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Brexit beschleunigt Sterben der Ölindustrie in der Nordsee

Die Ölindustrie in der Nordsee hat ihre besten Zeiten schon lange hinter sich – nun beschleunigt der Brexit den Niedergang

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Ölindustrie in der Nordsee hat ihre besten Zeiten schon lange hinter sich: sie verdankte ihren Aufstieg der Öl-Krise in den 1970er-Jahren – aber mit dem gesunkenen Ölpreis und den im internationalen Vergleich extrem hohen Förderkosten wird die Produktion zunehmend unrentabel. Nun verschärft der Brexit die Probleme weiter, weil das Umfeld für neue Investitionen sich eintrübt.

Norwegen-Statoil-Bohrinsel
Bohrinsel in der Nordsee. Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei

Derzeit arbeiten ca. 30% der Produktionsstätten in der britischen Nordsee unrentabel. Und das erhöht den Druck weiter, eben diese unrentablen Produktionsstätten zu schließen – wobei die Schließung selbst hohe Kosten verursacht. Analysen gehen davon aus, dass der britische Öl-Sektor bis zum Jahr 2024 17 Milliarden Pfund aufwenden muß für die Schließungen, Tendenz steigend. Der Brexit wiederum verschlechtert nicht nur das Investitionsumfeld, sondern mindert auch die Bereitschaft der Kreditgeber zur Finanzierung der britischen Öl-Industrie.

In den nächsten Jahren muß die Industrie so oder so agieren: etwa ein Drittel aller Plattformen sind mehr als 30 Jahre alt – und damit älter, als ursprünglich als Einsatz-Zeit geplant. Die Anlagen technisch aufzurüsten, würde jedoch einen deutlich höheren Öl-Preis voraussetzen, um eine solche Investition lohnend zu machen. Schon aufgrund der veralteten Technik fällt daher die britische Öl-Produktion konstant: im letzten Jahr produzierten die Briten täglich 965.000 Barrel, auf dem Hochpunkt im Jahr 1999 waren es noch 2,9 Millionen Barrel pro Tag. Mithin hat sich also die Produktion gedrittelt.

Dazu kommt jetzt die Brexit-Unsicherheit: ein Großteil der britischen Öl-Förderung liegt in Schottland – und dass die Schotten ein neues Referendum verlangen, aus UK austreten und sich der EU anschließen, ist alles andere als unmöglich. Das dämpft die Investitions-Neigung noch weiter.

Der Niedergang gewinnt nun symbolischen Charakter. So schließt Shell seine Produktion an der Produktionsstätte „Brent“, die mit einigen anderen zusammen dem Nordsee-Öl insgesamt den Namen gab und sich, in London gehandelt, zur Benchmark schlechthin für Öl weltweit etabliert hat. Das Brent-Feld war Anfang der 1970er-Jahre in Betrieb gegangen. Beim Abbau der Anlagen müssen gigantische Mengen an Stahl abtransportiert werden, das treibt die Kosten in die Höhe.

Es sind vor allem Steuergeschenke der britischen Regierung, die die Industrie noch am Leben halten. Gleichwohl dürften bis Ende des Jahres ca. 120.000 Menschen ihren Job verloren haben. Und das Ende der Entlassungen ist damit wohl eher nicht erreicht..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Sabine

    19. Juli 2016 22:05 at 22:05

    Mich würd ja eher mal interessieren, wie es mit dem Brexit weitergeht! Wann treten sie denn aus? An dem Tag gibt’s Schampus bei uns.

    Daß die Ölindustrie schon länger den Bach runtergeht, iss jetzt nich so neu :, )
    – weil die Frackingindustrie den Ölförderern Konkurrenz gemacht hat,
    – weil das Öl in der Nordsee versiegt bwz. weiter unten geholt werden muß
    – und weil die Saudis und Iran den Preis untenhalten, wo sich dann das teure Bohren mit künstlichen Inseln in der Nordsee nicht mehr lohnt. Da haben es die Wüstenbewohner viel leichter, da unten ist es nur heiß.
    Norwegen krankt ja auch schon wegen zu wenig Einnahmen beim Öl. Ohne Norxit.

    Achja, bei uns wird gerade entlassen. Natürlich wegen dem Brexit, denn die VW muß sparen, verlagert alles nach Rumänien, Tschechien, mittlerweile auch Bulgarien, weil VW soviel an die Amis, und jetzt auch Kanada zahlen muß. Und weil die Engländer zuwenig VWs kaufen, um das zu kompensieren. Ääh, oder so. Jedenfalls Brexit ist schuld. Ja.

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