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Brexit: Donald Tusk rollt den roten Teppich für Verschiebung aus! Oder doch andere Motive?

Claudio Kummerfeld

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EU-Ratspräsident Donald Tusk macht jetzt offenbar den Weg frei für eine größere Verschiebung des Brexit. Nicht nur ein, zwei Monate. Wenn die Briten sich einig seien, dann werde er die Staatschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten ansprechen, für eine „lange“ Verlängerung des Brexit-Termins offen zu sein.

Gestern hörte sich das aus dem Mund von einigen anderen EU-Offiziellen noch ganz anders an. Konkrete Gründe müssten vorgebracht werden seitens der Briten, damit die EU einer Verschiebung zustimmen könne usw. In wenigen Stunden stimmen die Parlamentarier in London darüber ab, ob man Theresa May damit beauftragt in Brüssel eine Verschiebung des Austrittstermins (bisher 29. März) zu erbitten.

Ist es so einfach? Gehen die Europäer jetzt offener auf Theresa May zu, und sie bekommt ihre Verschiebung, wenn die Parlamentarier dem heute zustimmen? Es könnte auch Taktik sein. Vielleicht eine inoffizielle Absprache mit Tusk? Denn die Brexit-Hardliner in May´s Partei fürchten nichts mehr als noch länger in der EU zu bleiben. Eine viel „längere“ Verschiebung des Brexit-Termins muss für diese Hardliner daher wie eine böse Drohung klingen.

Theresa May will, wie sie heute früh ankündigte, am 20. März ein drittes Mal über ihren „Deal“ abstimmen lassen, obwohl der schon zwei Mal krachend im Parlament gescheitert war. Sie will die EU offenbar nur dann um eine Verschiebung des Brexit-Datums ersuchen, wenn die Parlamentarier ihrem Deal am 20. März zustimmen. Und wenn man die britische Medienlandschaft ganz aktuell überfliegt, so scheint die DUP wohl am 20. März zustimmen zu wollen, und einige Brexit-Hardliner ihrer eigenen Partei wohl auch.

Weil sie kalte Füsse bekommen, dass UK ansonsten erst mal eine Verschiebung des Austritts um vielleicht ein Jahr bekommt, und man ein Jahr lang weiter vollwertiges EU-Mitglied bleiben würde? Dann doch lieber May´s Deal zustimmen, und vielleicht im April schon offiziell raus aus der EU? Heute Abend ab 20 Uhr sind wir alle mal wieder einen Schritt schlauer. Was für ein Drama! Läuft alles im Sinne von Theresa May, dann könnte das Pfund weiter haussieren. Im folgenden Chart seit Mitte Januar sieht man gut, dass GBPUSD aktuell auf dem Weg ist an den Höchstständen zu kratzen.

Pfund USD Brexit

Donald Tusk Brexit
Donald Tusk. Foto: Mateusz Włodarczyk – www.wlodarczykfoto.pl CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Johann Steinhaus

    14. März 2019 18:06 at 18:06

    Mal ehrlich, dieses ganze Rumgezicke um den Brexit ist doch durchsetzt von Scheinheiligkeit und letztendlich gelinde gesagt, absolut für den „Popo“.
    Findet der Brexit am 29.03 nicht statt ist das ein ganz klarer Verrat an der Demokratie und am britischen Volk zugunsten wirtschaftlicher Gesichtspunkte.
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!
    (Und dann ein Neuanfang !!)

  2. Avatar

    leftutti

    14. März 2019 18:34 at 18:34

    Es ist nicht nur durchsetzt von Scheinheiligkeit, sondern ganz offensichtlich motiviert von machtpolitischem Streben und Erhaltung der politischen Posten. Man muss einfach eine gewisse kurze Zeitspanne im Parlament sein, um lebenslange utopische Pensionen kassieren zu können.

