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Brexit-Verhandlungen: „EU-Bürger zuerst, Euro-Geschäfte auf europäischem Boden“

Manfred Weber, schon mal gehört den Namen? Der CSU-Mann ist einer der wichtigsten EU-Funktionäre in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der EVP, der Konservativen im EU-Parlament. Die Fraktion ist…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Manfred Weber, schon mal gehört den Namen? Der CSU-Mann ist einer der wichtigsten EU-Funktionäre in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der EVP, der Konservativen im EU-Parlament. Die Fraktion ist mit Abstand die Größte. Daher hat das Wort von Weber auch Gewicht, und daher sollte man nicht weghören, wenn er sich heute zum Thema Brexit-Verhandlungen äußert. Das EU-Parlament sitzt zwar nicht mit am Verhandlungstisch, hat aber letztlich ein Vetorecht. Hier vorab schon mal die Marschroute seiner Fraktion, im aktuellen Zeitgeist verfasst:

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EU zuerst, EU-Bürger zuerst und so weiter. Die Aussage ist klar. Wenn Putin, Trump, Erdogan und May sagen ihre Landsleute kämen nun zuerst, sähe es irgendwie komisch aus, wenn die EU sagen würde „ja gerne, ihr alle zuerst, und unsere Bürger eben erst danach.“ Weber selbst sagte heute in Straßburg, dass es im Zusammenhang mit dem Brexit undenkbar sei, dass in Zukunft (also nach dem vollzogenen Brexit) Euro-Geschäfte immer noch von London aus gesteuert werden. Euro-Geschäfte sollten von EU-Boden aus abgewickelt werden.

Damit fühlt sich wohl in erster Linie die Londoner Finanzindustrie angesprochen. Gerade die Abwicklung von Derivaten, Devisen etc über London würde dann stark verlagert werden Richtung, Paris, Frankfurt oder vielleicht Luxemburg. Die Europäische Bankenaufsicht wird so oder so wegziehen aus London in die EU. Aber wichtiger als die Clearinghäuser für Derivate sind die Broker und Banken, die von der EZB wie auch vielen anderen Stimmen aus der EU dazu aufgefordert sind die entsprechenden Teile ihres Geschäfts in die EU zu verlagern.

Theresa May hatte ja bereits angedeutet, dass die Briten bei mangelndem Entgegenkommen der EU bei den Brexit-Verhandlungen zum Beispiel ihre Hilfe gegenüber der EU in Sachen Terrorismusbekämpfung reduzieren könnten. Weber sagte, dass der Brexit unterm Strich ein deutlicher Verlust für London (als Finanzplatz) werden wird, aber er ließ offen, was er genau mit seinen Äußerungen meint – den kompletten Abzug aller Euro-Geschäfte aus London, oder nur von notwendigen Teilen? Nein, so weit ins Detail ging er nicht, sondern drückte sich eben etwas volkstümlicher aus. Wie schon anfangs erwähnt, sagte er man diskutiere Details, wenn es so weit sei.

Aber klar sei auch, dass die Menschen erwarten würden, dass Euro-Geschäfte und alles was damit verbunden ist, auf europäischem Boden durchgeführt wird. Es gehe um europäische Kontrolle und die Verteidigung europäischer Arbeitsplätze. Die Marschroute ist also klar. Wie auch der Tweet der Fraktion knallhart zeigt, will zumindest die stärkte Fraktion im EU-Parlament die harte Variante für die Brexit-Verhandlungen sehen. So viel aus London abziehen wie möglich, um dem eigenen Wähler zu zeigen, dass man etwas für ihn/sie tut.


Manfred Weber. Foto: Gymnasium Melle/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Nixisfix

    4. April 2017 19:26 at 19:26

    Alles nur Bla bla bla von der EU Seite. UK ist kein kleines Land, das sich von der EU oder von Merkel noch etwas aufzwängen lässt. In Wahrheit zittert die EU davor, dass UK einen harten Brexit macht und die EU im Regen stehen lässt. Denn die Stimmung in UK ist: lieber einen harten Brexit, also keine Zahlungen an die EU und kein Entgegenkommen, als einen Brexit durch entgegenkommende Verhandlungen viele Nachteile für UK bringt. Die EU ist bereits dem Tode geweiht, nur weiß sie es noch nicht.
    Es wäre nach dem Brexit Referendum die Chance gewesen, die EU zu verändern. Nur haben die Herren und Damen leider nicht die Zeichen der Zeit erkannt und wursteln so wie vorher ohne Plan weiter. Ungarn und Polen wird jetzt die EU-Pistole auf die Brust gesetzt, diese könnten dem Beispiel UK folgen und als nächste gehen.
    Junker gibt einen dummen Kommentar nach dem anderen ab, Merkel will jetzt das Migrationsproblem bekämpfen (das sie selbst verursacht hat), also niemand an der Spitze der EU hat irgend etwas aus den Ereignissen der letzten Jahre gelernt.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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