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Brexit-Chaos total: Mittwoch wirklich die letzte, allerletzte Chance?

Das Brexit-Chaos geht weiter, und nimmt immer chaotischere Dimensionen an. Gestern gab es acht von den Parlamentariern selbst eingebrachte Vorschläge für Brexit-Varianten. Vier davon wurden vom Parlamentspräsidenten zugelassen. Gestern spät Abends dann erfolgte die Abstimmung im House of Commons. Alle vier Varianten fanden keine Mehrheit!

Allerdings: Der Antrag bei dem es darum ging, dass Großbritannien nach dem EU-Austritt in der Zollunion mit der EU verbleiben soll, scheiterte nur sehr knapp mit 273 JA zu 276 NEIN-Stimmen. Aber ein NEIN ist ein NEIN! Oppositionsführer Jeremy Corbyn sagte jetzt bereits, dass es am morgigen Mittwoch weitere solche Test-Abstimmungen im Parlament geben werde. Theresa May habe ihren Deal auch drei Mal abstimmen lassen. Dann sollten die Parlamentarier selbst auch eine erneute Chance auf eine eigene Abstimmung bekommen. Also lautet die Devise „Solange abstimmen, bis endlich irgendwo ein JA herauskommt“?

Ja, morgen wird es also wohl erneut zu Abstimmungen kommen. Und Theresa May wird heute eine stundenlange Kabinettssitzung abhalten. Vielleicht hat Großbritannien schon heute Abend einen neuen Premierminister oder eine neue Premierministerin? Gut möglich, denn May´s Position ist extrem geschwächt. Wird sich dann auch die Lage im Parlament ändern? Das Brexit-Chaos ist einfach unfassbar. Und die Zeit bis zu harten Brexit am 12. April rennt!

Aktuell hat sich der Brexit-Koordinator des EU-Parlaments Guy Verhofstadt sehr besorgt geäußert. Nach dem aktuellen NEIN im britischen Parlament sei ein harter Brexit nun fast unvermeidlich, so seine Worte. Am morgigen Mittwoch hätten die Briten die letzte Chance der Sackgasse zu entkommen, so seine Worte. Also, ist der morgige Tag wirklich der letzte, allerletzte Termin um den harten Brexit abzuwenden? Sowas hat man schon öfter gehört in den letzten Monaten. Oder wird die EU einknicken und doch nochmal die Deadline des 12. April ein paar Tage nach hinten schieben?

Der Fraktionschef der schottischen Nationalisten im House of Commons Ian Blackford hat sich nach der aktuellen NEIN-Runde übrigens ganz klar geäußert, dass Schottland die Unabhängigkeit von UK anstreben müsse, wenn man Teil Europas bleiben wolle. Man (Schottland) müsse sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Die Souveränität liege beim schottischen Volk, und nicht in diesem Parlament, so seine Worte. Man bedenke bitte: Seit dem Votum der Schotten gegen einen Austritt aus Großbritannien hat sich die Stimmung in Schottland weiter gegen UK verschlechtert. Ein erneutes Votum könnte für einen Austritt aus UK entschieden werden.

Das britische Pfund übrigens bleibt weiter „erschreckend“ stabil. Es verlor gegen den US-Dollar zwar über Nacht von 1,3120 aut jetzt 1,3049, aber im großen Bild ist das immer noch ein mehr als stabiler Kurs, wenn man die aktuelle Lage betrachtet. Es bleibt ein Rätsel für uns, wo die Devisentrader ihren Optimismus hernehmen!

Brexit - House of Commons
Das House of Commons in London. Foto: UK Parliament CC BY 3.0



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1 Kommentar

  1. Ich gehe davon aus, dass sofern die EU nicht einknickt und die Frist verlängert, die Briten ihren Antrag auf Austritt zurück ziehen werden.
    Ich bleibe dabei: Es wird nicht zum Brexit kommen!
    Und so werden wohl auch die Devisentrader denken.

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