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Britische Bankenlobby droht EU

Der britische Gedldadel ändert seine Strategie: wenn ihr Londons Banken den EU-Pass entzieht, werden das auch eure Firmen zu spüren bekommen!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist viel die Rede derzeit davon, welche Folgen ein Brexit vor allem für Londons Banken haben würde, wenn diese ihren EU-Pass verlieren würden. Vor wenigen Tagen etwa sprach die UBS davon, dass 30% ihrer Mitarbeiter in London die Metropole verlassen könnten, wenn der EU-Pass verloren ginge. Hinter den Kulissen wird hart gerungen zwischen Paris und Frankfurt (und Dublin), wer der Profiteur in diesem Fall sein könnte. Klar scheint zu sein – das hat kürzlich ein Mitglied der Bank of England verlauten lassen, dass man davon ausgehen müsse, dass vor allem die Clearinghäuser aus London abwandern würden.

london
Foto: Aurelien Guichard
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Aber die Drohungen, was alles an negativen Folgen zu erwarten wären, gehen neuerdings auch in die andere Richtung! So sagte gestern der CEO der British Bankers’ Association, Anthony Browne, gegenüber einem britischen parlamentarischen Komittee, dass bei einer Entziehung des EU-Passes für jene Banken, die in Londond ihr Hauptquartier haben, auch deutsche und französische Unternehmen stark betroffen wären. Man solle, so Browne, sich gar nicht darauf konzentrieren, was im britischen Interesse läge – denn das Interesse an einem funktionierenden Markt in London müsse die Gegenseite schon aus Eigennutz auch haben. Denn nur so hätten etwa Firmen aus Deutschland, Frankreich und anderen wichtigen EU-Ländern noch Zugang zu Finanz-Dienstleistungen, die derzeit fast ausschließlich in London angeboten werden könnten!

Das ist eine klare Drohung: wenn ihr Londons Banken den EU-Pass entzieht, werden das eure Firmen auch zu spüren bekommen und den Zugang nach London verlieren. Also besser die Bälle flach halten, liebe Kontinentaleuropäer, sonst schießt ihr euch noch selbst ins Bein – denn UK ist für euch ein wichtiger Markt! Das gilt zunächst für Finanzdienstleistungen, die, so Browne, derzeit für viele kontinentaleuropäische Firmen nur durch einen deutlich höheren Kostenaufwand ersetzt werden könnten – wenn überhaupt!

Das liegt ganz auf der Linie der Brexit-Befürworter wie Nigel Farage, die negative Folgewirkungen eines Ausscheidens von Großbritannien aus der EU stets mit den ureigensten Interessen der EU-Länder negiert hatten – meist unter Verweis auf die deutsche Autoindstrie, für die UK ein extrem wichtiger Markt sei. Damit wird deutlich, das sich der Londoner „Banken-Adel“ neu positioniert und aus einer bisher eher defensiven Haltung zu einer deutlich selbstbewußteren Strategie übergeht im Umgang mit der Brexit-Thematik.

Doch auch in London weiß man, dass viel auf dem Spiel steht und will daher vor allem seitens der Banken-Lobby die derzeit bestehende Rechtsunsicherheit möglichst schnell beenden: so forderte der Lobbyverband TheCityUK, dass die britische Regierung möglichst schnell ein Übergangsabkommen mit der EU schließen müsse, um weiteren Schaden von der City abzuwenden. Ähnlich sehen das derzeit auch viele kontinentaleuropäische Banken: London sei ein wichtiger Standort und werde das auch bleiben- so zuletzt etwa Deutsche Bank-Chef Cryan..

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    m.d

    8. September 2016 12:27 at 12:27

    Also diese arroganten Engländer. Wenn das der Erdogan sagen würde dann würde eine bebenhafte Retourkutsche erfolgen bei dem sich halb Deutschland zu Worte meldet. Bei den Engländern kuscht man.
    Ich würde den Engländern mit voller Härte entgegen kommen, es reicht wirklich. Die nehmen sich die Rosinen und erst durch die Rosinen haben Sie die sehr positiven Effekte für Ihr Land.
    Also Frau Merkel ist die richtige Person für die harten Verhandlungen und die wird es schon richten. Alternativen sind sowieso nicht vorhanden. Der eine kümmert sich seit Amtsantritt an irgendeine Übernahme, die anderen wissen auch nicht weiter und melden sich mittendrin und meinen wir müssten mal etwas abstimmen und am besten gegen die Türkei. Nö gegen England etwas abstimmen, nö das ist zu gefährlich.
    Somit lässt man eine Fr. Merkel alleine. Opposition ach ja, das macht die Schwesterpartei mit der Person Seehofer.
    Der Rest der Parteienlandschaft ist so schlecht, womit auch der Erfolg der AfD für mich zu erklären ist.
    Und wenn ich schon mal gerade dabei bin :)
    Auch die PK`s von der EZB müssen nach einem Brexit in Deutsch abgehalten werden.

    wir müssen auch mal ein bißchen egoistischer denken würde ich sagen.

    • Avatar

      Maitdjai

      8. September 2016 14:23 at 14:23

      TzzTzz… Merkel Juenger gibt es ja doch noch? Frau Merkel wird Garnichts „richten“, wie man gelernt hat.

  2. Avatar

    sabine

    8. September 2016 14:15 at 14:15

    a) „Kann jemand 3 Gründe nennen, warum England in der EU bleiben soll?“ fragte die Queen vor dem Brexit. Wo sie recht hat, hat sie recht.
    b) Auch Sie haben recht. Es gibt die Lebensmittel-Informationsverordnung der EU (LMIV), die besagt, daß auch Rosinen meldepflichtig sind. Und das gilt jetzt in England nicht mehr. Sie können also alles verkaufen, ohne anzugeben, wenn in den Lebensmitteln Rosinen drin sind. Ungeheuerlich. Nicht auszudenken.
    c) So ganz wurscht ist der engl. Markt für die Dt. nicht: „Brexit sorgt wohl für Konjunkturdämpfer 2017“. Mir scheint immer noch das wichtigste, daß die nicht die Kriege und Bankenrettungen mitzahlen müssen. Darum wollen ja andere Länder nicht mehr in die Eu. Außerdem wegen der ganzen Vorschriften (Schwachsinns-Verordnungen, Flüchtlingsaufnahmen, Abtreibungskosten-Zwang…) und der Entmachtung der Parlamente. Wo sind da bitte Rosinen? Ein paar RollsRoyce oder schott.Whishey in der EU verkaufen??? Hahahaha.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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Anleger warten ungeduldig auf den Volks-Tesla – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern hatte Elon Musk im Rahmen einer weithin beachteten Präsentation (Battery Day) die neue Tesla-Batterie des Modells 4680 vorgestellt. Die Ingenieure waren begeistert von der neuen Rundzelle. Die Investoren hingegen waren eher ernüchtert und schickten die Aktie nach der Präsentation erst einmal südwärts.

Wer hat nun Recht, die Ingenieure oder die Investoren?

Ich meine, die Ingenieure. Denn die neue Batterie wird den Tesla-Autos eine um 16 % verbesserte Reichweite verschaffen und dies bei verringerten Produktionskosten (-14 %). Damit rückt der sogenannte Volks-Tesla in greifbare Nähe. Vor Steuern soll dieses E-Auto nicht mehr als 25.000 USD kosten und soll damit für breite Schichten erschwinglich sein.

Dabei wird der US-Autobauer den Anteil des Siliziums im Batteriekern weiter senken und durch billigeres Graphit ersetzen. Gleichzeitig werden die Batteriespeicher der neuen Generation weniger Kobalt enthalten und stattdessen mehr Nickel. Besonders unter Umweltaktivisten ist Kobalt aufgrund seines wenig umweltverträglichen Abbaus umstritten. Also von der Technikseite nur gute Nachrichten für Tesla und die Branche der E-Mobilität.

Tesla braucht noch Zeit

Warum war die Investorenseite dann enttäuscht? Nun, Elon Musk hatte keine Revolution verkündet. Der Fortschritt ist beträchtlich, aber er braucht Zeit. So wird der eingangs angesprochene Volks-Tesla erst in knapp 3 Jahren das Licht des Marktes erblicken. Vor allem die Umstellung des Produktionsprozesses der Akku-Batterien wird viele Monate in Anspruch nehmen. Derzeit arbeiten die Batteriehersteller in China und Japan, wie etwa Panasonic oder CATL, unter Volllast. Jetzt schon ist absehbar, dass dem Markt im kommenden Jahr erschwingliche Batterien fehlen werden. So haftet der neuen Tesla-Batterie zunächst etwas Theoretisches an.

Tech-Investoren sind heuer – zumindest nach dem März-Tief – bekanntlich sehr verwöhnt worden. Es war praktisch unmöglich für uns, Kursraketen zu vermeiden. Das haben wir sehr angenehm auch im NextGeneration-Depot der Premium-Chancen gespürt. Mit Titeln wie Zur Rose, Apple, Tomra oder auch…..

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