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Devisen

Britisches Pfund: Der Weg in den Keller ist frei

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Die gestrige Verschiebung der Brexit-Abstimmung im britischen Parlament zeigt das ganze Chaos in London. Niemand weiß, wie es weitergehen soll. Theresa May scheint gefühlt die einzige Person in London zu sein, die versucht einen Mittelweg zu finden. Alle anderen sind entweder Brexit-Hardliner – oder man gehört zur Gegenseite, und möchte am liebsten eine neue Brexit-Abstimmung abhalten.

Aber so hat Theresa May gestern eigentlich etwas Unglaubliches für eine Demokratie gemacht. Es steht eine Abstimmung an. Und da ich weiß, dass die Abstimmung nicht in meinem Sinne ausfallen wird, sage ich die Abstimmung einfach ab. Was für ein Demokratie-Verständnis! Egal wie die Sache letztlich ausgehen wird – Großbritannien wird als Verlierer da stehen. Diese Tatsache preiste der Devisenmarkt gestern in den Kurs des britischen Pfund ein.

Wir haben seit einigen Wochen immer wieder über das wichtige Unterstützungsniveau aus August bei grob gesagt 1,27 gegen den US-Dollar berichtet. Solange der Kurs nicht darunter fiel, war die Welt noch halbwegs in Ordnung für Pfund-Bullen. Aber gestern nach der Absage der Abstimmung wurde diese Marke krachend nach unten durchbrochen. Pfund vs USD (GBPUSD) fiel in einem schnellen Rutsch fast 200 Pips auf 1,2505 im Tief.

Ganz aktuell erholt sich der Kurs zwar auf über 1,26. Die Unterstützung aus August ist auf Tagesbasis aber immer noch deutlich unterschritten worden. Und damit ist aus charttechnischer Sicht der Weg in den Keller frei. Im folgenden Chart sieht man GBPUSD seit Juli. Rechts sieht man den aktuellen Absturz. Im zweiten Chart sieht man GBPUSD seit 2015. Im großen Bild ist der Weg frei bis zum Tief bei 1,20 aus Anfang 2017. Je mehr Chaos es in den nächsten Tagen und Wochen gibt, desto mehr ist nach unten möglich.

Britisches Pfund vs USD

Britisches Pfund vs USD

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Aktien

Im Fokus: Pfund, Tesla, Wirecard, Deutsche Bank

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Das Brexit-Chaos nimmt kein Ende. Laut „ITV News“ soll eventuell morgen im House of Commons der Deal von Theresa May erneut zur Abstimmung eingebracht werden. Nur wenn die Parlamentarier zustimmen, würde May von der EU eine längere Verschiebung des Brexit-Termins erhalten. Aber warum sollten die Parlamentarier diesmal zustimmen? Aus purer Angst vor dem harten Brexit? Wer weiß das schon, wer blickt da noch durch? Das Merkwürdige ist einmal mehr die Gelassenheit der Pfund-Bullen. Der Chart, der bis Anfang Februar zurückreicht, zeigt es. Pfund vs US-Dollar bleibt gelassen und gefestigt bei aktuell 1,32. Schwäche sieht anders aus. Wie kann man bei so einem Chaos und so viel Unsicherheit so ruhig bleiben, und das bei so einem wichtigen Event? Wir wollten es ja bloß noch mal erwähnt haben!

Pfund vs USD

Tesla

Die Aktie von Tesla ist seit Tagen kräftig am Abschmieren. Von Freitag Abend bis jetzt hat sie noch mal 7 Dollar auf aktuell 257 Dollar verloren. Seit Mitte Dezember hat sie nun satte 120 Dollar verloren. Aber noch wichtiger ist für Charttechniker, dass die Tesla-Aktie jetzt fast an der wichtigen Unterstützung bei rund 250 Dollar angekommen ist (Chart seit Ende 2015). Geht es unter dieses Level, kann es wirklich übel werden (kann, nicht muss). In den letzten Tagen gab es sehr viele negative Meinungen zu Tesla. Heute kommt eine weitere hinzu. RBC Capital Markets stuft die Aktie von Tesla ab von 245 auf 210 Dollar. Augen auf beim Niveau von 250 Dollar, möchten wir anmerken!

