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Brexit-Lösung diesmal in Sicht? Britisches Pfund steigt

Ist das der Durchbruch im Brexit-Chaos? Geht es nun voran in Sachen geregelter Brexit? Gestern Abend nach einer langen Sitzung mit ihrem Kabinett sagte Theresa May, dass sie der Opposition anbiete, dass man sich zusammen hinsetze und versuchen solle sich auf einen gemeinsamen Plan für den Brexit zu einigen. Der Plan solle sicherstellen, dass Großbritannien tatsächlich die EU verlasse, und das geregelt mit einem Deal.

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Diese Aussage ist eine fundamentale Kehrtwende in May´s Politik. Sie wendet sich von ihren parteiinternen Brexit-Hardlinern ab, und versucht nun offenbar zusammen mit der Opposition eine Mehrheit auf die Beine zu stellen für einen Deal, und das vor dem 12. April. Dann kann der harte Brexit nämlich noch verhindert werden.

Labour-Chef Jeremy Corbyn zeigte sich freudig überrascht über May´s Aussagen und sagte, ihm sei wichtig, dass das Parlament nun zügig sicherstellen könne, dass ein ungeregelter Brexit ausgeschlossen wird. Und was Boris Johnson und seine Hardliner dazu sagen? Das ist doch klar. Der schäumt aktuell vor Wut. Der Brexit werde letztlich weich und würde zerfallen. Großbritannien habe dann zukünftig keine Kontrolle über seine Gesetzgebung und Handelspolitik.

Und mit diesen neuen Gesprächen mit der Opposition hat Theresa May eine gute Argumentationsgrundlage, um nun wohl die EU-Mitgliedsstaaten in der kommenden Woche zu bitten, dass die Brexit-Frist (12. April) nochmal nach hinten verschoben wird. Wir denken mal als Außenstehende: Die EU wird May einen erneuten Aufschub gewähren.

Nur wie geht es auf der Insel weiter? Wenn Theresa May Stimmen aus der Opposition für einen Deal bekommt, verliert sie aber wohl Stimmen aus der eigenen Partei. Und möglich ist ja auch eine Meuterei aus den eigenen Reihen gegen Theresa May. Dann wäre wieder fraglich, ob die Gespräche mit Corbyn unter einem neuen Premier überhaupt fortgeführt werden.

Das Chaos geht weiter. Aber das Zeichen, dass mit Stimmen der Opposition womöglich doch ein Deal zu erzielen sein könnte, hilft dem Pfund aktuell auf die Beine. Wo wir seit Tagen staunen, warum der Devisenmarkt so optimistisch für das Pfund ist, da sagen wir heute: Mit dieser Kehrtwende von May könnte die Wahrscheinlichkeit für einen Deal in der Tat steigen, und der Optimismus der Pfund-Bullen wird mit einem realen Deal-Szenario untermauert. Dennoch bleiben die Unsicherheiten extrem groß! Also Vorsicht, bevor Sie stumpf Long gehen im Pfund. Wir geben da ganz bewusst keinerlei Empfehlung ab! Pfund vs US-Dollar notierte gestern vor May´s Zuwendung an die Opposition bei 1,3025. Über Nacht ist es geklettert auf aktuell 1,3182.

Pfund vs USD - Brexit
Pfund vs USD seit dem 22. März.



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