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Handel, Macht und globale Gewichte BRICS+ : China als dominierender Akteur

BRICS+ kann Westen nicht ersetzen

Foto: Bloomberg

BRICS+ formt 2025 mit neuen Mitgliedern und Handelsachsen ein Machtgefüge, das globale Gewichte verschiebt und China als dominierenden Akteur zeigt.


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BRICS+ : China als dominierender Akteur

Mit BRICS+ rückt ein erweitertes Bündnis ins Zentrum der weltwirtschaftlichen Debatte. Neue Mitglieder, veränderte Handelsströme und geopolitische Spannungen prägen ein Netzwerk, das in Statistiken oft stärker wirkt als in der Realität. Der Blick auf die Handelsbeziehungen zeigt, wie sich Machtprojektion und wirtschaftliche Abhängigkeiten im globalen Süden neu ordnen und welche Rolle China dabei spielt.

BRICS+ 2025: Vom Versprechen zur geopolitischen Realität

BRICS+ ist längst mehr als ein Zusammenschluss von Schwellenländern. Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und inzwischen auch Ägypten, Äthiopien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien vereinen fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Der Block steht für 44 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung gemessen an der Kaufkraftparität. Für viele Staaten des globalen Südens wirkt er wie ein politisches Versprechen. Für westliche Hauptstädte ist er eine Warnung.

Linke und postkoloniale Denker sehen in BRICS+ ein Korrektiv zu eurozentrischen Machtstrukturen. Staaten mit einem Viertel der Landmasse und fast der Hälfte der weltweiten Sojabohnenproduktion schaffen eine Bühne für historische Gerechtigkeit. Rohstoffmacht und politische Symbolik verbinden sich zu einer Erzählung, in der der globale Süden sein eigenes Zentrum bildet.

Im rechts-konservativen Spektrum, besonders im AfD-nahen Milieu, steht BRICS+ für den Traum einer multipolaren Weltordnung, in der der Westen seine Dominanz verliert und andere auf Augenhöhe agieren. Geopolitische Spannungen, interne Konflikte und wirtschaftliche Ungleichgewichte rücken in den Hintergrund. Gipfeltreffen, neue Mitglieder und Absprachen gelten als Beweis dafür, dass der Westen schwächelt und der Rest der Welt im Aufstieg begriffen ist. Die Realität mit fehlender gemeinsamer Währung und widersprüchlichen Interessen spielt in dieser Projektion kaum eine Rolle. Entscheidend ist das Gefühl, Zeuge einer historischen Verschiebung zu sein und auf der vermeintlich richtigen Seite zu stehen.

Für westliche Regierungen wirkt BRICS+ wie ein strategisches Warnsignal. Die Dynamik des Blocks zeigt eine Verschiebung wirtschaftlicher und politischer Gewichte, die das bisherige internationale Machtgefüge herausfordert.

In Delhi oder Lagos wird BRICS+ als Türöffner in eine Welt ohne wirtschaftliche Bevormundung gesehen. Die Neue Entwicklungsbank gilt als Symbol für Finanzierung ohne westliche Kreditauflagen. In Peking und Moskau hingegen ist BRICS+ ein Gegengewicht zur G7. In Washington und Brüssel erzeugt der Zusammenschluss den Eindruck, dass alte Machtzentren Marktanteile verlieren.

Hinter den Symbolen liegen handfeste Handelsströme. 3,5 Milliarden Menschen und eine Wirtschaftsleistung von 30,8 Billionen US-Dollar in Kaufkraftparität schaffen ein Gewicht, das statistisch die G7 übertrifft. Doch die Handelszahlen offenbaren eine starke Asymmetrie. China ist der Dreh- und Angelpunkt. Ohne Peking sinkt der Anteil der BRICS+-Länder am Welthandel deutlich.

Hinweis: In dieser Analyse liegt der Schwerpunkt bewusst auf den Handelsbeziehungen. Betrachtet wird die BRICS+-Konstellation in der Zusammensetzung von 2025, rückwirkend über einen längeren Zeitraum. So lassen sich Entwicklungen und Trends unabhängig von kurzfristigen Veränderungen einordnen. Als Datenbasis wurde die Datenbanken der UN Comtrade und GACC verwendet.

China im Mittelpunkt des BRICS+-Handels

Von 2009 an begann BRICS+ seinen Aufstieg im Welthandel. Der Anteil an den weltweiten Exporten stieg von rund 11 % im Jahr 2009 auf etwa 14–15 % im Jahr 2019 – was Exportwerte von mehr als 4,4 Billionen US‑Dollar entsprach. Der Trend schien unaufhaltsam. Doch die Pandemie bremste die Dynamik. Auf den ersten Blick stagnierte der Handel, doch in den Details zeigte sich ein anderes Bild: Zieht man China ab, fällt der Anteil der übrigen BRICS+-Mitglieder seit 2020 spürbar – besonders für rohstoffexportierende Staaten wie Russland, Brasilien oder Südafrika, deren Exporterlöse 2023/24 zum Teil um 20 % und mehr unter den Vor-Corona-Spitzen lagen.

BRICS+ Welthandel

China verhinderte einen deutlichen Absturz. 2024 entfielen rund 70–72 % des gesamten Handelsvolumens innerhalb von BRICS+ auf China. Allein sein Warenaustausch mit den BRICS+-Partnern belief sich 2024 auf über 900 Mrd. US‑Dollar, während die Mitglieder ohne China zusammen nur auf etwa 330 Mrd. US‑Dollar kamen. Die Liste der Rohstoffe, die in chinesische Häfen strömen, reicht von Erdöl (vor allem aus Russland und den VAE) über Eisenerz (Brasilien), Kupfer (Südafrika), Sojabohnen (Brasilien, Argentinien) bis zu Weizen – strategisch unverzichtbare Lieferungen für Industrie und Ernährungssicherheit.

Während die übrigen Mitglieder des Blocks vor allem im bilateralen Austausch mit China verbunden bleiben, eröffnete Peking eine zweite Bühne. In Südostasien baute es seine Handelsbeziehungen massiv aus: 2024 entfielen rund 85 % des gesamten BRICS+–ASEAN-Handelsvolumens auf China, das sind etwa 740 Mrd. US‑Dollar von insgesamt knapp 870 Milliarden. Ein großer Teil dieser Waren – von Elektronik über Konsumgüter bis zu Maschinen – bleibt nicht in der Region, sondern wird über Länder wie Vietnam, Malaysia oder Thailand weiter in die USA und die EU exportiert. Dadurch erscheint der ASEAN-Anteil am BRICS+-Handel größer, als er ohne China wäre.

ASEAN als Brücke zwischen Ost und West

Der wachsende Handel mit ASEAN ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer klaren Strategie. In den vergangenen Jahren hat China die Staaten Südostasiens gezielt zu einer Drehscheibe für seinen Handel ausgebaut. Als unter der Trump-Regierung die Strafzölle auf chinesische Waren in die Höhe schossen, brach der direkte Export in die USA spürbar ein. Fast im gleichen Maß stiegen die Ausfuhren in die ASEAN-Staaten. Von dort wiederum nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten deutlich zu, allein im ersten Halbjahr um fast dreißig Prozent. Wie dieser Umlenkungseffekt im Detail funktioniert, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Damit umgeht Peking nicht nur Zollschranken, sondern festigt auch neue Absatzmärkte. Produktions- und Lieferketten verlagern sich in Teile Südostasiens, wo Kosten niedriger und Seewege kürzer sind. Investitionen in Häfen, Straßen und Bahnlinien vernetzen die Standorte immer enger. ASEAN wird so zu einer logistischen Brücke, die Handelskonflikte abfedert und Chinas Reichweite vergrößert.

Rohstoffströme als Fundament des BRICS+-Handels

Während ASEAN als Brücke den globalen Handel lenkt, sichert China parallel seine Rohstoffversorgung über die BRICS+-Länder. Diese Verknüpfung von Handelswegen und Ressourcen bildet das Rückgrat von Pekings globaler Strategie.

China nutzte die ursprünglichen BRICS-Länder als Versorgungsnetz für strategische Rohstoffe. Aus Russland kommen Rohöl und Gas, aus Südafrika Gold und Seltene Erden, aus Brasilien Sojabohnen, Eisenerz und Holz. Die erweiterten Mitglieder sichern zusätzliche Lieferungen. Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate bedienen den Ölbedarf, Indonesien liefert Palmöl, Reis und Kohle. Indien fällt aus diesem Muster heraus, da es deutlich weniger Rohstoffe an China exportiert. Diese Ströme sichern langfristig die industrielle Basis. Seit 2023 hat sich der Austausch jedoch abgeschwächt. Die Preise vieler Rohstoffe sind gefallen, der tatsächliche Bedarf Chinas an fossilen Energieträgern und anderen Rohstoffen ist gesunken. Der Umbau der Energie- und Mobilitätsstrukturen hin zu erneuerbaren Energien und Elektromobilität verringert die Einfuhren von Öl, Gas und Kohle. Ähnlich geht die Nachfrage nach Agrarprodukten wie Reis oder Sojabohnen sowie nach Metallen wie Eisenerz zurück. Parallel baut China seine Bezugsquellen aus. Gas kommt verstärkt aus Zentralasien, Kohle wieder aus Australien. Bei Seltenen Erden spielt Myanmar eine Schlüsselrolle, taucht jedoch nicht in den offiziellen Zolldaten auf.

Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Sicherung der Transportwege. Investitionen in Ägypten, vor allem in Hafenanlagen und Industrieparks entlang des Suezkanals, dienen nicht nur dem Rohstoffimport. Der Kanal bleibt eine der wichtigsten Routen für den Warenverkehr zwischen Asien und Europa. Mit diesen Projekten verankert Peking den Zugang zu seinen größten Absatzmärkten in Europa und darüber hinaus.

BRICS+ kann Westen nicht ersetzen

Trotz aller Rhetorik vom „globalen Süden“ sind westliche Märkte für BRICS+ unverzichtbar. Die EU ist nach wie vor der wichtigste Handelspartner, dicht gefolgt von den USA. Selbst 2024 entfallen allein für China EU-Warenströme im Wert von rund 690 Milliarden US-Dollar (etwa 25 % seines gesamten Außenhandels) und für die USA 289 Milliarden US-Dollar (19 %). Zählt man die übrigen BRICS+-Mitglieder hinzu, steigt der EU-Anteil am Blockhandel noch leicht.

China dominiert die Importe des Blocks: In einzelnen Mitgliedsstaaten liegt sein Anteil zwischen 30 % und über 60 %. Dennoch wächst der Anteil westlicher Lieferanten wieder. Die EU deckt inzwischen bei mehreren BRICS+-Staaten 15–20 % des Importkorbs – vor allem Maschinen, Hightech-Komponenten und Agrarprodukte – die USA erreichen 10–15 %.

Auch die Exporte in den Westen ziehen an. Ohne China stiegen die BRICS+-Lieferungen in die EU von 93 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf über 140 Milliarden im Jahr 2024 (+50 % in acht Jahren). In die USA kletterten sie im gleichen Zeitraum von 80 Milliarden auf knapp 130 Milliarden US-Dollar, mit einem Rekordwert 2023. Indien exportiert inzwischen jährlich Waren im Wert von über 50 Milliarden US-Dollar in die USA, Brasilien liegt mit über 40 Milliarden in ähnlicher Größenordnung.

