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Brexit-Umfrage: ein Think Tank schockt die Weltmärkte – und die „Eiserne Lady“

Es ist die neueste Brexit-Umfrage, die die Märkte in Asien und Europa schwer unter Druck bringt: demnach wollen 52% die EU verlassen, nur 33% würden für einen Verbleib stimmen.

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist die neueste Brexit-Umfrage, die die Märkte in Asien und Europa schwer unter Druck bringt: demnach wollen 52% die EU verlassen, nur 33% würden für einen Verbleib stimmen. Die Umfrage wurde ausgeführt von Opinium Poll im Auftrag des Think Tanks „Bruges Group“, der sich für einen Brexit einsetzt.

Sind die Umfrageergebnisse anzuzweifeln, weil der Auftraggeber eine klare Präferenz hat, dass UK die EU verlassen sollte? Möglich, aber nicht sicher. Doch soll eine Botschaft von dieser Umfrage ausgehen: die Brexit-Befürworter haben eine reale Chance auf Erfolg, was viele zuvor angezweifelt hatten. Damit ist die Umfrage in erster Linie ein Mutmacher für die „Leave“-Kampagne. Und daher lohnt der Blick auf den Auftraggeber der Umfrage, den Think Tank Bruges Group.

Die Bruges Group wurde 1989 gegründet als Sprachrohr für ein weniger zentralistisches, von Brüssel gesteuertes Europa und Großbritannien. Leitmotiv ist eine Rede von Margaret Thatcher 1988 in Brügge (englisch: Bruges), wo sie folgenden Satz sagte:

„We have not successfully rolled back the frontiers of the state in Britain, only to see them re-imposed at a European level“.

(Den Wortlaut der Rede Thatchers finden Sie hier..).

Margaret_Thatcher
Margret Thatcher
Foto: Margaret Thatcher Foundation, (CC BY-SA 3.0)

Nun muß man wissen, dass in der Umfrage explizit die Frage gestellt war, ob man für ein Freihandelsabkommen mit der EU sei, auch wenn UK nicht mehr in der EU sei. Das ist leicht suggestiv, weil es voraussetzt, dass UK problemlos im Grunde die Vorteile einer Mitgliedschaft behalten würde, selbst wenn man die EU verlassen würde – das aber ist in der Realität alles andere als sicher! Mithin hatte die Umfrage also einen leicht suggestiven „touch“, daher vermutlich auch der bisher größte Vorsprung für die Brexit-Befürworter aller bisherigen Umfragen!

Am Freitag hatten zwei Umfragen noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen gezeigt: die Umfrage von Opinium im Auftrag des „Observer“ mit 43% für „Remain“, nur 41% für „Leave“. Und die Umfrage von YouGov mit 42% für den Verbleib, 43% für den Brexit. Dieses Kopf-an-Kopf-Rennen dürfte die wahre Stimmung wohl eher widerspiegeln als ein 19%-Vorsprung für das Brexit-Lager!

Vermutlich werden daher die anstehenden BBC-Fernsehdebatten die Wahl entscheiden. Die erste am Mitttwoch (15.Juni), die vermutlich noch wichtigere dann am 21.Juni. Allgemein nimmt man an, dass, je größer die Wahlbeteiligung ist, desto größer die Chancen für das „Drinbleiben-Lager“ sind.

Was würde passieren, wenn die Briten für den Brexit stimmen (das Ergebnis liegt erst ca. 09.00Uhr am 24.Juni vor)? Zunächst einmal würde wohl die EZB die Banken sofort mit Liquidität versorgen, darauf deuten Aussagen des EZB-Mitglieds Rimsevics. Dann hätten die EU und UK zwei Jahre Zeit, den Prozeß der Trennung zu handhaben – dieser Zeitraum kann verlängert werden, wenn dem alle dann verbleibenden 27 EU-Staaten zustimmen würden. Und Premier Cameron würde wohl zeitnah zurücktreten.

Wichtiger aber ist, dass dann alle separatistischen Bewegungen (nicht nur in Europa) sich ermuntert fühlen würden. Es droht also der Auseinanderfall der EU – und das ist vor allem der Grund, warum die Märkte einen Brexit fürchten – und fürchten sollten, weil völlig unklar ist, was dann kommt..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    joah

    13. Juni 2016 10:16 at 10:16

    Anstatt die berichterstattende Energie auf noch weitere kommende Studien zu richten und damit zu vergeuden, sollte man den Fokus besser mal wieder auf die Ereignisse im Hintergrund richten, welche sonst dadurch untergehen. Die immer jeden Tag neuen Spekulationen darüber bringen überhaupt nichts und fördern keinesfalls eine neue Erkenntnis zutage.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Juni 2016 10:28 at 10:28

      @joah, und was sind die „Ereignisse im Hintergrund“??

