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Brexit – neue Wege für die EU

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Eine Countdown-Uhr, die auf die Residenz des Premierministers in der Downing Street 10 projiziert wurde, markierte die letzten Minuten der Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union am 31. Januar 2020. Als die Uhr gegen 23 Uhr tickte, feierte die Hälfte des Landes. Die andere Hälfte trauerte. Die Geschichte von Großbritanniens Bruch mit der Europäischen Union begann lange bevor 52 Prozent der Wähler bei einem Referendum im Juni 2016 beschlossen, den Bund zu verlassen. Und obwohl Großbritannien offiziell seine EU-Mitgliedschaft widerrufen hat, ist die langwierige und mühsame Scheidung noch lange nicht vorbei. Brexit ist in eine neue Phase eingetreten, in der Großbritannien und die EU daran arbeiten, alle Details ihrer zukünftigen Beziehung zu klären: Handel, Finanzdienstleistungen, Sicherheitskooperation und vieles mehr.

Auch die Finanzmärkte blieben von diesen Entwicklungen nicht verschont. Kombiniert mit den jüngsten Entwicklungen der Corona-Pandemie, erlebte der Aktienhandel in Europa einige Hochs und Tiefs. Jedoch trägt auch der baldige Brexit nicht zu einem Gleichgewicht auf den Finanzmärkten bei. Auf den europäischen Märkten sank der CAC 40 in Paris um 0,7% und der DAX 30 in Frankfurt um 0,2%. Das liegt vor allem an der Unsicherheit der Anleger über die künftige Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU.

Diese Unsicherheit belastet auch den britischen Aktienmarkt. Am Dienstag waren die Aktienkurse in London weiter rückläufig, da die Anleger zunehmend befürchten, dass es keinen Brexit-Deal geben wird.

Der wichtigste Aktienindex im Vereinigten Königreich, der Financial Times Stock Exchange Index fiel bereits um 0,4% auf 6.530,90 Punkte. Genauso wie der FTSE 250-Index für mittelgroße Unternehmen, welcher auch um 0.4% auf 19.845,35 Punkte fiel.

Auch das britische Pfund hatte einen schlechten Start in die Handelswoche gegenüber allen anderen Hauptwährungen, wobei die Pfund-Euro-Wechselkurse ein Monatstief erreichten und das Pfund auch gegenüber allen anderen Hauptwährungen um 1% gefallen war. Doch die Nachricht, dass Premierminister Boris Johnson nach Brüssel reisen wird, um ein Handelsabkommen mit der EU zu retten, führte wieder zu einem Anstieg auf 1,10 €.

Bei dem Treffen werden sich der britische Premierminister und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen um eine Einigung über ein Post-Brexit-Handelsabkommen bemühen. Dabei wird eine Liste von noch bestehenden Differenzen erstellt. Diese beinhaltet beispielsweise Regelungen bei der Fischerei und im Handel.

Man kann nur abwarten, wie sich die weiteren Entwicklungen in Sachen Pandemie und Brexit auf den Finanzmarkt auswirken werden. Die britische Regierung lehnte es jedoch vorerst ab, die Übergangsperiode zu verlängern, ungeachtet der Ansicht der EU, dass der Zeitplan unrealistisch ist und es bald Neujahr ist. Es ist möglich, dass ein Handelsabkommen nicht abgeschlossen und die Verhandlungen abgebrochen werden, was zu einem „No-Deal Brexit“ führen könnte. Jedoch wird Großbritannien auch nach der Abspaltung von der EU am 31. Januar 2020 vorerst weiterhin die EU-Bestimmungen erfüllen, während einer „Brexit-Übergangszeit“ auch noch in Zukunft erstmal ein Teil der EU-Zollunion bleiben.

Aber wie sollte die Europäische Union auf die Entscheidung Großbritanniens reagieren, mit einem harten Brexit aus der Union auszutreten? Dies ist die Frage, die im Zentrum der politischen Debatte in Europa steht, seit Brexit Realität geworden ist. Es ist an der Zeit, dass die EU sich auf die Seite der Verlierer der Globalisierung stellt, anstatt auf eine Politik zu drängen, die hauptsächlich den Gewinnern zugutekommt. Auch die Überlegung, einen Finanzbinnenmarkt in der EU zu schaffen, sollte in Betracht gezogen werden. Mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt spielt hier die Stadt als zentraler Finanzsektor Europas eine große Rolle.

Wir können momentan nur spekulieren, wie sich der Finanzmarkt unter all diesen Einflüssen weiter schlagen wird, aber eines ist sicher, es bleibt spannend!

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Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

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