Die Binnenverflechtung bleibt dagegen schwach. Ohne China stagniert der Handel der übrigen Mitglieder seit 2019 und brach 2023/24 um mehr als 20 % ein – gesunkene Rohstoffpreise und geringere chinesische Nachfrage verstärken diesen Trend.

Die Vorstellung einer wirtschaftlichen Abkopplung vom Westen hält den Fakten nicht stand. Selbst nach einem Rückgang seit 2022 gehen noch über 44 % von Chinas weltweiten Exporten in die EU und die USA. Eine radikale Trennung würde ökonomische Schäden verursachen, die kein Mitglied verkraften könnte. Die politische Erzählung vom Aufbruch des globalen Südens ist laut – doch die Handelsströme erzählen eine andere Geschichte.

China führt das BRICS+-Orchester

Während westliche Märkte für BRICS+ unverzichtbar bleiben, verschiebt Peking seine Handelsstrukturen gezielt. China dominiert die Handelsströme des Blocks und nutzt die Mitgliedsstaaten in erster Linie zur Sicherung strategischer Rohstoffe: Russland liefert Öl und Gas, Südafrika Seltene Erden, Brasilien Sojabohnen. Gleichzeitig diversifiziert China seine Bezugsquellen. Gas kommt zunehmend aus Zentralasien, Kohle aus Australien, Seltene Erden aus Myanmar, das in offiziellen Zolldaten gar nicht auftaucht. Die Neue Seidenstraße (BRI) dient als logistisches Rückgrat dieser Strategie. Der China-Pakistan Economic Corridor erschließt Energieressourcen, während Investitionen in afrikanische Minen die Versorgung mit Metallen sichern. Auch die Neue Entwicklungsbank (NDB) ist Teil des Plans, mit bisher 39 Milliarden US-Dollar für Infrastrukturprojekte wie Häfen und Energieanlagen, die Chinas Rohstoffzugang langfristig absichern.

Diese Neuausrichtung bedeutet keinen Bruch mit dem Westen. EU und USA bleiben Chinas wichtigste Absatzmärkte. 2024 entfallen rund 44 Prozent der Exporte dorthin. ASEAN fungiert als Brücke, über die Waren in westliche Märkte gelangen, gestützt durch das Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP), das Handelsbarrieren senkt und Produktionsketten in Südostasien stärkt. Länder wie Vietnam oder Malaysia wachsen zu Fertigungsstandorten heran, in denen chinesische Tochterfirmen produzieren. Ohne China stagniert der BRICS+-Binnenhandel. 2023/24 fiel er um gut 20 Prozent, belastet durch sinkende Rohstoffpreise und geringere chinesische Nachfrage.

Indien bildet eine bemerkenswerte Ausnahme. Trotz eines Handelsvolumens von 135,98 Milliarden US-Dollar mit China im Jahr 2022 belasten geopolitische Spannungen wie Grenzkonflikte im Himalaya die Beziehung. Indien exportiert weit weniger Rohstoffe an China als andere BRICS+-Mitglieder und stärkt stattdessen seine Handelsbeziehungen mit dem Westen.

Allein in die USA lieferte es 2024 Waren im Wert von über 50 Milliarden US-Dollar. Diese Sonderrolle untermauert Indiens Strategie der strategischen Autonomie. Mitgliedschaften in BRICS+ und RCEP werden wirtschaftlich genutzt, während zugleich Bündnisse wie die Quad gepflegt werden. Öl kommt aus Russland, Waffen aus Frankreich, Technologie aus den USA. Das Ergebnis ist ein globales Balancieren zwischen Märkten und Machtzentren.
Die Vorstellung einer Abkopplung vom globalen Norden greift zu kurz. BRICS+-Staaten wie Indien oder Brasilien bauen ihre Exporte in die EU und USA weiter aus, während der Binnenhandel schwächelt.