    Demokratie und Volk haben noch nie einen Politiker interessiert, es sei denn, die nächsten Wahlen stehen kurz bevor. Hätten Politiker wie Boris John Separatistus oder David von Camelot auch nur einen Funken Interesse an ihrem Mandat als gewählte Volksvertreter gehabt, wäre es nie zu einem auf Lügen und Ausländerhetze basierenden Referendum gekommen. Oder deren Nachfolger hätten seriös an den Austrittsmodalitäten und offenen Fragen gearbeitet. Aber 1,5 Jahre lang war gar nichts passiert, und aktuell zeigen diese machtbesessenen Chaoten, zu welchen Problemlösungsstrategien sie nicht fähig sind. Das gilt übrigens nicht nur für britannische Politchaoten, auch hierzulande schaffen es die Besten der Besten nicht, auch nur das kleinste Problem produktiv anzugehen.

    Bestenfalls setzt man etwas auf die Agenda 2150 und schmeißt derweil Millionen an Steuergeldern für externe Abzocker-Consultants aus dem Fenster. Und wie Sie schon geschrieben haben, alles zugunsten (eigener oder von Lobbyisten erpresster) wirtschaftlicher Gesichtpunkte.

  3. Avatar

    Johann Steinhaus

    14. März 2019 19:14 at 19:14

    Ihre Meinung kann ich nur vollständig unterschreiben……

    • Avatar

      leftutti

      15. März 2019 01:07 at 01:07

      @Johann Steinhaus, bald sind Europawahlen.
      Sie unterschreiben hoffentlich #niemehrCDU #niemehrSPD #niemalsAfD, auch wenn letzteres unserem liebenswerten Trollinchen und Sirenchen #sabine nicht gefallen mag ;)

      Lügner, Täuscher, Demagogen, Volksverhetzer und innenpolitische Rechtsradikale durften wir in den letzten 40 Jahren zur Genüge bewundern und ertragen. Die Zeit wäre reif für Basisdemokratie, Gleichbehandlung, Verantwortung und Haftung von Politikern, (Noten)Bankern und Konzernvorständen für wirtschaftliches Versagen mit deren persönlichem Vermögen, wie es für 99% der Bevölkerung gängige Praxis ist.

      Konkret: Wer Brexit brüllt, forciert und feiert, muss auch in der Lage sein, innerhalb von zwei Jahren die Konsequenzen seiner politischen Macht zu tragen, dafür einzustehen und in realpolitische Lösungen und Verträge umzumünzen. Oder er/sie hält von Anfang an die vorlaute Klappe und versucht erst einmal, vor dem blind-aktionistischen Handeln zu denken.
      So schön es auch sein mag, wenn es gelingt, die Volksseele für ein paar Tage zum Kochen und Brüllen zu bringen, am Ende holt einen die Wirklichkeit immer wieder ein.

      • Avatar

        Gixxer

        15. März 2019 07:49 at 07:49

        Sie schreiben: „#niemehrCDU #niemehrSPD #niemalsAfD“
        Da bin ich durchaus bei Ihnen.
        Ich frage mich nur, welche Partei Sie dann wählen wollen? Ist es eine der noch verbleibenden Parteien im Bundestag (Die Grünen, FDP, Die Linke) oder tendieren Sie zu einer weiteren Partei, die bis jetzt noch gar nicht vertreten ist?

        • Avatar

          leftutti

          15. März 2019 12:28 at 12:28

          @Gixxer, offen gesagt, bin ich dahingehend nicht die ganze Zeit über so starr festgelegt. Meine Wahlentscheidung dauert immer eine gewisse Zeit. Ich nehme immer die Dinge und Probleme als Basis, die mir aktuell oder auch grundsätzlich am meisten unter den Nägeln brennen und sehe mir dann die Positionen der einzelnen Parteien dazu an.
          Vor den Wahlen benutze ich gerne Instrumente wie den Wahl-o-Maten, um schon einmal die grobe Richtung festzulegen und die Auswahl an Parteien zu reduzieren. Grob gesagt, entscheide ich mich meistens aus einem Pool von 3 bis 4 Parteien, die ich für wählenswert halte und die meine Positionen, zumindest theoretisch, am besten vertreten.
          Und 3 Parteien kommen auf keinen Fall in Frage ;)

  4. Avatar

    Gixxer

    15. März 2019 12:38 at 12:38

    Danke für Ihre Antwort.
    Ich möchte Ihnen außerdem sagen, dass ich ähnlich vorgehe.

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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am

Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Von

Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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