Tesla-Aktie seit 2015

Wirecard

Auch die Aktien von Wirecard sehen momentan nicht gut aus. Am 4. April verkündet man seine Quartalszahlen, und allgemein wird erwartet, dass Wirecard bis dann auch den sehnsüchtig erwarteten Bericht einer Kanzlei aus Singapur präsentiert, ob es nun Buchhaltungstricks gab oder nicht. Gestern oder vorgestern hatten einige Marktteilnehmer mit dem Bericht gerechnet, aber er kam nicht. Vielleicht im Laufe dieser Woche? Die Nervosität in der Aktie steigt weiter an. Es gibt derzeit Berichte, dass ein sehr großer Privatkredit der Deutschen Bank für den Wirecard-CEO mit seinen eigenen Wirecard-Aktien beliehen wurde. Das mag zwar interessant sein, aber eine Kursrelevanz kann das eigentlich nicht haben. Es ist aktuell wohl die Nervosität. Wer an die Unschuld von Wirecard glaubt, kann aktuell bei glatt 100 Euro einsteigen (am Freitag noch bei 105 Euro). Am 11. März hatte die Aktie schon mal ein Zwischenhoch bei 136 Euro erreicht. Dieser Langfristchart seit 2015 zeigt den Anstieg (von unter 50 auf 199 Euro) und Absturz der Aktie. Also, ist dies jetzt ein günstiger Einstieg für Zocker? Entscheiden Sie selbst. Der Prüfbericht kann jeden Tag veröffentlicht werden.

Deutsche Bank

Tja, die ganze schöne Fusions-Euphorie rund um die Deutsche Bank und Commerzbank ist verpufft. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fusion steigt gefühlt seit Tagen immer weiter an. Aber immer mehr wird auch dem gutgläubigsten Börsianer klar, dass „zwei Mal Problem“ nicht „Gut“ ergibt. Am 15. März noch bei 8,22 Euro, notiert die Aktie jetzt bei 7,17 Euro. Und wird die Fusion abgesagt, stehten DB und CoBa genau so in einem phantasielosen Vakuum. Das ist schon echt eine verfahrene Lage für die Aktie. Im folgenden Chart sieht man das Tief Ende Dezember. Im Moment läuft der Kurs mit guten Schritten darauf zu. Weiter schwächelnde Kurse könnten (einfältige) Politiker dazu bringen, noch mehr Druck Richtung Fusion auszuüben. Leute, ihr werdet ja immer schwächer. Fusioniert bitte schnell, dann seid ihr stark. Hat ja auch super funktioniert bei DB/Postbank und CoBA/Dresdner!

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Devisen

Erdogan droht Türken, die ihre Lira in Devisen umtauschen

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Der türkische Präsident Erdogan sorgt „endlich mal wieder“ für Action auf dem Devisenmarkt. Dass bloß keine Langeweile aufkommt. Das darf natürlich nicht passieren. In einer Woche sind Kommunalwahlen in der Türkei, und Präsident Erdogan sagte auf einer Wahlkampfveranstaltung in Istanbul, dass Personen welche provokante Aktionen unternehmen würden, einen sehr hohen Preis zahlen würden. Damit meine er Aktionen am Devisenmarkt.

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Er wende sich an Personen (in der Türkei), die kurz vor der Wahl Lira verkaufen und gegen Devisen (wohl vor allem Euro und Dollar) eintauschen würden. Diese Menschen betrachtet Erdogan offensichtlich als bösartige Spekulanten und Feinde. Sie würden auf einen Verfall der türkischen Lira wetten. Man (der Staat) kenne die Identitäten dieser Personen, und man wisse was sie gemacht hätten. Die türkische Bankenaufsichtsbehörde habe bereits Maßnahmen eingeleitet.

Im Klartext: Präsident Erdogan will Bürger davon abhalten das zu tun, was in einer freiheitlichen Gesellschaft ganz normal ist. Nämlich das heimische Geld gegen Währungen anderer Länder zu tauschen. Und da ein Verbot (offene Kapitalverkehrskontrollen) ein desaströses Zeichen für ausländische Investoren wäre, versucht Erdogan es eben mit dieser „Art von Druck“. Wer all die Inhaftierungen von Journalisten und Bürgerrechtlern in der Türkei sieht, der weiß, dass so eine Drohung durchaus erst gemeint ist.

Da dürfte es so mancher türkischer Staatsbürger mit der Angst zu tun bekommen. Was macht man also (vermutlich)? Ab in den Flieger, und irgendwo im Ausland Bargeld umtauschen in Euro oder US-Dollar. Das kann die Regierung in Ankara dann nicht kontrollieren. Die Erfahrung zeigt (Argentinien etc), dass Kapitalverkehrskontrollen oder auch nur „sanfte“ Ersatzmaßnahmen wie solche Drohungen alles nur noch schlimmer machen.

Sie untergraben die Glaubwürdigkeit und Seriosität eines Staates gegenüber Bürgern, und gegenüber Investoren aus dem Ausland. Damit wird grundsätzlich das Vertrauen in die Währung geschwächt. Und Papierwährungen wie Lira, Juan, Dollar, Euro, Pfund etc bestehen NUR aus Vertrauen! Aber zurück zur Tagesaktualität. Erdogan hat mit seinen Anschuldigungen wohl den massiven Kursausbruch gemeint, der ganz aktuell am Freitag stattgefunden hat. Da crashte die Lira nämlich kräftig ab.

Euro vs Lira stieg in wenigen Stunden von 6,25 auf 6,60. Bis jetzt hat sich diese Bewegung wieder beruhigt, und EURTRY notiert bei 6,37. Damit befindet sich die Lira aber seit Wochen immer noch im Abwärtstrend (im Chart spiegelverkehrt, weil das Paar als Euro vs Lira dargestellt wird). Das vielleicht Tragische an der Sache ist: Erdogan denkt private Spekulanten würden so kurz vor der Wahl gegen ihn oder gegen die Türkei wetten.

Dabei waren die Kursschwankungen am Freitag und heute ausgelöst worden von verschiedenen Maßnahmen der türkischen Zentralbank. Privatzocker waren also nicht verantwortlich für diese Schwankungen. Aber durch solche Drohungen könnte Erdogan erst recht das auslösen, was er verhindern will. Wer als Bürger Angst hat vor Kapitalverkehrskontrollen, staatlicher Repression und einer weiteren Abwertung seines Geldes, der könnte erst recht vorhaben im Ausland und somit außerhalb der staatlichen Kontrolle Lira zu tauschen.


Euro vs Lira seit Anfang Januar.

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Devisen

Brexit: Bis 12. April alles möglich – Tusk ist glücklich, die Pfund-Bullen auch

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EU-Ratspräsident Donald Tusk hat sich vor wenigen Minuten über das nun zu Ende gegangene zweitägige Treffen der EU-Staatschefs in Brüssel geäußert. Neben anderen Tagesordnungspunkten von heute, die weniger wichtig waren, zieht er auch ein Endfazit über die gestrige Brexit-Vereinbarung, die heute festgezurrt worden sei.

Er sei glücklich darüber, dass die Briten nun bis zum 12. April nochmal etwas mehr Luft haben. Alle Optionen seien möglich, und es liege nun an den Briten, was passieren soll. Brexit mit Deal, ohne Deal, Verschiebung, lange Verschiebung, oder Brexit ganz absagen. Hier im Wortlaut:

As regards Brexit, the European Council formalised last night’s decisions by the EU27 and the UK, to delay the cliff-edge and allow for an extension. Personally, I am really happy about this development. As I said yesterday, it means that until the twelfth of April, anything is possible: a deal, a long extension – if the UK decided to re-think its strategy – or revoking Article 50, which is a prerogative of the UK Government. The fate of Brexit is in the hands of our British friends. We are, as EU, prepared for the worst, but hope for the best. As you know, hope dies last. Thank you.

Die gestrigen Verluste im Pfund (vs US-Dollar), als es während der Verhandlungen in Brüssel nicht so gut aussah, wurden inzwischen wieder ausgebügelt. Nun hoffen die Pfund-Bullen mal wieder, dass doch noch alles gut wird, und es irgendeine Art Brexit-Deal geben wird.

Pfund USD


Donald Tusk. Foto: Mateusz Włodarczyk – www.wlodarczykfoto.pl CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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