Eine ausschließliche Orientierung der BRICS+-Staaten auf BRICS+ würde nicht zu größerer Unabhängigkeit führen, sondern lediglich die Abhängigkeit verschieben: weg von zwei unterschiedlichen Machtzentren, EU und USA, hin zu einem einzigen dominanten Akteur, China. Die westliche Doppelabhängigkeit lässt Spielräume, weil Brüssel und Washington nicht immer im Gleichschritt handeln. Eine singuläre Abhängigkeit von Peking wäre dagegen ungleich erdrückender.

China diktiert den Takt im BRICS+-Handel

China agiert längst als Taktgeber des Blocks, bestimmt Tempo und Richtung und entscheidet, wer überhaupt mitspielen darf. Das Beispiel Russlands zeigt, wie hart diese Abhängigkeit wirken kann. Unter dem Druck westlicher Sanktionen zwang Peking Moskau zu deutlichen Preisnachlässen bei Öl und Gas. In Afrika sichern BRI-Projekte Rohstoffe, oft mit Bedingungen, die klar chinesische Interessen priorisieren, von exklusiven Schürfrechten bis zu langfristigen Schuldenbindungen.

Neben den nach wie vor dominanten Absatzmärkten im Westen fungiert das BRICS+-Netzwerk für China als stabilisierender Faktor im Außenhandel. Die wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb des Blocks, insbesondere im Rohstoffsektor, polstern die Auswirkungen geopolitischer Spannungen ab, sichern kritische Lieferketten und stärken Chinas Verhandlungsposition. Gerade in den Krisenjahren 2022/23 wirkten erhöhte Importe aus Russland und anderen BRICS+-Staaten wie ein Stoßdämpfer gegen rückläufige Exporte in die westlichen Industriestaaten. Damit ist BRICS+ für Peking weniger ein Ersatzmarkt als vielmehr ein strategisch einsetzbares Stabilitätsnetz im globalen Handelsgefüge.

Chinas Freundlichkeit ist dabei transaktional, nicht wertebasiert wie die der EU. Die BRICS+-Architektur bleibt auf Rohstoffe und Handelswege fokussiert, während der Warenhandel mit Afrika und Südamerika kaum das Niveau der USA erreicht.

Wer die Handelsdaten ohne China betrachtet, erkennt eine lose verbundene Gruppe mit begrenzter Integration. Mit China dagegen entsteht das Bild eines Blocks, der im Welthandel mithalten kann. Diese Diskrepanz prägt die Wahrnehmung und macht BRICS+ zu einer Projektionsfläche für Hoffnungen, Ängste und Machtfantasien.
Das politische Narrativ einer Alternative zu westlichen Bündnissen ist wirkungsvoll, doch die ökonomische Realität zeigt ein Netzwerk mit klarer Hierarchie, in dem China den Takt angibt und die BRICS+-Staaten die Begleitmusik spielen, nicht gleichberechtigte Partner.

Anmerkung: Methodik und Datenquellen
Alle in diesem Beitrag analysierten Handelsdaten zu BRICS+, China, ASEAN, EU und den USA beziehen sich auf den Zeitraum 2009 bis 2024 und stammen primär aus der UN Comtrade Database , abgerufen am 6. August 2025. Die Daten wurden nach SITC Revision 4 strukturiert, als nominale Werte in US-Dollar ausgewertet und für eine konsistente Zeitreihe harmonisiert. Für das erste Halbjahr 2025 wurden zusätzlich vorläufige Außenhandelsdaten der chinesischen Zollbehörde (GACC) sowie die interaktive GACC-Datenbank für die Detailanalyse der Kategorie fossile Brennstoffe verwendet. Für die US-Importzahlen kamen ergänzend Daten der amerikanischen Zollbehörde (U.S. Census Bureau / International Trade Statistics) zum Einsatz. Alle Prozentwerte, Wachstumsraten und Zeitreihen beruhen auf eigener Berechnung und Auswertung des Autors, der seit Jahren auf den internationalen Handel Chinas spezialisiert ist. Für eine durchgehende Vergleichbarkeit wurde eine erweiterte BRICS+-Länderliste rückwirkend auf den gesamten Betrachtungszeitraum angewendet, auch wenn einzelne Mitglieder erst später offiziell beitraten. Abweichungen zu nationalen Zollstatistiken können durch unterschiedliche Erfassungsmethoden, Klassifikationen oder Berichtszeiträume entstehen. Zur Sicherstellung der Datenqualität wurden nationale Handelsstatistiken, soweit verfügbar, stets mit internationalen Referenzquellen abgeglichen. Chinesische Außenhandelsdaten wurden über international anerkannte Plattformen wie die UN Comtrade Database und andere multilaterale Datenbanken verifiziert. Dadurch ist gewährleistet, dass die verwendeten Werte sowohl auf Primärdaten der nationalen Zollbehörden als auch auf unabhängigen internationalen Erhebungen beruhen. Abweichungen zwischen Quellen wurden systematisch dokumentiert und im Rahmen der Analyse berücksichtigt. Sie betragen maximal 2-3 Prozent. Diese methodische Vorgehensweise gewährleistet eine belastbare und fachlich fundierte Analyse der internationalen Handelsströme und ihrer Veränderungen über Zeit.



Über den RedakteurDói Ennoson

Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.

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12 Kommentare

  1. Wie immer einseitig. Der Export-Anteil Chinas am BIP nimmt seit Jahren ab. Das zeigt eben, dass der Westen zunehmend unwichtiger für China wird, auch wenn 44% der Exporte in den Westen gehen. Die Stärkung der Binnenmärkte wird nicht nur von China, auch von Indien und Russland vorangetrieben. Es ist kein Zufall, dass Brasilien und Indien 50% Zölle von den USA bekommen haben, Russland sanktioniert ist, und China faktisch bei ca. 52% steht. Nicht nur dass die BRICS sich vom Westen unabhängiger machen, die USA und auch teils die EU koppeln sich von den BRICS ab. Vielleicht sehen die Wirtschaftsdaten der BRICS+ nicht so schön, wie die westlichen aus, aber es geht um viel mehr, als schöne Zahlen. Es geht um Unabhängigkeit bei Rohstoffen, um Macht über Rohstoffe, um Macht über Technologie, um militärische Stärke und Schlagkraft, um Anhebung des Bildungsniveaus, um geografische Vorteile. Es bringt den USA nichts, wenn ihre Big Tech Unternehmen schöne Zahlen vorlegen, wenn sie faktisch von China technologisch überholt werden oder schon überholt wurden. Die BRICS+ denken weder demokratisch noch marktwirtschaftlich. Deswegen werden sie im Westen auch missverstanden, und jede noch so detaillierte Analyse läuft ins Leere. Weil die Menschen von klein auf konditioniert wurden, marktwirtschaftlich und demokratisch zu denken. So wie eben die Menschen in den BRICS+ eine völlig andere Prägung erfahren haben und moralisch auf den Westen herabschauen. Wirtschaft ist China ziemlich egal. Man hat Marktwirtschaft genutzt, um kräftemäßig zu den USA aufzuholen. Die Welt wird jetzt in ein Zeitalter eintreten, in dem wieder harte Fakten zählen, in ein Zeitalter des Stärkeren, wo man sich ohne lästige westliche Moralvorstellungen nimmt, was man will. Ohne UNO, ohne Moral, ohne Christliche Werte, oder der Weltpolizei USA. Die BRICS+ und bald die ganze Welt treten in ein neues Kolonialzeitalter ein.

  2. Anonymer Antikapitalist

    @Simon
    herrlich.
    Am Besten finde ich den hier: „Weil die Menschen von klein auf konditioniert wurden, marktwirtschaftlich und demokratisch zu denken. So wie eben die Menschen in den BRICS+ eine völlig andere Prägung erfahren haben und moralisch auf den Westen herabschauen.“
    Da war wohl jemand noch nie in China oder Indien. Da träumen die Menschen natürlich nur davon, gemeinsam als „Werktätige“ mit der Metro n die Fabriken zu fahren und nicht mit einem kapitalistisch-degenerierten Mercedes….

