Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Allgemein

Brexit: Donald Tusk rollt den roten Teppich für Verschiebung aus! Oder doch andere Motive?

Veröffentlicht

am

EU-Ratspräsident Donald Tusk macht jetzt offenbar den Weg frei für eine größere Verschiebung des Brexit. Nicht nur ein, zwei Monate. Wenn die Briten sich einig seien, dann werde er die Staatschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten ansprechen, für eine „lange“ Verlängerung des Brexit-Termins offen zu sein.

Gestern hörte sich das aus dem Mund von einigen anderen EU-Offiziellen noch ganz anders an. Konkrete Gründe müssten vorgebracht werden seitens der Briten, damit die EU einer Verschiebung zustimmen könne usw. In wenigen Stunden stimmen die Parlamentarier in London darüber ab, ob man Theresa May damit beauftragt in Brüssel eine Verschiebung des Austrittstermins (bisher 29. März) zu erbitten.

Ist es so einfach? Gehen die Europäer jetzt offener auf Theresa May zu, und sie bekommt ihre Verschiebung, wenn die Parlamentarier dem heute zustimmen? Es könnte auch Taktik sein. Vielleicht eine inoffizielle Absprache mit Tusk? Denn die Brexit-Hardliner in May´s Partei fürchten nichts mehr als noch länger in der EU zu bleiben. Eine viel „längere“ Verschiebung des Brexit-Termins muss für diese Hardliner daher wie eine böse Drohung klingen.

Theresa May will, wie sie heute früh ankündigte, am 20. März ein drittes Mal über ihren „Deal“ abstimmen lassen, obwohl der schon zwei Mal krachend im Parlament gescheitert war. Sie will die EU offenbar nur dann um eine Verschiebung des Brexit-Datums ersuchen, wenn die Parlamentarier ihrem Deal am 20. März zustimmen. Und wenn man die britische Medienlandschaft ganz aktuell überfliegt, so scheint die DUP wohl am 20. März zustimmen zu wollen, und einige Brexit-Hardliner ihrer eigenen Partei wohl auch.

Weil sie kalte Füsse bekommen, dass UK ansonsten erst mal eine Verschiebung des Austritts um vielleicht ein Jahr bekommt, und man ein Jahr lang weiter vollwertiges EU-Mitglied bleiben würde? Dann doch lieber May´s Deal zustimmen, und vielleicht im April schon offiziell raus aus der EU? Heute Abend ab 20 Uhr sind wir alle mal wieder einen Schritt schlauer. Was für ein Drama! Läuft alles im Sinne von Theresa May, dann könnte das Pfund weiter haussieren. Im folgenden Chart seit Mitte Januar sieht man gut, dass GBPUSD aktuell auf dem Weg ist an den Höchstständen zu kratzen.

Pfund USD Brexit

Donald Tusk Brexit
Donald Tusk. Foto: Mateusz Włodarczyk – www.wlodarczykfoto.pl CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

7 Kommentare

7 Comments

  1. Johann Steinhaus

    14. März 2019 18:06 at 18:06

    Mal ehrlich, dieses ganze Rumgezicke um den Brexit ist doch durchsetzt von Scheinheiligkeit und letztendlich gelinde gesagt, absolut für den „Popo“.
    Findet der Brexit am 29.03 nicht statt ist das ein ganz klarer Verrat an der Demokratie und am britischen Volk zugunsten wirtschaftlicher Gesichtspunkte.
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!
    (Und dann ein Neuanfang !!)

  2. leftutti

    14. März 2019 18:34 at 18:34

    Es ist nicht nur durchsetzt von Scheinheiligkeit, sondern ganz offensichtlich motiviert von machtpolitischem Streben und Erhaltung der politischen Posten. Man muss einfach eine gewisse kurze Zeitspanne im Parlament sein, um lebenslange utopische Pensionen kassieren zu können.

    Demokratie und Volk haben noch nie einen Politiker interessiert, es sei denn, die nächsten Wahlen stehen kurz bevor. Hätten Politiker wie Boris John Separatistus oder David von Camelot auch nur einen Funken Interesse an ihrem Mandat als gewählte Volksvertreter gehabt, wäre es nie zu einem auf Lügen und Ausländerhetze basierenden Referendum gekommen. Oder deren Nachfolger hätten seriös an den Austrittsmodalitäten und offenen Fragen gearbeitet. Aber 1,5 Jahre lang war gar nichts passiert, und aktuell zeigen diese machtbesessenen Chaoten, zu welchen Problemlösungsstrategien sie nicht fähig sind. Das gilt übrigens nicht nur für britannische Politchaoten, auch hierzulande schaffen es die Besten der Besten nicht, auch nur das kleinste Problem produktiv anzugehen.

    Bestenfalls setzt man etwas auf die Agenda 2150 und schmeißt derweil Millionen an Steuergeldern für externe Abzocker-Consultants aus dem Fenster. Und wie Sie schon geschrieben haben, alles zugunsten (eigener oder von Lobbyisten erpresster) wirtschaftlicher Gesichtpunkte.

  3. Johann Steinhaus

    14. März 2019 19:14 at 19:14

    Ihre Meinung kann ich nur vollständig unterschreiben……

    • leftutti

      15. März 2019 01:07 at 01:07

      @Johann Steinhaus, bald sind Europawahlen.
      Sie unterschreiben hoffentlich #niemehrCDU #niemehrSPD #niemalsAfD, auch wenn letzteres unserem liebenswerten Trollinchen und Sirenchen #sabine nicht gefallen mag 😉

      Lügner, Täuscher, Demagogen, Volksverhetzer und innenpolitische Rechtsradikale durften wir in den letzten 40 Jahren zur Genüge bewundern und ertragen. Die Zeit wäre reif für Basisdemokratie, Gleichbehandlung, Verantwortung und Haftung von Politikern, (Noten)Bankern und Konzernvorständen für wirtschaftliches Versagen mit deren persönlichem Vermögen, wie es für 99% der Bevölkerung gängige Praxis ist.

      Konkret: Wer Brexit brüllt, forciert und feiert, muss auch in der Lage sein, innerhalb von zwei Jahren die Konsequenzen seiner politischen Macht zu tragen, dafür einzustehen und in realpolitische Lösungen und Verträge umzumünzen. Oder er/sie hält von Anfang an die vorlaute Klappe und versucht erst einmal, vor dem blind-aktionistischen Handeln zu denken.
      So schön es auch sein mag, wenn es gelingt, die Volksseele für ein paar Tage zum Kochen und Brüllen zu bringen, am Ende holt einen die Wirklichkeit immer wieder ein.

      • Gixxer

        15. März 2019 07:49 at 07:49

        Sie schreiben: „#niemehrCDU #niemehrSPD #niemalsAfD“
        Da bin ich durchaus bei Ihnen.
        Ich frage mich nur, welche Partei Sie dann wählen wollen? Ist es eine der noch verbleibenden Parteien im Bundestag (Die Grünen, FDP, Die Linke) oder tendieren Sie zu einer weiteren Partei, die bis jetzt noch gar nicht vertreten ist?

        • leftutti

          15. März 2019 12:28 at 12:28

          @Gixxer, offen gesagt, bin ich dahingehend nicht die ganze Zeit über so starr festgelegt. Meine Wahlentscheidung dauert immer eine gewisse Zeit. Ich nehme immer die Dinge und Probleme als Basis, die mir aktuell oder auch grundsätzlich am meisten unter den Nägeln brennen und sehe mir dann die Positionen der einzelnen Parteien dazu an.
          Vor den Wahlen benutze ich gerne Instrumente wie den Wahl-o-Maten, um schon einmal die grobe Richtung festzulegen und die Auswahl an Parteien zu reduzieren. Grob gesagt, entscheide ich mich meistens aus einem Pool von 3 bis 4 Parteien, die ich für wählenswert halte und die meine Positionen, zumindest theoretisch, am besten vertreten.
          Und 3 Parteien kommen auf keinen Fall in Frage 😉

  4. Gixxer

    15. März 2019 12:38 at 12:38

    Danke für Ihre Antwort.
    Ich möchte Ihnen außerdem sagen, dass ich ähnlich vorgehe.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Kommentare zum May-Rücktritt: „Schuld ist das Parlament, hohe Arbeitslosigkeit droht, Gefahren für Deutschland begrenzt“

Veröffentlicht

am

Von

Die Wirtschaftsforscher vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und der deutsche Bankenverband äußern sich aktuell zum angekündigten Rücktritt von Theresa May. Auszugsweise wollen wir die Aussagen an dieser Stelle abdrucken. Das IW sieht die Schuld für ihren Rücktritt ganz klar beim britischen Parlament, das sich nicht einigen konnte. Als Problem sieht man nun, dass der Brexit wohl in das eine oder andere Extrem ausschlagen werde (harter Brexit oder neuer Volksentscheid). Für die britische Wirtschaft sei das sehr schlecht. Die Arbeitslosigkeit werde womöglich stark zunehmen, und es drohe sogar im Falle eines harten Brexit eine Rezession in UK. Die Risiken für die deutsche Wirtschaft seien aber begrenzt. Man erwarte zwar bis zu 100.000 Job-Verluste in Deutschland, das könne die Volkswirtschaft aber locker auffangen. Hier das IW in Auszügen im Wortlaut:

Theresa May ist gescheitert. Das ist aber nicht ihre Schuld, sondern liegt vielmehr an dem mangelnden Einigungswillen des britischen Parlaments. Weil die Protagonisten weiter in ihren Gräben verschanzt blieben, konnte sie keinen Kompromiss finden. Jetzt werden Randlösungen immer wahrscheinlicher: Am deutlichsten zeichnet sich ein harter No-Deal-Brexit ab. Allerdings ist auch ein neues Brexit-Referendum denkbar, das den Schaden eines ungeregelten Brexits abwenden könnte.

„Die Schäden, die dem UK durch den harten Brexit drohen, nehmen Johnson & Co. in höchst fahrlässiger Weise in Kauf“, sagt IW-Brexitexperte Jürgen Matthes. Er geht davon aus, dass ein No-Deal-Brexit die britische Wirtschaft kurzfristig in eine Rezession stürzen und die Arbeitslosigkeit deutlich erhöhen könnte – so wie auch schon die Bank of England im November 2018 gewarnt hat. Durch einen ungeregelten Austritt wird die Unsicherheit in der Wirtschaft rapide zunehmen, lange Staus an den Grenzen führen zu Versorgungsengpässen. „Längerfristig schaden neue Zölle, andere Handelsbarrieren und eine stark eingeschränkte Zuwanderung aus der EU dem Vereinigten Königreich“, so Matthes. „Das führt dazu, dass viele britische Unternehmen aus den europäischen Wertschöpfungsketten herausgeschnitten werden.“ Die britische Regierung fürchtet im Fall eines No-Deal-Brexit, dass die Wirtschaftsleistung langfristig zum bis zu zehn Prozent geringer ausfällt.

Für die deutsche Wirtschaft würde es im Fall eines No-Deal-Brexit zweifellos auch unruhiger werden, allerdings würden die ökonomischen Schäden deutlich geringer ausfallen als im UK. „Viele Unternehmen haben ihre Notfallpläne längst in der Schublade“, sagt Jürgen Matthes. Zudem sind deutsche Exporteure findig, neue Absatzmärkte zu finden – Horrorszenarien sind also nicht angebracht. Eine Studie des IWH in Halle fürchtet einen Verlust bis zu 100.000 Stellen bei einem harten Brexit. Das ist für die Betroffenen sicherlich problematisch. Doch entspricht diese Zahl nur 0,25 Prozent der insgesamt rund 45 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland. Im vergangenen Jahr ist gleichzeitig die Zahl der Erwerbstätigen um 1,3 Prozent gestiegen – die deutsche Wirtschaft muss sich also nicht zu sehr vor einem harten Brexit fürchten.

Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des deutschen Bankenverbandes im Wortlaut:

„Der Rücktritt von Theresa May ist die Konsequenz aus der Unfähigkeit von britischer Regierung und Parlament eine gemeinsame Position zum Brexit-Vertrag zu finden“. Es sollte sich in London jetzt niemand täuschen: Die 27 EU-Staaten werden zu Recht nicht bereit sein, erneut von vorne anzufangen. Entweder wird das Problem in London gelöst oder Europa geht mit allen Konsequenzen in einen harten Brexit.“

Theresa May
Theresa May. Foto: HM Government – https://www.gov.uk/government/speeches/pm-press-statement-at-european-council-14-december-2018 OGL 3

weiterlesen

Allgemein

Bank of England mit Hinweis: Zwei enorme Risiken im Finanzsystem!

Veröffentlicht

am

Die Bank of England hat vor wenigen Minuten auf mehrere Risiken für das Finanzsystem hingewiesen und deutlich gemacht, dass die Banken und die Regulierer (also vor allem in London?) offenbar nicht wirklich auf diese Probleme vorbereitet sind, wenn diese Risiken zu akuten Problemen in Finanzsystem führen sollten. Ausgesprochen hat diese Risiken der für die Regulierung zuständige Direktor Sam Woods in einer Rede (hier der gesamte Redetext auf 12 Seiten).

Erstens wäre da das Risiko, dass Banken in großem Ausmaß Kredite vergeben würden an Unternehmen, die ohnehin schon stark verschuldet seien. Auf globaler Ebene habe die Kreditvergabe in dieser Kategorie im letzten Jahr um 16% zugenommen. Die Kreditvergabe-Standards hätten gleichzeitig stark abgenommen. Im Klartext: Immer mehr Schrottunternehmen bekommen immer mehr Geld hinterher geschmissen. Die Banken müssen halt ihr Geld auf Teufel komm raus irgendwo unterbringen, bei den Null- und Negativzinsen. Zitat Bank of England:

One such area, in which both the Financial Policy Committee and Prudential Regulation Committee have been taking a keen interest, is leveraged lending – in other words lending to highly-indebted ompanies. We have said a lot about this over the last year so I will confine myself to a brief comment only. That comment is that sometimes horizon-scanning does not require binoculars, because the object of study is already at the front gate. I think it would be very odd if we did not pay close attention to a class of lending which grew globally at a rate of 16% last year, and in which there has been a very significant slide in underwriting standards. Further, much of the lending is being funnelled through banks to a variety of end-investors who may or may not understand what they are getting into.

Und als zweites enormes Risiko für das Finanzsystem sieht die Notenbank speziell die Kreditvergabe von Investmentbanken an Unternehmen. Genauer gesagt geht es darum, dass man von den Kreditnehmern als Sicherheiten Aktienbestände akzeptiere. Da ist die Lage natürlich klar. Was, wenn der Aktienmarkt kräftig einbricht? Dann sind die Sicherheiten schnell nichts mehr oder nur noch sehr wenig wert. Und die Bank als Kreditgeber hat ein echtes Problem, wenn die Kreditraten nicht mehr fließen, und gleichzeitig die Sicherheiten wertlos sind. In einem einzigen Deal hätten Banken in London laut Woods im Jahr 2017 mal schlappe 1 Milliarde Pfund verloren. Zitat Bank of England:

This is much easier said than done for another type of corporate lending, largely carried out by investment banks. This type of lending is secured against equity holdings of the borrower, often in a related entity – so-called “margin loans”. The first observation about this is that it will often create wrong-way risk because the value of the collateral may well be linked to the credit-worthiness of the borrower, which can cause problems in times of stress even though collateral haircuts tend to be 30-50%. Largely due to this, we estimate that banks in London lost more than €1b in a single deal in 2017. But the broader observation is that this type of lending is not well captured by today’s capital framework for banks – in part because it tends to sprawl awkwardly across credit, market and operational risk requirements. I don’t ask you simply to accept this statement at face value – our analysis of the capital held against one such recent exposure by a range of banks illustrates it well: even allowing for differentiation in terms across firms, this level of variation simply cannot be right. In this sense, just as the leveraged lending issue is akin to the UK mortgage risking-up issue, these margin loans have an echo of the problems we’ve been tackling on capitalisation of equity-release mortgages – complexity creates a weakness in the system.

Bank of England sieht Risiken im Finanzsystem
Die Bank of England sieht enorme Risiken im Finanzsystem. Hier die Zentrale in London. Foto: Diliff / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

weiterlesen

Allgemein

China: Keine Gespräche zwischen Xi Jinping und Trump geplant

Veröffentlicht

am

Chinas Abgesandter in den USA, Cui Tiankai, hat soeben deutlich gemacht, dass ein Treffen zwischen Xi Jinping und Trump nicht vorgesehen sei (ergo: auch nicht auf dem G20-Gipfel Ende Juni!).

Was derzeit mit Huawei passiere, so Cui Tiankai, sei sehr „ungewöhnlich“, die Anschuldigungen der USA gegen Huawei seien ohne jede Begründung..

Die US-Futures leicht tiefer nach diesen Aussagen, aber die Algos scheinen schlicht Trumps Zweckoptimismus zu glauben anstatt die chinesische Seite auch nur wahrzunehmen! So warnt heute der Chefredakteur der „Global Times“ vor derart naivem Optimismus:

Diese Ignoranz geht an der Wall Street so lange gut, bis es nicht mehr gut geht!

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen