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Brexit wirkt mit Verzögerungszünder für UK-Automarkt – jetzt aber richtig!

FMW-Redaktion

Ziemlich genau ein Jahr hat der bevorstehende Brexit gebraucht, um von der Abstimmung der Bürger auf den realen Automarkt Großbritanniens durchzuschlagen. Aktuell fallen die Auto-Neuzulassungen auf der Insel den vierten Monat in Folge, und das nicht gerade wenig. Wie heute veröffentlichte Daten des britischen Auto-Verbands SMMT zeigen, gehen die Neuzulassungen im Juli um 9,3% zurück im Vergleich zum Juli 2016, von 178.523 auf 161.997 Autos.

Auch nicht ganz uninteressant: Die Zulassungen von Diesel-Fahrzeugen geht sogar um 20,1% zurück (siehe Grafik). Mit -23,8% bezieht sich der größte Rückgang bei den gesamten Neuzulassungen auf Firmenwagen. Mit 161.997 Neuzulassungen erreicht man den tiefsten Wert seit fünf Jahren. Erfreulich zeigt sich der Verband, dass die Nachfrage nach Autos mit alternativen Antrieben um 64,9% gestiegen ist. Aber: Am Wichtigsten ist die Aussage, dass der starke Rückgang des Verbrauchervertrauens einen Einfluss auf die Autonachfrage habe. Die britische Regierung müsse zügig handeln und konkrete Pläne für den Brexit präsentieren.

Das bedeutet: Die britischen Konsumenten wissen (verständlicherweise) überhaupt nicht wie sich die wirtschaftliche Situation in zwei Jahren nach dem vollzogenen Brexit darstellt. Zollfreier Handel mit der EU oder nicht? Alles andere ist ebenso unklar. Wie die Unternehmen will auch der Verbraucher bei teuren Anschaffungen wie Autos vorher Klarheit haben, ob er zum Beispiel in zwei Jahren seinen Job verlieren könnte, weil sein Arbeitgeber durch den Brexit beeinträchtigt wird. Also heißt es erst mal Füße stillhalten.

SMMT dazu im Wortlaut:

„The fall in consumer and business confidence is having a knock on effect on demand in the new car market and government must act quickly to provide concrete plans regarding Brexit. While it’s encouraging to see record achievements for alternatively fuelled vehicles, consumers considering other fuel types will have undoubtedly been affected by the uncertainty surrounding the government’s clean air plans. It is important to remember that there are no plans to charge drivers using the latest Euro 6 models and no proposed bans for conventional petrol and diesel vehicles for some 23 years. The lower demand in recent months will inevitably mean competition from manufacturers will intensify and it will be a good opportunity for consumers to get a great deal on their next car, with many exciting new models launched in the coming months.“



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2 Kommentare

  1. Ist es tatsächlich möglich, dass die Märkte nach einer unvorstellbaren und völlig unbegründeten GBP-Long-Rally seit 15. März 2017 zu verstehen beginnen, dass die Separatistenbestrebung auf dem Inselchen evtl. keine Zukunft hat? Oder dass diese zumindest äußerst unklar ist?

  2. Ähmm….wieso unbegründet? Nach Deiner Aussage hätte ja kein Kurs einen Grund dort zu quotieren, wo er gerade steht. Aussie, Kiwi, GBP, alle im Trendwechsel. Natürlich auch der Euro.

    Das Konstrukt „Europa“ ist zum Scheitern verurteilt, und die Briten haben die Reißleine gezogen. So zumindest meine Sicht der Dinge. Und GB ist kein Drittlandstaat. Das BIP umfasst mehrere Staaten der EU. Es ist also nicht nur ein Land ausgeschieden, sondern einer der wichtigsten Säulen innnderhalb des Sauhaufens EU. Oder macht jetzt die EZB doch alles richtig? Oder das EU Parlament?

    Mir ist auch kein Unternehmenskollege bekannt, der jetzt alle Geschäftsverbindungen nach GB gekappt hätte, unser Betrieb mit eingeschlossen.

    Lassen wir uns doch einfach überraschen was die EU und GB mit dem Brexit machen. Wird bestimmt spannend und unterhaltsam werden.

    Schönes Wochenende….Dieter

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