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Brexit: Kommt der Kuh-Handel mit der EU? Pfund schießt durch die Decke!

Kommt der Deal: Ihr, liebe Briten, zahlt - dafür behaltet ihr vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt?

FMW-Redaktion

Das britische Pfund mit einem starken Anstieg heute – was ist da los? Sehen wir uns zunächst einmal die Rakete beim Cable an:

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Auslöser des Anstiegs sind zunächst Aussagen des „Brexit-Zars“ David Davis, der innerhalb der britischen Regierung Verantwortliche für die Verhandlungen mit der EU: auf die Frage eines Parlamentariers, ob die Regierung erwäge, der EU die (regelmäßige) Zahlung von Geldern anzubieten und im Gegenzug dafür den vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu behalten, sagte Davis: das wichtigste sei, dass britische Unternehmen den vollen Zugang zum europäischen Markt behalten würden – und wenn das mit solchen Zahlungen ermöglicht würde, sei das selbstverständlich eine Überlegung:

„The major criterion here is that we get the best possible access for goods and services to the European market and if that is included in what he’s talking about then of course we would consider it.“

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David Davis, explizit für den Brexit wurde er als Minister ernannt. Foto: UK Government/Wikipedia (OGL3)

Weiteren Auftrieb erhielt das Pfund dann durch Aussagen des holländischen Finanzministers und daher Mitglieds der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem: man könne, so der Holländer, durchaus Wege finden, die es britischen Unternehmen erlaubten, den vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu behalten!

Also eine Art Gebühr für Marktzugang! Wie sang einst ein bayerischer Barde: „Ois was zählt auf derer Welt is a geild“ (Übersetzung für die norddeutschen Muschel-Schubser: „Alles was zählt auf dieser Welt ist Geld“).

Aber klar ist auch: angesichts der derzeitigen Weltlage ist auch die EU daran verstärkt interessiert, dass die Briten sich trotz Brexit nicht zu weit entfernen. Daher ist die Chance auf einen solchen Deal nicht wirklich klein..

Wie auch immer: der britische Leitindex FTSE100 findet das alles nicht so sexy – und muß deutliche Abgaben verkraften:

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Der FTSE entwickelt sich zuletzt schwächer als der Dax – und der war ja auch nicht gerade der Überflieger angesichts der Rally an den US-Aktienmärkten:

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(Dax schwarz, FTSE100 orange)



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2 Kommentare

  1. müsste ein soft brexit dem dax nicht auch gut tun? der exportlastige dax kauft die geschichte derzeit aber nicht, denn der fällt derzeit

  2. Die Briten zahlen weiter in die EU ein und bekommen dafür Marktzugang. Bei den Negativentwicklungen der EU müssen sie jedoch mitmachen, sprich keine Masseneinwanderung mehr zulassen, keine Islamisierung zulassen, generell keine EU-Ideologie beibehalten. Hört sich nach einem Top-Deal für UK an. Jedoch gibt es dann keine Daseinsberechtigung für die EU in der jetzigen Form. So wie UK sollte es jedes Land machen.

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