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Devisen

Brexit: Kommt der Kuh-Handel mit der EU? Pfund schießt durch die Decke!

Kommt der Deal: Ihr, liebe Briten, zahlt – dafür behaltet ihr vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt?

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Das britische Pfund mit einem starken Anstieg heute – was ist da los? Sehen wir uns zunächst einmal die Rakete beim Cable an:

gbpusd01-12-16

Auslöser des Anstiegs sind zunächst Aussagen des „Brexit-Zars“ David Davis, der innerhalb der britischen Regierung Verantwortliche für die Verhandlungen mit der EU: auf die Frage eines Parlamentariers, ob die Regierung erwäge, der EU die (regelmäßige) Zahlung von Geldern anzubieten und im Gegenzug dafür den vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu behalten, sagte Davis: das wichtigste sei, dass britische Unternehmen den vollen Zugang zum europäischen Markt behalten würden – und wenn das mit solchen Zahlungen ermöglicht würde, sei das selbstverständlich eine Überlegung:

„The major criterion here is that we get the best possible access for goods and services to the European market and if that is included in what he’s talking about then of course we would consider it.“

david_davis_2016
David Davis, explizit für den Brexit wurde er als Minister ernannt. Foto: UK Government/Wikipedia (OGL3)

Weiteren Auftrieb erhielt das Pfund dann durch Aussagen des holländischen Finanzministers und daher Mitglieds der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem: man könne, so der Holländer, durchaus Wege finden, die es britischen Unternehmen erlaubten, den vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu behalten!

Also eine Art Gebühr für Marktzugang! Wie sang einst ein bayerischer Barde: „Ois was zählt auf derer Welt is a geild“ (Übersetzung für die norddeutschen Muschel-Schubser: „Alles was zählt auf dieser Welt ist Geld“).

Aber klar ist auch: angesichts der derzeitigen Weltlage ist auch die EU daran verstärkt interessiert, dass die Briten sich trotz Brexit nicht zu weit entfernen. Daher ist die Chance auf einen solchen Deal nicht wirklich klein..

Wie auch immer: der britische Leitindex FTSE100 findet das alles nicht so sexy – und muß deutliche Abgaben verkraften:

ftse10001-12-16

Der FTSE entwickelt sich zuletzt schwächer als der Dax – und der war ja auch nicht gerade der Überflieger angesichts der Rally an den US-Aktienmärkten:

daxuk100
(Dax schwarz, FTSE100 orange)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    wibe69

    1. Dezember 2016 13:08 at 13:08

    müsste ein soft brexit dem dax nicht auch gut tun? der exportlastige dax kauft die geschichte derzeit aber nicht, denn der fällt derzeit

  2. Avatar

    frank.trg

    1. Dezember 2016 13:25 at 13:25

    Die Briten zahlen weiter in die EU ein und bekommen dafür Marktzugang. Bei den Negativentwicklungen der EU müssen sie jedoch mitmachen, sprich keine Masseneinwanderung mehr zulassen, keine Islamisierung zulassen, generell keine EU-Ideologie beibehalten. Hört sich nach einem Top-Deal für UK an. Jedoch gibt es dann keine Daseinsberechtigung für die EU in der jetzigen Form. So wie UK sollte es jedes Land machen.

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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am

Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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Allgemein

Brexit: Boris Johnson – steuern auf No Deal zu, harter Abgang wahrscheinlich

Markus Fugmann

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am

Kommt doch der harte Brexit? Boris Johnson hat genau das soeben angedeutet: solange sich die EU nicht bewege, so der britische Premier, werde es einen No Deal beim Brexit geben. Man würde dann eine Vereinbarung haben wie zwischen der EU und Australien, so Johnson.

Johnson weiter in Schlagzeilen:

– der von der EU vorgeschlagene Deal wie zwischen der EU und Kanada wird nicht funktionieren

– die EU hat nicht wirklich ernsthaft verhandelt, daher sollten wir uns auf einen Brexit ohne Deal vorbereiten

Das britische Pfund zunächst stärker unter Druck, nun aber doch mit einer (volatilen) Erholungsbewegung. Vermutlich gehen die Märkte davon aus, dass doch zu viel auf dem Spiel steht und halten daher die Aussagen von Johnson für eine Drohgebärde ohne wirklich ernsten Hintergrund. Aber aus unserer Sicht meint es Johnson durchaus ernst..

Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher, sagt Premier Johnson

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