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Devisen

Pfund und Brexit: „Experten“ zocken auf Luft und Liebe

Claudio Kummerfeld

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Sie kennen den Spruch „von Luft und Liebe allein kann man nicht leben“? Tja, im Augenblick zocken die großen Devisen-Experten (die angeblichen Experten) in London wohl genau darauf. Der Brexit-Deal von Theresa May wurde im Parlament in London abgelehnt. Sie bleibt im Amt, und wird definitiv keine neue Volksabstimmung durchführen lassen.

Keine Hoffnung in London, aber man hofft das Beste

Am Montag den 21. Januar will Theresa May dem Parlament einen neuen beziehungsweise abgewandelten Plan vorstellen, damit es dem Deal mit der EU zustimmt. Nur: Bevor May dies tut, müsste sie einen neuen Deal ja erst mit Brüssel besprechen und von Brüssel auch genehmigen lassen. Und Brüssel hat schon diverse Male signalisiert, dass man keine weiteren substanziellen Zugeständnisse machen wird. Und wo soll in drei, vier Tagen ein neuer Deal herkommen?

Aber (wir wiederholen uns diese Woche), sollte May tatsächlich einen neuen für Großbritannien besseren Brexit-Deal rausschlagen können (wie auch immer), würde sie damit eventuell die Opposition milde stimmen. Aber gleichzeitig würde sie damit die Brexit-Hardliner in der eigenen Partei vergraulen. Wie ein veränderter Deal im Parlament angenommen werden soll, und wo ein neuer Deal überhaupt hergezaubert werden soll – niemand weiß es.

Britisches Pfund notiert viel zu hoch bei der politischen Lage?

Allein die großen Player, die als virtuelle Community (der Herdentrieb) am Interbankenmarkt in London das Pfund bewegen, scheinen zu wissen oder besser gesagt zu glauben, dass es eine tolle neue Lösung geben wird, die für Großbritannien positiv ausfallen wird. Hört man sich um, dann ist es in der Tat diese (für uns Kleingläubige bei FMW) undefinierbare Hoffnung, die das Pfund oben hält.

Aktuell notiert das Pfund gegen den US-Dollar auf dem höchsten Stand seit Mitte November 2018. Von dem Zeitpunkt kurz vor der Brexit-Abstimmung bis jetzt gab es ein Plus von 140 Pips für das Pfund. Völlig unerklärlich,  zumindest für uns Kleingläubige! Denn die Lage ist definitiv unklarer und hoffnungsloser als je zuvor. Denn es ist keine Lösung in Sicht. Man darf vermuten, das das Pfund eine tickende Zeitbombe ist, nur viele wollen es (noch) nicht wahrhaben.

Nochmal wie schon vor Kurzem unser Hinweis: Wir wollen Sie als Trader nicht stumpf Short in das Pfund treiben, denn auch wir haben keine Glaskugel. Aber als Spekulant könnte man sich seine eigene Meinung bilden, und ein Short-Trade für den kurz- oder mittelfristigen Horizont als Idee interessant sein könnte. Nochmal unser Hinweis: Auch wir wissen nicht, was in den nächsten Tagen in London passieren wird. Aber dieser optimistische Kursverlauf der letzten Tage im Pfund ist mehr als merkwürdig bei den politischen Ereignissen!

Britisches Pfund vs USD seit Anfang November
Britisches Pfund vs USD seit Anfang November.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Michael

    18. Januar 2019 13:31 at 13:31

    In meinem Depot wurde gestern via Sell-Limit ein Short bei etwa 1.30 ausgelöst. Mal sehen, was dabei rauskommt, wo ich doch Cable nie wieder handeln wollte, weil ich bei dieser Währung anscheinend immer nur ins Klo greife :)
    Aber die Situation ist einfach zu reizvoll und schreit fast nach Shorten. Sollte sich also nicht bestätigen, dass der Rinderwahnsinn in Großbritannien neben der Politik nun auch die Börse dauerhaft erfasst hat, bin ich ganz guter Dinge ;)

  2. Avatar

    Michael

    18. Januar 2019 15:47 at 15:47

    Ergänzung: Die heutigen Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen im großen Britannien für den Monat Dezember und die ebenso tief roten Revisionen zum November (beides Weihnachtsgeschäft) zeigen deutlich den Zustand bzw. die Tendenz der britischen Wirtschaft und Gesellschaft. Man spart, man bunkert, man hat kein Geld mehr für Konsum, man hat Zukunftsängste.
    Nach aktueller abstruser und völlig verquerer Börsenlogik (dazu passen übrigens die völlig weltfremden Erwartungen der Analysten zu diesen Zahlen) ein weiteres deutliches Long-Signal fürs Pfündchen: Jetzt kann es schließlich nicht mehr recht viel schlechter werden :)

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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