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Brexit-Debakel – gleich Juncker Rede- warum bleibt der Markt so ruhig?

In den letzten Tagen gab es schwammige Hoffnungen auf eine Art faulen Grenz-Kompromiss in der Nordirland-Frage. Aber irgendwie ging nichts weiter. Und gestern Abend? Da war der neue Präsident des Europäischen Parlaments David Sassoli zu Besuch beim britischen Premier Boris Johnson in Downing Street Nr 10. Sassoli besuchte Johnson laut heutigen Berichten um etwas über konkrete Ideen und Pläne zum Brexit zu hören. Aber offenbar dachte Johnson er könne seinen Gast mit ein, zwei netten Tassen Tee und ein paar warmen Worten wieder nach Hause schicken. Offenkundig hat Boris Johnson keinen konkreten Plan, wie es weitergehen soll. Ein planloses Zusteuern auf eine Betonmauer namens „Harter Brexit“, also ein EU-Austritt ohne Handelsvertrag?

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Laut „Times of London“ drohen gerade fünf Minister aus Johnsons Kabinett mit komplettem Rücktritt, falls Johnson keinen Brexit-Deal hinbekommen sollte. Aber mal ehrlich… interessiert sich Johnson für solche Drohungen? Heute Nachmittag wird der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor dem EU-Parlament eine Rede zum aktuellen Stand der Brexit-Verhandlungen halten. Denkt man an die mehr als mauen Gespräche zwischen Sassoli und Johnson gestern Abend, dann kann bei Junckers Rede kaum etwas Gutes rauskommen. Das britische Pfund hatte gestern gegen den US-Dollar gut 100 Pips verloren. Aktuell bewegt es sich auf dem Niveau von gestern Abend, knapp über 1,22. Sollten die Aussagen von Juncker heute Nachmittag enttäuschend sein, könnte das Pfund weiter stürzen.

Schaut man sich die letzten Tage und Wochen an, endeten alle Hoffnungsschimmer für einen soften Brexit immer in Enttäuschungen. Warum bleibt der Markt aber so ruhig? Weil man glaubt, dass in letzter Sekunde doch noch eine Lösung herbeigezaubert wird, weil niemand so verrückt sein kann einen Brexit ohne Deal tatsächlich durchzuboxen? Aber man denke nach… man war sich allgemein auch völlig sicher, dass die Amerikaner niemals Donald Trump wählen würden, und dass die Briten niemals so „verrückt“ sein würden für den Brexit zu votieren… auch das Gespräch zwischen Angela Merkel und Boris Johnson von gestern scheint keinerlei Hoffnung gebracht zu haben (wir berichteten gestern). Also nochmal: Woher nimmt der Markt seinen Optimismus beziehungsweise seine Gelassenheit? Im folgenden Chart sehen wir Pfund vs US-Dollar seit Jahresanfang.

Die Marke von 1,20 ist der charttechnische und auch von der runden Zahl her markante Tiefpunkt, welcher als Unterstützung dient. Seit August hält sich das Pfund, und war sogar leicht steigend. In den letzten zwei Wochen ging es wieder gen Süden. Das Pfund vs USD kann (nicht muss) schnell Richtung 1,20 knallen, wenn die verzweifelte Lage offenkundig wird. Aber man hat ja schon Pferde kotzen sehen. Wie oft gab es in den letzten Monaten schon kleine, überraschende Hoffnungsschimmer, an denen sich das Pfund hochziehen konnte. Mal sehen, was Herr Juncker heute Nachmittag zu sagen hat, und ob seine Worte das Pfund beeinflussen können. (das hier ist keine Handelsempfehlung)

Pfund vs USD seit Anfang 2019 - heute Brexit-Rede von Juncker



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