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Brexit – was verschweigt Boris Johnson?

Hannes Zipfel

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am

Entgegen die mittlerweile veränderte Gesetzeslage in Großbritannien und trotz gescheiterter Verhandlungen mit der EU in Sachen Brexit, bleibt der britische Premier bei seiner Aussage: „Am 31. Oktober kommt es zum Brexit, mit oder ohne Deal“. Aber wie will er das anstellen?

Brexit – wie weit ist Johnson bereit, zu gehen?

Der zukünftige Status zwischen Großbritannien und den 27 EU-Staaten ist auch nach den gestrigen Konsultationen des britischen Premiers Johnson mit dem noch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker völlig unklar. Das Treffen endete ohne Ergebnis. Johnson boykottierte sogar unter einem Vorwand die nach dem Meeting geplante Pressekonferenz.

Doch die Zeit drängt: Es sind nur noch sechs Wochen bis zum Showdown. Eine Lösung wären Neuwahlen noch vor dem avisierten Brexit-Termin Ende Oktober. Diese Möglichkeit ist aber unwahrscheinlich, da Johnson die dafür erforderliche Zweidrittelmehrheit im Unterhaus nicht erhält. Die Angst der oppositionellen Labour Party, die Wahlen unter dem in seiner eigenen Partei und der Bevölkerung unbeliebten linken Politiker Jeremy Corbyn zu verlieren, ist zu groß. Jüngste Umfragen von Politico sehen die Torys (Cons) unter Premier Johnson mit 33 Prozent weit vor Labour (Lab) mit nur 25 Prozent. Zusammen mit den rechnerischen 13 Prozent der Brexit Party (BP) von Nigel Farage könnte Johnson unter Berücksichtigung des britischen Mehrheitswahlrechts auch nach Neuwahlen Premierminister bleiben. Damit würde aber auch die gegenseitige politische Blockade in Westminster andauern.

Brexit Parlament Voting

Die zweite Möglichkeit wäre, dass die 27 EU-Staaten sich nicht einstimmig auf eine Brexit-Verschiebung einigen können, da die EU dafür stets eine von zwei Voraussetzungen erfüllt sehen wollte: entweder Neuwahlen oder ein zweitens Referendum. Beides ist derzeit sehr unwahrscheinlich. Aktuelle Umfragen von Politico zeigen, dass nur noch 44 Prozent der Briten für den Brexit stimmen würden, 49 Prozent dagegen. Damit ist unter Boris Johnson eine Neuauflage des Plebiszits von 2016 undenkbar. Also könnte ein harter Brexit Ende Oktober, zumindest theoretisch, auch auf Initiative der EU erfolgen.

Boris Johnson bleibt noch eine dritte Möglichkeit, sofern kein Verhandlungswunder in Brüssel geschieht: der Rechtsbruch.

Nach jahrelangem Hick-Hack und der zunehmenden Gefahr eines neuen Referendums sprechen sich mittlerweile 52 Prozent der Leave-Voters (Brexit-Befürworter) für einen offenen Rechtsbruch ihres Premierministers aus. Er könnte alle geltenden Gesetze ignorierend den harten Brexit durchziehen. Für Johnson würde dies zunächst ernsthafte juristische Konsequenzen haben, da er trotz parlamentarischer Immunität an die Rechtsstaatsprinzipien Großbritanniens gebunden ist.

Die Königin Queen Elisabeth II. könnte Johnson gleichwohl nach einer Verurteilung gemäß ihrer Gnadenbefugnis (Prärogative) als monarchisches Staatsoberhaupt auf Bitte des Premierministers jedwede rechtskräftige Strafe wieder erlassen.

Dem engsten Berater von Johnson, Dominic Cummings, werden solche Planungen zugetraut. Cummings ist der Mastermind hinter der Brachial-Politik Johnsons. Wider erwarten ist er in dieser Funktion immer noch aktiv, obgleich er wegen seiner Vorschläge zur verlängerten Parlaments-Pause und dem Rausschmiss von 21 widerspenstigen Abgeordneten aus der Tory-Fraktion auch bei den Konservativen extrem umstritten ist.

Das Dilemma der Queen

Noch in dieser Woche wird der Supreme Court in London über Klagen gegen die Zwangspause des britischen Parlaments entscheiden. Geben die obersten Richter den Klägern recht, könnte Boris Johnson der oppositionelle Wind durch eine vorgezogene Wiedereröffnung des Parlaments durch die Queen früher wieder ins Gesicht wehen, als geplant. Allerdings würde das kaum noch etwas ändern, da das Gesetz zur Verschiebung des Brexit um drei Monate bereits von der Queen unterschrieben wurde und damit in Kraft ist. Nur noch eine Änderung der Verfassung des Vereinigten Königreichs könnte Johnson alle Optionen nehmen. Doch das ist in der jetzigen politischen Konstellation unmöglich.

