Folgen Sie uns

Allgemein

Brexit immer unwahrscheinlicher: neue Umfrage. Pfund steigt..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit scheint weiter abzunehmen. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ORB im Auftrag des Daily Telegraph. Was diese Umfrage besonders interessant macht ist: sie zeigt, dass sich die Stimmung in Richtung Verbleib in der EU in stark relevanten Wählergruppen verschoben hat.

Insgesamt stimmten bei den Befragten, die sicher waren am 23.Juni ihre Stimme abzugeben, 55% für einen Verbleib in der EU, nur 42% dagegen. Aber die Tendenz hat sich stark in Richtung des „Remain“-Lagers verschoben, gerade bei den eher konsverativen Schichten: so stimmten 57% der Anhänger der Tories, also der konservativen Partei unter David Cameron, für einen Verbleib in der EU – bei der letzten Umfrage im März unter Torie-Wählern waren noch 60% für ein Verlassen der EU. Insgesamt scheint sich, das zeigt die Umfrage, vor allem unter Männern, die zuvor mehrheitlich noch für einen Brexit votierten, die Stimmung in Richtung „Remain“ verschoben zu haben.

Das gilt auch für die ältere und damit tendentiell eher konservativ eingestellte Wählergruppe der über 65-jährigen. Im März war diese Gruppe mit 62% für einen Brexit, nur 34% waren damals dafür. Das hat sich gründlich verschoben: inzwischen stimmt eine klare Mehrheit von 52% der noch vom Krieg oder der Nachkriegszeit geprägten Generation für den Verbleib, nur 44% für den Brexit.

All das dürfte kein Zufall sein: die Kampagne des britischen Premiers Cameron zielt auf die ökonomischen Risiken eines Verlassens der EU und thematisiert dabei besonders einen heiklen Punkt, der fast alle Briten betrifft: die Immobilienpreise, so die Kampagne Camerons, würden im Falle eines Brexit deutlich sinken (ob das stimmt oder nicht sei einmal dahingstellt). Und das trifft die Briten an ihrer Achillesverse, schließlich basiert ihr Wohlstand überwiegend auf den in den letzten Jahren stark gestiegenen Immobilienpreisen.

Dieses Motiv scheint nun dominant zu werden – und das Argument des Brexit-Lagers zu übertrumpfen, das in der fortgesetzen Einwanderung einen auch symbolischen Kontrollverlust des Landes und das Übergreifen der EU in immer weitere Bereiche des Lebens zu erkennen glaubt.

Das britische Pfund steigt zum US-Dollar heute aufgrund der Umfrage das erste Mal seit drei Tagen wieder an:

gbpusd240516

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Hanns

    24. Mai 2016 13:28 at 13:28

    Frage : Kann die FED wirklich im Juni die Zinsen anheben, kurz bevor der BREXIT -Entscheidung?

    lg

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      24. Mai 2016 13:31 at 13:31

      @Hanns, wenn die Umfragen so bleiben und eine Mehrheit für die Brexit-Gegner sehr wahrscheinlich ist, sicher. Aber selbst wenn nicht, so Aussagen einiger Fed-Mitglieder gestern, werde man sich nicht von einem möglichen Brexit beeinflussen lassen

      • Avatar

        Hanns

        24. Mai 2016 13:37 at 13:37

        Bin da ein wenig skeptisch, aber Sie müssen es besser wissen ;)
        Viele Dank für die schnelle Rückmeldung!

  2. Avatar

    joah

    24. Mai 2016 13:37 at 13:37

    Die Umfragen zeigen nur eines: durch das ständige Durchschütteln wabern die Meinungen nur so von einer Seite zur anderen. Die Leute halten dem pyschologischen Druck einfach nicht mehr stand und verlieren ihren eigenen Standpunkt völlig.

  3. Avatar

    GN

    24. Mai 2016 15:06 at 15:06

    ….das wäre sehr bedauerlich, denn dann bleiben diese Verkrustungen auf Jahre erhalten…..zeigt aber auch wieder, wie ernst man die Menschen nehmen kann. Große Klappe, nichts dahinter…..

  4. Avatar

    oscar

    24. Mai 2016 16:03 at 16:03

    die politischen demagogen haben die „angst“ fest in ihre polemische hirnwäsche für den machterhalt integriert. aufbruch, erhalt der eigenen nationalen identität oder gerechtigkeit sind zu floskeln degeneriert und dienen ledigich temporären whalkampf gedöns…der weg zur sich aufblähenden, totalitären eu diktatur bahnt sich den weg über diese helfershelfer…..es ist bedauerlich ! aber die eigenen kinder werden es bezahlen müssen. andererseits sprchen die folgenden generationen wohl eher arabisch in allen facetten. naja, freuen wir uns einfach für uns…..

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

weiterlesen

Allgemein

Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

weiterlesen

Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage