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Bringt diese Berichtswoche ein paar Antworten auf die Konjunkturfrage?

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Seit Wochen wartet man auf die Q1-Berichtssaison in den USA, denn selten drifteten Aktienkursentwicklung und Konjunkturdaten so auseinander. Vom Anleihemarkt erst gar nicht zu reden.

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Eine Ergebnisrezession in Q1 ist längst eingepreist, die Erwartungen wurden – wie in den USA üblich – im Vorfeld angepasst, also sollte es möglich sein diese bei der Präsentation der Zahlen zu übertreffen. Lag es an der Börsenrallye, dass manche Gewinnerwartungen schon wieder etwas angehoben wurden?

 

Was zählt sind die Ausblicke

Trotz sich weltweit abgeschwächter Konjunkturaussichten ging man an der Wall Street stets nur von einer Wachstumsdelle aus – sprich nach einem BIP-Wachstum von 2,2% in Q1 soll sich dieses im Folgequartal schon wieder auf 2,7% beschleunigen (nach US-Zählweise). Noch krasser die Situation in China. Der Anstieg der chinesischen Aktienindizes von 33% in gut drei Monaten prognostiziert eine Rückkehr des gewohnten Wachstums von 6,5% p.a.

In dieser Woche kommt in den USA „the busiest week of the season“, das bedeutet mit über 140 Unternehmen melden fast ein Drittel der S&P-Firmen ihre Quartalszahlen inklusive der Ausblicke. Waren es zu Beginn die üblichen Großbanken, so sind jetzt die großen Industrieunternehmen an der Reihe, auf dem Höhepunkt der Blackout Period.

Beginnend mit Coca Cola, Procter&Gamble, Lockheed Martin, Twitter, Ebay, United Technology, Boeing, Caterpillar, Facebook, AT&T, Visa, Ford, Intel und vielen anderen Großkonzernen.

Für deutsche Anleger mit einem „Home Bias“ dürfte ein Indikator eine ebenso große Rolle spielen wie die amerikanischen Unternehmensziffern – der Ifo-Index. Dieser war nach sechs Monaten Verlusten in Folge im letzten Monat gestiegen und sollte dies auch ein weiteres Mal der Fall sein, wäre es schon ein kleines Zeichen dafür, dass das Tal der „Industrietränen“ erreicht sein könnte.

Wenngleich es zu bedenken gilt, dass eine echte valide Trendaussage erst nach drei Monaten in einer Richtung möglich ist.

Natürlich ist der Beginn der Dax-Quartalsmeldungen in dieser Woche von Bedeutung. Den Anfang macht SAP, unser Hightech-Vorzeigekonzern. Nicht minder interessant die Vorstellung der Deutschen Bank am kommenden Freitag. Aber nicht wegen der Zahlen, sondern weil man bis dahin eigentlich verkünden wollte, ob die Fusion mit der Commerzbank nach eigener „due diligence“ wirtschaftlich Sinn machen kann.

 

Mein Fazit

Die Börsenkurse haben einen Wiederanstieg der Unternehmensgewinne eingepreist. Jetzt müssen die Unternehmen liefern, zumindest in ihren Ausblicken – sonst werden Gewinne mitgenommen, die es in den vergangenen Monaten auch reichlich gab. Vielleicht gibt es ja wieder einmal so etwas wie den „sell in May and..“-Effekt?

 

 

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