Viel entscheidender ist daher, wie Queen Elisabeth II. sich in Sachen Brexit positioniert. Ihre grundsätzliche Skepsis gegenüber der EU-Zugehörigkeit hatte ich bereits in einem früheren Artikel dargelegt. Doch nun könnte sie gezwungen werden, als Staatsoberhaupt in die aktive Politik einzugreifen: für oder gegen Johnson.

Schaut man sich die Entschlossenheit des Premiers an, die gestern erst wieder in einem BBC-Interview zu bestaunen war, hält man mittlerweile alles für möglich. Johnson formulierte dabei voller Inbrunst einen eigentlich widersprüchlichen Satz: „Ich werde die Verfassung aufrechterhalten, ich werde das Gesetz befolgen, aber wir werden am 31. Oktober austreten.“

Entweder es handelt sich dabei um einen Bluff, um den Druck in den Verhandlungen mit Juncker aufrecht zu erhalten, der übrigens noch genau bis zum 31. Oktober im Amt ist, oder aber diese Aussagen sind ein Hinweis auf das Eingreifen der Queen zur Sicherstellung des Brexit zum Ultimo Oktober.

Das wäre eine politische Sensation und für viele Kontinentaleuropäer wohl ein Schock.

Fazit

Überrascht Premier Johnson mit einer weiteren unkonventionellen politischen Volte und zieht den harten Brexit doch noch durch? Zieht die Queen ein Kaninchen aus einem ihrer schicken Hüte und mischt sich aktiv in die Politik ein? Oder kommt es tatsächlich zu einer Verlängerung der Brexit-Tragödie? Mittlerweile ist in dieser Never Ending Story ein Punkt erreicht, an dem es ökonomisch immer weniger eine Rolle spielt, ob es in sechs Wochen zu einem harten Schnitt kommt oder zu einer nochmaligen Verzögerung. Beides wäre destruktiv. Die Verunsicherung bei den betroffenen Unternehmen führt bereits zu wirtschaftlicher Lähmung auf der Insel und auf dem Kontinent. Der Gordische Knoten muss endlich durchschlagen werden, auf die ein oder andere Weise, auch im Interesse der Glaubwürdigkeit der britischen Demokratie. Vielleicht ist Boris Johnson auch deshalb so hartnäckig in seiner Haltung, wohlwissend, dass er letztendlich zusammen mit der Queen die verfassungsgemäße Macht dazu hat.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    rote_pille

    17. September 2019 20:03 at 20:03

    31. Oktober? Ein solider Brexit-Termin.

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Aktien

Shortsqueeze: Shortselling – so gefährlich wie selten zuvor!

Junge Trader handeln Aktien mit einer hohen Shortquote – und bringen Hedgefunds durch einen Shortsqueeze an den Rand des Abgrunds!

Wolfgang Müller

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am

Es war die Meldung des gestrigen Tages an der Wall Street: Der Hedgefonds Melvin Capital hat sein Engagement bei GameStop beendet, damit seine leerverkauften Aktien zurückgekauft, als Opfer eines Shortsqueeze hat Melvin Capital gewaltige Verluste eingefahren.

Sicherlich das Extrem in einer Entwicklung, die aber schon längere Zeit zu beobachten ist. Wetten auf fallende Kurse – Shortselling – sind derzeit gefährlicher denn je! Ein Überblick über das Coronajahr 2020 offenbart ein Fiasko.

Shortsqueeze: Eine Idee macht Schule

GameStop ist kein Einzelfall. Die jungen Trader der Generation RobinHood haben aus ihren Erfolgen anscheinend den Schluss gezogen, dass man bei Aktien mit einer hohen Shortquote sehr leicht Gewinne einfahren kann – durch einen Shortsqueeze, der Leerverkäufer zu Eindeckungskäufen zwingt. Durch organisierte Käufe von Aktien und Optionen, die die Shortseller unter Druck bringen. Diese müssen ihre Positionen schließen, sprich die Aktien kaufen und die Spirale dreht sich weiter nach oben. So realisiert beim Kinobetreiber AMC Entertainment oder beim Einzelhändler Bed Bath & Beyond. Der Name für das Spiel heißt Shortsqueeze, ein Begriff, der bei Google im Januar mit dem Faktor 15 nachgefragt wurde und dreimal so oft, wie beim bisherigen Hoch.

Generation Z oder doch Y?

