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Brexit: Realität bei den Unternehmen – Gewinnwarnung von Next, Aktie stürzt ab!

FMW-Redaktion

Die britische Wirtschaft liefert derzeit ja durchaus anständige Daten – so gestern etwa der Einkaufsmanagerindex Gewerbe, der mit 56,1 deutlich besser ausgefallen war als die prognostizierten 53,3 – einer der besten Werte der letzten Jahre. Also alles schick im Brexit-Land?

Wie aber ist die Lage bei einzelnen Firmen? Auch so rosig? Wohl eher nicht, das zeigt die heutige Gewinnwarnung des Textilunternehmens Next (aus der Stadt des englischen Meisters Leicester). Next Group ist das drittgrößte Bekleidungsunternehmen in UK mit ca. 60.000 Mitarbeitern. Und heute der Schock: das Unternehmen warnte, dass man sich auf „schwere Zeiten“ vorbereite:

“The year ahead looks set to be another challenging year. We are preparing the company for tougher times.”

Das Unternehmen senkte heute Umsatz- und Gewinnerwartung für das Jahr 2017:

“The year ahead looks set to be another challenging year,” the retailer said in a statement. “We are preparing the company for tougher times.”

Und weiter:

“We expect the cyclical slowdown in spending on clothing and footwear to continue into next year”.

Man erwartet also die Fortsetzung des Abwärtstrends, und das vor allem, weil die Briten faktisch weniger Geld in den Taschen haben. Die Inflation steigt, die Löhne ziehen nicht mit – das hat sich schon im Weihnachtsgeschäft gezeigt, das schwächer ausgefallen ist als im letzten Jahr (-0,4%), während Prognosen einen Anstieg von 2,2% erwartet hatten.

Dabei hat Next nicht nur ein Absatzproblem, sondern vor allem auch ein Einkaufsproblem: der Absturz des Pfunds seit dem Brexit-Votum schlägt direkt auf die Margen, weil man die Stoffe für seine Textilien überwiegend im Ausland einkauft.

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Das Logo der Firma Next, Foto. Gemeinfrei

Die Aktie von Next fällt 13% nach der Gewinnwarnung:

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Und zieht damit viele Einzelhandelswerte mit nach unten – auch Tesco, das einer der größten Player auch im Bekleidungsmarkt ist. Daher heute auch Schwäche beim FTSE100, der gestern noch ein neues Allzeithoch erreicht hatte.

Die Frage ist: wem glaubt man – den Unternehmen, die Umsatz- und Gewinnwarnungen veröffentlichen müssen – oder Stimmungsindikatoren wie Einkaufsmanagerindizes, die noch sehr gut aussehen? Wir tendieren hier klar zu den Unternehmen – die schweren Zeiten kommen noch für die britische Wirtschaft im Gefolge des Brexits!



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