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Brexit-Debakel – gleich Juncker Rede- warum bleibt der Markt so ruhig?

Claudio Kummerfeld

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In den letzten Tagen gab es schwammige Hoffnungen auf eine Art faulen Grenz-Kompromiss in der Nordirland-Frage. Aber irgendwie ging nichts weiter. Und gestern Abend? Da war der neue Präsident des Europäischen Parlaments David Sassoli zu Besuch beim britischen Premier Boris Johnson in Downing Street Nr 10. Sassoli besuchte Johnson laut heutigen Berichten um etwas über konkrete Ideen und Pläne zum Brexit zu hören. Aber offenbar dachte Johnson er könne seinen Gast mit ein, zwei netten Tassen Tee und ein paar warmen Worten wieder nach Hause schicken. Offenkundig hat Boris Johnson keinen konkreten Plan, wie es weitergehen soll. Ein planloses Zusteuern auf eine Betonmauer namens „Harter Brexit“, also ein EU-Austritt ohne Handelsvertrag?

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Laut „Times of London“ drohen gerade fünf Minister aus Johnsons Kabinett mit komplettem Rücktritt, falls Johnson keinen Brexit-Deal hinbekommen sollte. Aber mal ehrlich… interessiert sich Johnson für solche Drohungen? Heute Nachmittag wird der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor dem EU-Parlament eine Rede zum aktuellen Stand der Brexit-Verhandlungen halten. Denkt man an die mehr als mauen Gespräche zwischen Sassoli und Johnson gestern Abend, dann kann bei Junckers Rede kaum etwas Gutes rauskommen. Das britische Pfund hatte gestern gegen den US-Dollar gut 100 Pips verloren. Aktuell bewegt es sich auf dem Niveau von gestern Abend, knapp über 1,22. Sollten die Aussagen von Juncker heute Nachmittag enttäuschend sein, könnte das Pfund weiter stürzen.

Schaut man sich die letzten Tage und Wochen an, endeten alle Hoffnungsschimmer für einen soften Brexit immer in Enttäuschungen. Warum bleibt der Markt aber so ruhig? Weil man glaubt, dass in letzter Sekunde doch noch eine Lösung herbeigezaubert wird, weil niemand so verrückt sein kann einen Brexit ohne Deal tatsächlich durchzuboxen? Aber man denke nach… man war sich allgemein auch völlig sicher, dass die Amerikaner niemals Donald Trump wählen würden, und dass die Briten niemals so „verrückt“ sein würden für den Brexit zu votieren… auch das Gespräch zwischen Angela Merkel und Boris Johnson von gestern scheint keinerlei Hoffnung gebracht zu haben (wir berichteten gestern). Also nochmal: Woher nimmt der Markt seinen Optimismus beziehungsweise seine Gelassenheit? Im folgenden Chart sehen wir Pfund vs US-Dollar seit Jahresanfang.

Die Marke von 1,20 ist der charttechnische und auch von der runden Zahl her markante Tiefpunkt, welcher als Unterstützung dient. Seit August hält sich das Pfund, und war sogar leicht steigend. In den letzten zwei Wochen ging es wieder gen Süden. Das Pfund vs USD kann (nicht muss) schnell Richtung 1,20 knallen, wenn die verzweifelte Lage offenkundig wird. Aber man hat ja schon Pferde kotzen sehen. Wie oft gab es in den letzten Monaten schon kleine, überraschende Hoffnungsschimmer, an denen sich das Pfund hochziehen konnte. Mal sehen, was Herr Juncker heute Nachmittag zu sagen hat, und ob seine Worte das Pfund beeinflussen können. (das hier ist keine Handelsempfehlung)

Pfund vs USD seit Anfang 2019 - heute Brexit-Rede von Juncker

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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