Vermutlich Letztere, denn die unter 25-Jährigen haben wohl mehr mit ihren Studentenkrediten zu tun, von denen viele unter Wasser stehen. Das Durchschnittsalter der 13 Millionen RobinHooder ist zuletzt leicht über 31 Jahre gestiegen, entsprechend dem Median der Generation Y. Da die durchschnittliche Depotgröße vor Kurzem noch bei unter 5000 Dollar lag, bedeutet, dass es schon großer konzertierten Aktionen bedarf, um Marktbewegungen auszulösen. Deshalb auch das große Interesse an Pennystocks und Werten mit einer kleinen Marktkapitalisierung. Bei einer über 3000 Dollar schweren Amazon-Aktie wird man mit diesen Depotgrößen nicht so viel ausrichten, ist ein Shortsqueeze viel schwieriger in Gang zu setzen.

Die Verluste der Shortseller

Wie oft hatte der Finanzdienstleister S3 im letzten Jahr über die Höhe der Shortquote bei Tesla berichtet? Ein ständiger Quell für Kursanstiege, weil es dem Marketingtalent Elon Musk immer wieder gelungen war, seine Fangemeinde zu begeistern. Seine Wut auf die Shortseller hatte ihn vor zwei Jahren fast um seinen CEO-Posten gebracht. Hat er vielleicht die Gelegenheit genutzt, um sich mit seinen Twitter-Botschaften (GameStonk u.a.) verspätet zu rächen? Jedenfalls haben Shortseller im Jahr 2020 mit Tesla 40 Milliarden Dollar Verlust eingefahren, der höchste Verlust, der je mit einem US-Unternehmen erzielt wurde. Das war der bisher größte Shortsqueeze aller Zeiten!

Auf den nächsten Plätzen in der Rangliste Apple (-6,7 Mrd.), Amazon (-5,78 Mrd.), Pinduodo (-4,74 Mrd.) und Square (.4,70 Mrd. Dollar).

Insgesamt kommt S3 Partners auf Verluste in Höhe von 240 Milliarden Dollar.

Bescheiden hingegen die Gewinne der Shorties: Exxon Mobile (1,29 Mrd.), AT&T (1,26 Mrd.) und Raytheon (1,20 Mrd. Dollar). Da war in Deutschland bei einer Wirecard vermutlich mehr zu holen.

Für einige Hedgefonds wurde es durch die Aktionen der Bubble-Boomer, wie FMW sie bezeichnet, so richtig gefährlich. Hedgefonds mussten sich gegenseitig helfen, um eine gigantische Pleite zu verhindern. Citadel und Point72 Asset Management sahen sich gezwungen, 2,75 Milliarden Dollar in Melvin Capital Management zu investieren, um das Schlimmste abzuwehren.

Bloomberg berichtet, dass Melvin Capital mit seinen aggressiven Strategien seit 2014 durchschnittlich 30 Prozent Rendite erwirtschaften konnte. Zu Beginn des Jahres war es noch ein verwaltetes Vermögen von 12,5 Milliarden Dollar, der Verlust der letzten Tage wird auf ebenso 30 Prozent geschätzt.

Was man auch nicht vergessen sollte: Von den bis zu 10.000 Hedgefonds, die es weltweit gibt, gehen jährlich Hunderte pleite, die aggressive Strategien fahren, die ihnen immer wieder auf die Füße fallen. Über die redet keiner, wenn es um die Bilanz der Superfonds geht, die bis zu 20 Prozent Gewinnbeteiligung verlangen konnten – die so genannten versunkenen Geheimnisse. Und in diesen Zeiten geht man einfach besonders risikoreich zu Werke. Short-Strategien, mit über 100 Prozent der verfügbaren Aktien (durch naked shortselling – oder ungedeckte Leerverkäufe) – es ist ein Spiel mit dem Feuer, welches mitunter durch einen Shortsqueeze gewaltige Verluste produziert.

Fazit

Das Finanzkonstrukt Leerverkauf ist nicht nur durch die Sondersituation Corona sehr riskant geworden. Die gemeinsamen Aktionen der Jungen Zocker hat eine große Dimension erreicht, die aber bald die Aufsichtsbehörden auf den Plan rufen wird. Es handelt sich bei organisierten Aktionen, einen Shortsqueeze auszulösen, schlichtweg um Marktmanipulation. Bei aller Verwunderung über die Kursexplosion und den explosiven Anstieg von GameStop im Januar von über 1000 Prozent: es geht bei diesem Nebenwert „nur“ um eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar.

Der S&P 500 hat eine Marktbewertung von 33.000 Milliarden Dollar und richtig marktbewegend sind natürlich Kursveränderungen von Tesla oder Facebook, wie zum Beispiel um 5 Prozent nach den gestrigen Zahlen nachbörslich. Nur fünf Prozent, aber bereits eine Veränderung um 75 Milliarden Dollar. Wie bereits dargestellt, die große Korrektur dürfte von den Big Seven ausgehen, die allein das Doppelte auf die Waage bringen, als alle Aktien im Russel 2000 zusammen.

