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Brummender China-Handel mit den USA – das könnte die Erklärung sein

Der chinesische Außenhandel brummt ohne Ende. China hat im Juli im Jahresvergleich 12,2% mehr exportiert (Volumen 212 Milliarden Dollar). Die Importe wuschen um 27,3% auf 188 Milliarden Dollar. Erwartungen lagen nur bei Zuwächsen von 10% und 16%. Das ist schon erstaunlich, wo doch der Handelskrieg sich so langsam in den Außenhandelsdaten niederschlagen müsste?

Noch merkwürdiger sieht es in Sachen Handel mit den USA aus. Da brummt das Geschäft ebenfalls. China hat im Juli seine Exporte um 11,2% auf 41,5 Milliarden Dollar erhöht. Die Importe stiegen um 11,1% auf 13,4 Milliarden Dollar. Aber wie kann da sein? Müssten die Handelsaktivitäten der Chinesen mit den USA nicht schon deutlich zurückgehen?

Nun, der große Batzen über 200 Milliarden Dollar Handelsvolumen, welches mit deutlich höheren US-Zöllen belegt werden soll, wird nicht vor dem 5. September in Kraft treten. Und gestern wurden neue Sanktionen verkündet, die erst ab 23. August gültig sein sollen. Demnach haben US-Importeure wie auch chinesische Importeure noch ein paar Wochen lang Zeit zu „alten“ Zöllen auf Teufel komm raus so viel Waren ins Land zu holen wie nur irgend möglich.

Das nennt man den Vorzieh-Effekt. Eigentlich für Herbst geplante Importe werden nun eilig vorgezogen, und man macht sich die Lager randvoll, um bald gültige Importzölle zu sparen. Das bedeutet aber auch: Der Absturz im Handelsvolumen wird in vielleicht zwei, drei Monaten um so höher sein, wenn die nun vorgezogenen Umsätze dann fehlen. Es könnte also im Herbst ein böses Erwachen geben, wenn Außenhandelsdaten in den USA und China veröffentlicht werden.

Da dürfte es auch große Abweichungen zu Analystenschätzungen geben. Denn diese Zoll-Story bringt die normalen Handelsströme durcheinander. Im Herbst kann also einiges Überraschendes passieren in Sachen Außenhandelsdaten!



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3 Kommentare

  1. Oder es schmilzt so langsam dahin und keiner merkt es richtig in den Zahlen und alle merken es geht auch mit Zöllen gegen China :-) Es lebe der Aktien Wachstum egal was kommt, oder so…..

  2. Haben wir es gerade mit einer globalen „wer bremst, verliert“-Mentalitaet zu tun?
    Die gebratenen Ochsen haengen mittlerweile schon im Dutzend ueber diverse belagerte Stadtmauern! ….und niemand darf Schwaeche zeigen. Was tun mit global vollen Lagern…Wenns vielleicht doch crasht $? …bisschen engstirnige Sichtweise (von den Akteuren)…wenn ich als Unternehmer zuviel auf Halde liegen habe, ist das ein groesseres Problem…global gesehen
    der Supergau bei nachlassender Nachfrage….

  3. ….aber eigentlich kann ja Jetzt bis zum Herbst nichts mehr schiefgehen…

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