Bis die große Schulden-Orgie der Bundesregierung auf die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt oder BIP) wirkt, dauert es wohl noch bis 2026. Für den Moment befinden wir uns weiterhin in der konjunkturellen Flaute. Dazu sagt die Bundesbank aktuell, dass das BIP im zweiten Quartal wahrscheinlich stagniert hat.
Als Grund dafür nennt die Bundesbank unter anderem Vorzieheffekte bei den Exporten und der Industrieproduktion aufgrund erwarteter höherer US-Zölle im ersten Quartal. Zudem konnte der Dienstleistungssektor seine Aktivität wohl nur leicht ausweiten, auch weil vom privaten Konsum weniger Impulse gekommen sein dürften. Vom Bausektor sind sogar deutlich negative Wachstumsbeiträge zu erwarten.
Die Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten aus dem In- und Ausland zog zwar etwas an, sie sei jedoch nach wie vor gering, so die Bundesbank. Im Juni habe sich zwar die Unternehmensstimmung verbessert, heißt es im Bericht. Kurzfristig drohe der deutschen Exportwirtschaft jedoch zusätzlicher Gegenwind durch die US-Zollpolitik. So habe US-Präsident Trump kürzlich angekündigt, dass ab dem 1. August 2025 Zusatzzölle von 30 Prozent (anstelle des im April eingeführten Basiszollsatzes von 10 Prozent) auf Produkteinfuhren aus der EU in Kraft treten, falls es nicht zuvor zu einer Einigung kommt.
In der Deutschland-Prognose vom Juni hatte die Bundesbank für die Basislinie noch einen Zollsatz von 10 Prozent zugrunde gelegt. Träte der nun angekündigte Zollsatz in Kraft, stellte er insofern ein beachtliches konjunkturelles Abwärtsrisiko dar, warnen die Volkswirtinnen und Volkswirte.
Angeschoben durch die Automobilindustrie, habe die Industrieproduktion im Mittel von April und Mai im Vergleich zum Vorquartal leicht zugelegt. Damit steuert sie auf den zweiten Quartalszuwachs in Folge zu, nachdem sie zuvor sieben Quartale lang geschrumpft war, so die Bundesbank. Allerdings konnten nicht alle Bereiche zulegen: Die Produktion von Vorleistungsgütern, wie beispielsweise die Herstellung von chemischen oder von Metallerzeugnissen blieb in den ersten beiden Monaten des zweiten Quartals hinter dem Durchschnitt des ersten Quartals zurück.
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