Shortseller leben aktuell gefährlicher denn je - es droht der Shortsqueeze!

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Ein Wunder? Gewerbeumsätze deutlich besser als im Frühjahr 2020

Claudio Kummerfeld

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Qualmende Schornsteine

Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie sind im zweiten Lockdown, die Umsätze brechen dramatisch ein. Nur die Industrie glänzt. Millionen von Solo-Selbständigen sind beruflich und finanziell womöglich am Ende, oder kurz davor. Dennoch präsentiert das Statistische Bundesamt heute mehr als glänzende Zahlen für die Gerwerbeumsätze in Deutschland, basierend auf den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen an die Finanzämter. Warum es eine Verzerrung der Realität sein kann? Nun, viele Betriebe melden nur quartalsweise, und gerade kleine Selbständige mit wenigen Einnahmen reichen gar keine Umsatzsteuermeldungen ein, weil sie gar nicht umsatzsteuerpflichtig sind. Die staatlichen Statistiker definieren die „gewerbliche Wirtschaft“ mit den Branchen Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen.“ Also so ziemlich alles.

Laut aktueller Aussage des Statistischen Bundesamts ist der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland im Dezember 2020 trotz erneutem Lockdown gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen, nämlich um 5,1 Prozent. Seit dem Tiefpunkt im April 2020 ist der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft kontinuierlich angestiegen und liegt im Dezember 2020 nun 6,6 Prozent höher als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Mit reichlich Sarkasmus könnte man nur anhand dieser Zahlen glatt sagen: Sämtliche Hilfs- und Stützungsmaßnahmen für Wirtschaft, Selbständige und Beschäftigte kann der Staat sofort einstellen, denn es läuft ja deutlich besser als Anfang 2020. Aber die Realität ist (abgesehen von der Industrie) eine andere. Man schaue nur welche Ladenketten jetzt schon platt sind, und wer im Bekanntenkreis finanziell und beruflich ruiniert ist, oder kurz davor steht.

Aber zurück zu den offiziellen Zahlen. Die Grafik zeigt die Gewerbeumsätze seit dem Jahr 2015. Für Februar 2020, dem letzten Monat vor Ausbruch der Coronakrise, sehen wir einen Indexwert von 132,5, und im Tief im April einen Wert von 109,3. Jetzt sehen wir für Dezember einen Wert von 141,3. Also, alles bestens? Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei der Commerzbank, hat aktuell auch noch einen Hinweis, warum es im Dezember so gut aussieht:

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Grafik zeigt Gewerbeumsätze seit 2015

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Aktien

BaFin: Mitarbeiter wegen mutmaßlichen Insiderhandels in Wirecard-Aktien angezeigt

Claudio Kummerfeld

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Die BaFin hat vor 20 Minuten eine Mitteilung veröffentlicht, wonach man einen Mitarbeiter angezeigt habe wegen mutmaßlichem Insider-Handel in Wirecard-Aktien im Juni 2020. Die Meldung können Sie gleich im Wortlaut lesen. Vorab eine Frage meinerseits: So eine Kontrolle oder auch Nachprüfung der Transaktionen der eigenen Mitarbeiter dauert länger als ein halbes Jahr? Was ist da bitte schön los im Hause BaFin? Schließlich war die Wirecard-Pleite und die zahlreichen Trades der eigenen Mitarbeiter ein mehr als besonderes Börsen-Ereignis. Hat man in Super-Zeitlupe geprüft? Hier die Meldung im Wortlaut:

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 27. Januar 2021 einen Mitarbeiter der Wertpapieraufsicht wegen des Verdachts des Insiderhandels bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt. Der Beschäftigte hatte am 17. Juni 2020 strukturierte Produkte mit dem Basiswert Wirecard AG verkauft. Die Wirecard AG machte am 18. Juni 2020 öffentlich, dass über die Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren. Die Finanzaufsicht hatte den Verdacht im Rahmen ihrer Sonderauswertung entdeckt. Sie hat den Beschäftigten sofort freigestellt und ein Disziplinarverfahren eröffnet.

Die BaFin hat die Compliance-Regeln für die privaten Wertpapiergeschäfte ihrer Mitarbeiter Mitte Oktober 2020 verschärft. Spekulative Finanzgeschäfte, also das kurzfristige Handeln, beispielsweise mit derivativen Finanzinstrumenten oder Aktien, sind seitdem nicht mehr möglich.

Die BaFin-Zentrale in Bonn
Haupteingang bei der BaFin in Bonn. Foto: © BaFin

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