    1. Ersparen Sie mir ihr inhaltsloses und beschränktes Geschwätz. Es gibt so soll man meinen auch nicht westliche Autohersteller. China führt in 59 von 64 Zukunftstechnologien. Und bei KI mittlerweile auch. Hat der Westen Hyperschallwaffen? Bist du in den 80er hängen geblieben und meinst, dass die USA immer noch die größte Flotte der Welt haben? Falls du Lesen kannst, die BRICS+ bauen sich ihre eigene vom Westen unabhängige Welt. Falls du mal in Indien warst, weißt du ja, wie die meisten Straßen aussehen, und dass man sich dort seinen Daimler kaputt fährt, sofern man überhaupt fährt und nicht im Stop and Go fährt…

      1. Inhaltsloses und beschränktes Geschwätz

        @Simon
        „Ersparen Sie mir ihr inhaltsloses und beschränktes Geschwätz“ – sagt der richtige. Die Menschen im Iran sind bestimmt auch total froh, dass sie nicht wählen brauchen. Und in Brasilie haben sie auch Wahlen abgeschafft, oder? „Demokratie“ braucht man nicht – in der grössten Demokratie der Welt – Indien.
        Genau, Die BRICS bauen sich ihre egene Welt – wo der Inner-BRICS-Handel abnimmt und China seinen Hauptabsatzmarkt in der EU und USA hat.
        Jaja, die rosarote Brille. Oder wie du sagst: „inhaltsloses und beschränktes Geschwätz“

        1. Die nächste NPC-Antwort.

          1. @Simon
            warst du nicht der Typ, der neulich völlig Faktenfrei behauptet hat, die chinesischen Exporte in die USA und EU würden zurückgehen?

  3. Imperien sterben in der Regel nicht leise, sondern mit einigen Kriegen, die dann auch noch Unmengen an Geld kosten.
    Das hat das Imperium USA schon hinter sich.
    Jetzt kommen die unbezahlbar wirtschaftlichen Folgen, indem die Verschuldung, die durch die Kriege in den USA entstanden sind, nicht mehr bezahlbar sind.
    Bleibt nur noch den Dollar als Waffe einzusetzen.
    Was gescheitert ist, weil die Staaten, die keine Vasallen sind, sich mit Gold schützen und auch in ihrer eigenen Währung untereinander Handel treiben; und die BRICS gegründet haben, der 3 Atommächten auf dieser Welt angehören.
    Wer dann von diesen Ländern die besten Führungsqualitäten hat (was nicht unbedingt der wirtschaftlich Stärkste sein muss) wird im Vordergrund stehen.
    Das Imperium USA kann nur noch weiter versuchen den Dollar als Waffe einzusetzen, und auch deren Nichtverwendung sanktionieren.
    Was meiner Meinung nach wieder ein Eigentor gibt.
    Den USA bleibt nur noch die Handelsbeziehungen hinsichtlich Rohstoffe mit Russland dramatisch auszubauen.
    Wobei Russland auch Rücksicht auf China nehmen muss.
    Ich denke, die nächsten Zeiten werden alleine durch die „Zusammenarbeit“ zwischen Russland und den USA, sehr interessant werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Ein Musterbeispiel der Projektion, wie es der Autor beschrieben hat:

      „Im rechts-konservativen Spektrum, besonders im AfD-nahen Milieu, steht BRICS+ für den Traum einer multipolaren Weltordnung, in der der Westen seine Dominanz verliert und andere auf Augenhöhe agieren. Geopolitische Spannungen, interne Konflikte und wirtschaftliche Ungleichgewichte rücken in den Hintergrund. Gipfeltreffen, neue Mitglieder und Absprachen gelten als Beweis dafür, dass der Westen schwächelt und der Rest der Welt im Aufstieg begriffen ist. Die Realität mit fehlender gemeinsamer Währung und widersprüchlichen Interessen spielt in dieser Projektion kaum eine Rolle. Entscheidend ist das Gefühl, Zeuge einer historischen Verschiebung zu sein und auf der vermeintlich richtigen Seite zu stehen.“

      Von welcher gemeinsamen Währung träumst du eigentlich? Seit dem Südafrika-Gipfel ist davon nichts zu hören. Selbst von der digitalen BRICS-Brigde Plattform seit Russland nichts mehr zu hören. China will seine M-Bridge, Indien seine Plattform. Soviel zu „gemeinsam“
      Alles Träume des Ideologen Helmut

  4. BRICS-Phantast
    Was aus der AfD wird, oder aus den BRICS wird, ist mir vollkommen egal.
    Ich schreibe ja auch hier z. B. über die Deutschen Rente, über die Deindustrialisierung und Entdemokratisierung in Deutschland.
    Was daraus wird, ist mir auch egal.
    Mich belastet keines der Dinge.
    Egal ob es in den Teich geht oder nicht.
    Ich gebe auch meine Meinung ab über Russland China und den USA. Sogar zu Argentinien.
    Für uns ist wichtig, dass unsere Renten kommen.
    Und wenn nicht, dann reicht unsere Vorsorgen noch über 50 x für unser Leben.
    Es wird natürlich auch für uns alles sehr, sehr teuer werden.
    Vielleicht müssen wir doch dann ein paar Unzen verkaufen.
    Mal sehen was kommt

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Ach, weil dir alles egal ist, schreibst du ständig darüber Märchengeschichten. Und jedesmal, wenn irgendwer deine Träume zum Platzen bringt, gehst du steil, wie ein deutscher Schäferhund, der einen Postboten riecht.
      Helmut, wenn mir was egal ist, dann beschäftige ich mich nicht damit. Dass du ständig deinen Senf dazu geben musst, zeigt, das dich das rund um die Uhr beschäftigt…

  5. BRICS-Phantast
    Das ist Interesse.
    Mich interessiert auch z.B, wie der DAX oder andere Aktien stehen, obwohl ich darin nicht investiert bin.
    Und dann frage ich mich, warum z. B. der DAX, einschließlich Dividenden, sich seit 25 Jahren nur etwas mehr als verdreifacht hat.
    Der Goldpreis sich aber in dieser Zeit mehr als verzehnfacht hat. Und der Kapitalertrag auch noch steuerfrei ist bei Gold.
    Oder warum jemand in Deutschland etwa 3 Mal so lange Rentenbeiträge zahlen muss, die geschätzt das dreißigfache in der Summe ausmachen, die demgegenüber in Spanien gezahlt werden müssen (um etwa die gleiche Rente zu erhalten) und davon in Deutschland auch noch Krankenkassenbeiträge bezahlen werden müssen.
    Usw., usw.
    Mich wundert dann, dass die Menschen das bei der Rente überhaupt noch mitmachen.
    Und noch viele anderen Sachen.
    Das ist z. B. Interesse, und gehört ja auch zum Kino aus Deutschland dazu.
    Ändern kann ich nichts daran.
    Und mich betrifft es ja auch nicht.
    Eben nur Kino.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. @Helmut
      Du hast also Interesse an etwas, was dir egal ist?
      So wie „Wissenschaft irrt immer“ aber “ ohne Wissenschaft wär ich schon längst tot “
      Mit Logik hast du’s nicht so, oder?
      Und weil dich etwas interessiert bist, was dir egal ist, erfindest du einfach deine eigene Realität, wo dir BRICS ne eigene Währung haben. Oder wo kann man diese Währung zu welchem Umrechnungskurs erwerben?

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