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Broadcom-Aktie 11 % im Minus – hohe Steigerungen – Ausblick enttäuscht

Die Quartalszahlen von Broadcom zeigen sehr hohe KI-Wachstumsraten. Aber die Erwartungen waren sehr hoch, und der Ausblick enttäuscht.

Foto: Gareth Halfacree from Bradford, UK - Raspberry Pi 3 B+ CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/
Foto: Gareth Halfacree from Bradford, UK - Raspberry Pi 3 B+ CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Die Broadcom-Aktie gehört zu den ganz großen Schwergewichten mit 2,2 Billionen Dollar Marktkapitalisierung. Der Chiphersteller meldete gestern Abend nach Börsenschluss seine Quartalszahlen. Die Aktie reagierte über Nacht mit einem Verlust von 11 %. Während die Geschäftszahlen für das zweite Quartal überzeugen konnten, enttäuschte der Ausblick. Die KI-Euphorie der Börse konnte nicht befriedigt werden. Auch leistete sich der CEO einen Patzer, als er in der Telefonkonferenz zunächst aus Versehen Zahlen aus dem Jahr 2025 präsentierte.

Broadcom mit Quartalszahlen

Der Umsatz lag im letzten Quartal bei 22,19 Milliarden Dollar nach 15 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal Die Erwartung für die gestrige Meldung lag bei 22,13 Milliarden Dollar. Beim Gewinn pro Aktie (nach Non Gaap) lag Broadcom gestern bei 2,44 Dollar nach 1,58 Dollar im Vorjahresquartal – für die gestrige Meldung wurden 2,39 Dollar erwartet. Der Umsatz mit KI-Halbleitern (Beschleuniger) lag bei 10,8 Milliarden US-Dollar, bei Erwartungen von 10,7 Milliarden US-Dollar. Also konnte man bei den Headline-Zahlen die Erwartungen ganz leicht übertreffen.

Headline-Aussage von Broadcom

Was Broadcom in seinem Headline-Statement sagte: Man hat im zweiten Quartal Rekordwerte bei Umsatz, Betriebsergebnis und freiem Cashflow erzielt, was auf das beschleunigte Wachstum bei den KI-Halbleiterumsätzen und eine starke operative Hebelwirkung zurückzuführen sei. Der Halbleiterumsatz aus dem KI-Bereich stieg laut Broadcom im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 143 % und lag damit über der Firmen-eigenen Prognose, was auf die steigende Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Beschleunigern und KI-Netzwerktechnologien zurückzuführen sei, so sagte es der CEO Hock Tan. Die Dynamik halte an, und für das dritte Quartal erwarte man, dass der Halbleiterumsatz aus dem KI-Bereich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 200 Prozent auf 16 Milliarden Dollar wachsen wird. Die Non-GAAP-Betriebsmarge für das dritte Quartal soll stabil bei 67 % liegen, was den starken operativen Hebel widerspiegelt, so das Unternehmen.

Ausblick

Für das aktuell laufende dritte Quartal stellte Broadcom gestern Abend 29,4 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, was eine Steigerung um 84 % im Jahresvergleich darstellen würde. Sehr wichtig für die Anleger: Die bisherige Markterwartung für diesen Umsatzausblick lag bei 28,61 Milliarden Dollar. Man liegt also über der Erwartung, aber nur leicht. Schon das kann bei der großen KI-Euphorie der Märkte als Enttäuschung gewertet werden. Sehr wichtig und wohl entscheidend für den nachbörslichen Sturz der Aktie: Man erwartet für das laufende dritte Quartal nur 16 Milliarden Dollar Umsatz bei Halbleitern im KI-Bereich. Laut Bloomberg lagen die durchschnittlichen Analystenerwartungen aber bereits bei 17,2 Milliarden Dollar. Also liefert Broadcom in diesem Punkt anders als andere Chiphersteller keinen euphorischen Ausblick (aus Sicht der Analysten), der die Aktie weiter vorantreibt. Für das im Oktober endende Geschäftsjahr sollen KI-Chips für 56 Milliarden Dollar abgesetzt werden, bei bisherigen Erwartungen von 57,6 Milliarden Dollar.

Extrem hohe Erwartungen schon eingepreist

Bei den KI-Beschleunigern sieht man es gut: 10,8 Milliarden Dollar Umsatz im letzten Quartal, und für das aktuelle Quartal erwartet Broadcom bereits 16 Milliarden Dollar. Was für ein gigantischer Umsatzsprung! Aber die Börse (die Analysten) hatte eben im Vorfeld schon 17,2 Milliarden Dollar erwartet. Das Geschäft brummt auf Hochtouren. Doch wie es nun mal üblich ist, preist die Börse all diese Hoffnungen und enorme Zuwächse schon vorab in die Kurse ein. Entsprechend fällt die Aktie nun 11 %. Aber man muss dazu immer das Gesamtbild sehen. Woher kommen die Chipaktien? Die letzten fünf Jahre war die Broadcom-Aktie bereits 909 % angestiegen (Börsenkürzel AVGO), Nvidia 1121 %, AMD 565 %. Der breite US-Chipsektor (SOX-Index) stieg um 332 %. Da ist es zwischendurch auch normal, wenn extrem hohe Markterwartungen an zukünftige Umsätze für Rückschläge in der Aktie sorgen.

Enormer Anstieg der Broadcom-Aktie im Vergleich zu anderen Chipaktien

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die Frage wird sein …wer KI am Ende auch wirklich kostenpflichtig benutzt…. bisher viele Investionszusagen… aber wenig Konkretes in der Endanwendung …

    Der „Return on Invest“ ist negativ…stark negativ…ein großes Pokerspiel …alle schieben…keiner sagt: Will sehen!

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