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Brexit-Lösung diesmal in Sicht? Britisches Pfund steigt

Claudio Kummerfeld

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Ist das der Durchbruch im Brexit-Chaos? Geht es nun voran in Sachen geregelter Brexit? Gestern Abend nach einer langen Sitzung mit ihrem Kabinett sagte Theresa May, dass sie der Opposition anbiete, dass man sich zusammen hinsetze und versuchen solle sich auf einen gemeinsamen Plan für den Brexit zu einigen. Der Plan solle sicherstellen, dass Großbritannien tatsächlich die EU verlasse, und das geregelt mit einem Deal.

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Diese Aussage ist eine fundamentale Kehrtwende in May´s Politik. Sie wendet sich von ihren parteiinternen Brexit-Hardlinern ab, und versucht nun offenbar zusammen mit der Opposition eine Mehrheit auf die Beine zu stellen für einen Deal, und das vor dem 12. April. Dann kann der harte Brexit nämlich noch verhindert werden.

Labour-Chef Jeremy Corbyn zeigte sich freudig überrascht über May´s Aussagen und sagte, ihm sei wichtig, dass das Parlament nun zügig sicherstellen könne, dass ein ungeregelter Brexit ausgeschlossen wird. Und was Boris Johnson und seine Hardliner dazu sagen? Das ist doch klar. Der schäumt aktuell vor Wut. Der Brexit werde letztlich weich und würde zerfallen. Großbritannien habe dann zukünftig keine Kontrolle über seine Gesetzgebung und Handelspolitik.

Und mit diesen neuen Gesprächen mit der Opposition hat Theresa May eine gute Argumentationsgrundlage, um nun wohl die EU-Mitgliedsstaaten in der kommenden Woche zu bitten, dass die Brexit-Frist (12. April) nochmal nach hinten verschoben wird. Wir denken mal als Außenstehende: Die EU wird May einen erneuten Aufschub gewähren.

Nur wie geht es auf der Insel weiter? Wenn Theresa May Stimmen aus der Opposition für einen Deal bekommt, verliert sie aber wohl Stimmen aus der eigenen Partei. Und möglich ist ja auch eine Meuterei aus den eigenen Reihen gegen Theresa May. Dann wäre wieder fraglich, ob die Gespräche mit Corbyn unter einem neuen Premier überhaupt fortgeführt werden.

Das Chaos geht weiter. Aber das Zeichen, dass mit Stimmen der Opposition womöglich doch ein Deal zu erzielen sein könnte, hilft dem Pfund aktuell auf die Beine. Wo wir seit Tagen staunen, warum der Devisenmarkt so optimistisch für das Pfund ist, da sagen wir heute: Mit dieser Kehrtwende von May könnte die Wahrscheinlichkeit für einen Deal in der Tat steigen, und der Optimismus der Pfund-Bullen wird mit einem realen Deal-Szenario untermauert. Dennoch bleiben die Unsicherheiten extrem groß! Also Vorsicht, bevor Sie stumpf Long gehen im Pfund. Wir geben da ganz bewusst keinerlei Empfehlung ab! Pfund vs US-Dollar notierte gestern vor May´s Zuwendung an die Opposition bei 1,3025. Über Nacht ist es geklettert auf aktuell 1,3182.

Pfund vs USD - Brexit
Pfund vs USD seit dem 22. März.

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Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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