu finden

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine Staatsbank, zu 100% in Besitz der deutschen Staates (80% Bund, 20% Bundesländer). Sie finanziert in der Regel über Förderprogramme kleine und mittlere Unternehmen mit sehr zinsgünstigen Darlehen, Projekte im Ausland uvm. Aber jüngst hat die KfW den Oberknaller präsentiert. Offiziell vermeldet die KfW die frohe Kunde nur über ein Video, das nur auf ihrer eigenen Webseite einsehbar ist, wenn man in den Headlines auf den zweit aktuellsten Artikel klickt. Dort wird verkündet, dass für die KfW von Bedeutung sei, wie die Kreditnehmer bei ihren Investitionen von dem gesunkenen Zinsumfeld profitieren können.

Druck auf Banken wird weiter zunehmen

Man schließe nicht aus, dass bei weiter sinkenden Marktzinsen Förderkredite von Bankkunden auch zu Negativzinsen aufgenommen werden können. Die KfW bereite ihre Systeme darauf vor. Klarere Erkenntnisse konnte man vor einigen Tagen diversen Berichten (siehe hier FAZ) entnehmen, nach Aussagen des KfW-Chefs auf einer Konferenz. Die KfW denkt nicht nur darüber nach. Ab Anfang 2020 will die sie Förderkredite zu Negativzinsen an Banken weiterreichen – dies soll für Immobilienkredite, Firmenkredite und auch für Kredite an Kommunen gelten. Man bedenke bitte: Die KfW macht nie direkt Geschäfte mit normalen Bankkunden. Will man ein günstiges KfW-Darlehen erhalten, muss man dies stets über seine Hausbank beantragen, welche für die KfW die Kundenprüfung vor Ort durchführt.

Das bedeutet: Der Negativzins für Kredite wird bei den Banken ankommen. Die Frage ist nur, ob die Banken auch wirklich Negativzinsen an ihre Kunden weiterreichen werden. Denn wie in Finanzkreisen bekannt ist, schlagen Banken bei KfW-Krediten, die sie an ihre Kundschaft weiterreichen, gerne 0,50% oder mehr als Marge oben drauf. Würde die KfW den Einlagenzinssatz der EZB von -0,50% beispielsweise an eine Geschäftsbank weiterreichen für eine Immobilienfinanzierung einer Privatperson, und die Bank schlägt sagen wir mal 0,60% für die eigene Marke oben drauf, zahlt der Kunde immer noch +0,10%. Aber hey… das wäre auch noch sensationell günstig. Wie auch immer: Die Staatsbank KfW erhöht mit dieser Verkündung den Druck auf die privaten Geschäftsbanken noch weiter. Bei Immobilien- und Firmenkrediten wird für sie der Margendruck wohl noch weiter zunehmen, und somit wird die Profitabilität von deutschen Banken ab nächstem Jahr ein noch ernsteres Thema werden als ohnehin schon.

Ein Lacher noch oben drauf

Aber einen haben wir noch. Was in einigen Presseberichten (siehe hier) nur beiläufig erwähnt wurde… die KfW sagte auch, dass sie noch bis zu einem Jahr brauchen werde um in ihren eigenen IT-Systemen die Möglichkeit von Zinsgutschriften für Kunden einbauen zu können. Tja, die Software-Programmierer hatten wohl niemals damit gerechnet, dass aus einem Plus ein Minus werden kann, und umgekehrt. Aber liebe Leute… ein Jahr für so eine Software-Anpassung? Was sagt das über die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des deutschen Staatsapparats? Bei der KfW mahlen die Mühlen offenbar mehr als langsam.

weiterlesen

Allgemein

Huawei-Bann: Hat die USA recht?

Avatar

Veröffentlicht

am

Gestern hat die US-Regierung bekannt gegeben, dass der vollständige Huawei-Bann um weitere drei Monate aufgeschoben wird (allerdings steht in dieser Woche noch die Entscheidung der US-Telekommunikationsbehörde FCC an, die Huawei als „Gefahr für die Sicherheit der USA“ einstufen könnte!).

Ist das ein Signal der Trump-Adminstration an China im Handelskrieg? Wohl eher nicht. Wahrscheinlicher ist, dass die US-Regierung mit der weiteren Aufschiebung des kompletten Banns eher Rücksicht nimmt auf vor allem ländliche Regionen in den USA, in denen überwiegend Huawei-Netzwerke eingesetzt werden: sie gelten dort nicht nur als sehr zuverlässig, sondern sind vor allem auch 30-40% günstiger als vergleichbare US-Produkte.

In folgendem Video kommen Gegner, aber auch Anwender der Huawei-Technologie in den USA zu Wort – bei letzteren werden die praktischen Zwänge deutlich: man kann schlicht nicht auf die Huawei-Technologie verzichten, ohne ein komplett neue digitale Infrastruktur aufzubauen – was Zeit und vor allem Geld kosten würde.

Interessant sind auch die Aussagen von Ren Zhengfei, dem Gründer des größten Telekommunikationsunternehmens der Welt: wie sieht er den Huawei-Bann der USA? Dazu äussert er sich gegenüber dem „Economist“:

 

Der Huawei-Bann hat Ren Zhengfei und sein Unternehmen bisher nicht aus der Bahn geworfen

Von cellanr – https://www.flickr.com/photos/rorycellan/14101800091/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32601314

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen