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Brexit? HSBC warnt – werden Mitarbeiter verlagern. Und ein Wort zu Flüchtlingen..

FMW-Redaktion

Die Briten, und vor allem David Cameron, haben derzeit ja eine ziemliche dicke Lippe, was die Forderungen an die EU angeht. Muß alles irgendwie anders werden, das wollen wir nicht, dies müssen wir haben – und die Flüchtlinge könnt ihr eh behalten, ist euer Problem. Nun gibt es böse Zungen, darunter der exzellente Nahostexperte Martin Lüders, die eben diese Problem auf die Aktionen des britischen Gehimdienstes zurück führen – hier, so Lüders klar in seinem neuen Buch „Wer Wind sät“, liegt die Wurzel der eigentlichen Flüchtlingsproblematik. Die Briten und die Amerikaner hätten, so Lüders, das Chaos maßgeblich zu verantworten durch inszenierte Putsche (Iran) oder gleich direkte Militärinterventionen (Irak). Und zeigten nun keierlei Bereitschaft, für das entstandene Chaos einzustehen durch Aufnahme von Flüchtlingen. Dazu in einem anderen Kontext später mehr.

Zurück zum Brexit: Zumindest Teile des Finanzsektors in UK sind dagegen weniger feucht-fröhlich, wenn es um das Ausscheiden von UK aus der EU geht. Sollte es nämlich zum Brexit kommen, so die Großbank HSBC, werde man mindestens 1000 Mitarbeiter aus dem Investmentbanking in London abziehen und in Paris ansiedeln, so der CEO der Bank, Stuart Gulluver. Und damit ist die HSBC nicht alleine: viele große Firmen, etwa AstraZeneca, drohen ebenfalls mit kompletter Abwanderung oder einer Verschiebung von Teilen der Belegschaft – wohin auch immer, jeddenfalls raus aus UK.

Nun muß man wissen: die HSBC hat gestern erst eine Verlegung ihres Hauptsitzes nach Hongkong abgesagt. Offenkundig – das wurde natürlich nicht offiziell so formuliert – war ihr das Risiko zu hoch, in Hongkong zu stark unter den Einfluß Pekings zu geraten. Und wenn nun der Brexit käme, stünde die HSBC vor einem ernsthaften Problem mit ihrer (vorläufigen?) Entscheidung für London. Der Grund: in diesem Fall wäre das regulatorische Umfeld für Großbanken wie HSBC komplizierter, schwieriger und kostspieliger. Nun hat der CEO der HSBC Gulluver nicht gesagt, dass man in diesem Fall seine Hauptsitz aus London abziehen werde – aber ausgeschlossen hat er es eben auch nicht! Man müsse dann sehen, wie sich das Verhältnis Großbritanniens zur EU dann konkret darstelle. Ähnlich übrigens auch der CEO von Barclays, John McFarlane: die City of London sei im Fall eines Brexit in einer „signifikant schlechteren“ Position.

Es sei daher im Interesse Großbritanniens, in einer „reformierten“ EU zu verbleiben, so HSBC-Chef Gulliver – das liegt ganz auf der Linie Camerons. Letzterer befindet sich in der finalen Woche der Verhandlungen mit der EU – und dürfte die Aussagen der Großbanken durchaus gehört haben. Ob das aber den Brexit verhindern kann? Abwarten..



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