      • Avatar

        joah

        13. Juni 2016 10:31 at 10:31

        Genau diese gilt es offenzulegen, folglich zuvor zu suchen. Dies war mehr unspezifisch gemeint.

  2. Avatar

    bademeister

    13. Juni 2016 10:32 at 10:32

    …was dann kommt?

    Den Grexit haben wir ja auch nicht gesehen aus Angst davor, was dann kommen könnte, auch hier wird jedwede Entscheidung auf die lange Bahn geschoben.

    Der einzige Grund dafür, dass ein Brexit nicht kommen wird, ist vermutlich genau diese Angst vor Entscheidungen und Veränderungen.

    Die nächsten zwei Wochen tun wir halt wieder so….die Demokratie im Königreich zwischen Befürwortern und Gegnern soll ja offensichtlich heraufbeschworen werden, bevor danach am 23. Juni die Angst und das europäische Establishment sich wieder einmal als die wahren Führer und Beweggründe entpuppen werden.

    Und war es nicht schon in den letzten 15 Jahren immer so bei einem gleichartigen Referendum?: Wir stimmen solange ab (auch schon vor der eigentlichen Abstimmung), bis wir ein europäisch brauchbares Ergebnis haben.

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      13. Juni 2016 22:41 at 22:41

      „Wir stimmen solange ab (auch schon vor der eigentlichen Abstimmung), bis wir ein europäisch brauchbares Ergebnis haben.“

      So wird es kommen. Wenn dem nicht so wäre, wär das der Anfang vom Ende für den EU Superstaat und seinen Allmachtsfantasien über ein zentral regiertes, europäisches Großreich (Hitlers späte Rache?).

  3. Avatar

    oscar

    13. Juni 2016 11:48 at 11:48

    es ist wie immer. politik und das geschäft mit der angst blüht und entmündigt den bürger noch mehr. nur liefern sich über kurz oder lang, alle ans messer. diese eu ist ein böser, durchtriebener haufen von machtirren und spekulanten in einer voll diktatorischen form geworden. da wird alles benutzt um den bürger vor veränderung zu warnen, natürlich über warnungen und furcht. aber die gibt es leider mehr als berechtigt eh in der realen „gesell. realität“. und diese wird sich sehr spürbar vor jeder haustür aufbäumen ! diese politik im schlepptau der entfesselten finanzverbrecher ist nur noch zu verachten ja und echt zu begrenzen oder abzuschaffen ! wir sehen das messer und bekommen gesagtt, nö das ist ein gummibärchen, also liebe lemminge lauft schön weiter……ihr seid doch mündig und wir machen das schon für uns…ähm für euch !

  4. Avatar

    Peter

    13. Juni 2016 15:32 at 15:32

    Ich habe öfter Besuch aus UK und frage immer nach dem aktuellen Brexit-Stand. Keiner von denen rechnet ernsthaft damit.
    Ja, ich weiß, die Fallzahl hier ist jetzt sehr gering und überhaupt nicht repräsentativ, jedoch würde ich die aktuelle (bezahlte) Umfrage nicht überbewerten.
    In diesen Tagen kann man ein paar Pfund guenstiger auf die Seite legen und wenn doch der Brexit überraschend kommen sollte, wird es noch billiger und ich mache dann öfter Urlaub in UK.
    Es gibt bei einem Brexit eine Menge handfester Nachteile und zusätzlicher Risiken, aber auch Vorteile:
    Einer wäre, dass die Blockade der Briten bei EU-Entscheidungen endlich aufhört …

  5. Avatar

    Daniel

    15. Juni 2016 00:09 at 00:09

    Wer brauch denn die EU? Dieser aufgeblähte Molloch an Inkompetenz und Bürokratie war doch nur ein Ziehkind von Börsen und Finanzmärkten die die „unkontrollierte“ Pleite und den dazugehörigen Dominoeffekt einzelner Staaten hinauszögern sollen.
    Europa steht am Abgrund wie in den dreißiger Jahren, nur das man heutzutage versucht hat mit Billionen von Euro die Stabilität noch ein paar Jahre weiter zu erhalten. Mit Blick auf Griechenland muss man sich doch eingestehen das hier niemand vor der Pleite gerettet wurde. Diese EU wurde nur geschaffen um alle Schulden und Geldwerte so hin und her zu transferieren bzw. zu vermischen das irgendwann Die große Währungsreform kommt um alle Staaten gleichzeitig zu entschulden. Und dazu alle Bürger zu enteignen die ihre Mittel nicht ins trockene gebracht haben.
    Zu den Briten möchte ich sagen:
    Man ist keine Ratte wenn man dieses sinkende Schiff verlässt!
    bzw.:
    Oder pumpt weiter Milliarden in „Die Rettung“ hoffnungslos verschuldeter Olivenstaaten.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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