Wirtschaftsverbände von BDI bis VDMA trommeln aktuell, appellieren an die Politik wegen dem Absturz der deutschen Industrie. Die Insolvenzen steigen kräftig. Und das ifo-Institut meldete erst gestern den deutlichen Einbruch bei Investitionen in Deutschland. Aktuell meldet ifo eine deutliche Abwärtskorrektur für die Erwartung zum Bruttoinlandsprodukt bis ins Jahr 2027.
Und das, wo das 500 Milliarden Euro Sondervermögen der Bundesregierung doch eigentlich einen großen Konjunkturimpuls bringen sollte, der das Bruttoinlandsprodukt spürbar anheben würde. Experten warnen reihenweise seit Wochen davor, dass das Sondervermögen zu großen Teilen zweckentfremdet wird – zum Beispiel für Haushaltslöcher, und nicht für Investitionen. Dass in dem Zusammenhang Konjunkturimpulse und Aufbruchstimmung in der deutschen Wirtschaft ausbleiben, ist nachvollziehbar.
Das ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose vor wenigen Minuten nach unten korrigiert. Für 2026 erwartet es ein Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt von 0,8 Prozent. Auch für dieses Jahr rechnet das Institut nur noch mit 0,1 Prozent Wachstum. Gegenüber der Herbstprognose reduziert ifo seine Prognose für 2025 um 0,1 Prozentpunkte, für 2026 und 2027 um jeweils 0,5 Prozentpunkte. Für 2027 liegt die Wachstumsprognose nun bei 1,1 Prozent.
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat heute früh ebenfalls seine Winterprognose für das Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht. Hier die wichtigste Aussage: Die deutsche Wirtschaft hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Für mehr als ein mageres Plus von 0,1 Prozent reicht es in diesem Jahr jedoch nicht. Ab dem kommenden Jahr setzt die expansive Finanzpolitik zwar konjunkturelle Impulse, die aber geringer ausfallen, als bislang erwartet. Das Kiel Institut rechnet 2026 mit einer Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,0 Prozent (bislang 1,3 Prozent) und 2027 von 1,3 Prozent. Bremsend wirken neben strukturellen Hemmnissen auch die schwächelnden Exporte aufgrund der US-Zollpolitik und rückläufigen Ausfuhren nach China.
ifo sagt aktuell: „Die deutsche Wirtschaft passt sich dem Strukturwandel durch Innovationen und neue Geschäftsmodelle nur langsam und kostspielig an. Zusätzlich werden Unternehmen und Neugründungen im Besonderen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert“, so die ifo-Aussage. Die US-Zollpolitik belaste die deutsche Exportwirtschaft nach wie vor spürbar. Laut ifo-Prognose dämpfen die höheren US-Zölle das Wachstum im Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 um 0,3 Prozentpunkte und 2026 um 0,6 Prozentpunkte. Die Unsicherheit durch die Zölle bleibe hoch, auch wenn die akuten Konflikte zwischen den USA und der EU entschärft wurden. Die Weltwirtschaft wächst zwar in den Jahren 2025 bis 2027 moderat um durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr, doch die deutsche Industrie profitiert davon laut ifo nicht und verliert weiter an Wettbewerbsfähigkeit.
Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken nur verzögert. Für 2026 wird ein Wachstumseffekt von 0,3 Prozentpunkten und für 2027 von 0,7 Prozentpunkten erwartet. „Die Maßnahmen der Bundesregierung helfen kurzfristig, aber sie reichen nicht aus, um langfristig die Produktionskapazitäten der deutschen Wirtschaft auszuweiten“, so ifo. Daher revidiert das Institut das Produktionspotenzial deutlich nach unten: Für 2027 liegt es 0,7 Prozentpunkte niedriger als noch im Herbst prognostiziert. „Die deutsche Wirtschaft verliert an Dynamik, weil das Arbeitskräftepotenzial, die Unternehmensinvestitionen und das Produktivitätswachstum zurückgehen“.
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Ich frage mich wo die überhaupt noch das Wachstum herfantsieren. Überall wo was reales geleistet wird geht es bergab. Das Einzige was wächst ist der Staat und die Anzahl der Meldestellen gegen „Hass und Hetze“.
Diese Prognosen beruhen auf linearen Berechnungen und sind mit Vorsicht zu genießen. Alle natürlichen Prozesse an denen Menschen beteiligt sind, neigen zu einer exponentiellen Entwicklung. Mir sind viele Aussagen von Unternehmern im Ohr, die auf die neue Regierung gehofft haben, und ich habe nicht den Eindruck, dass der Bundeskanzler auch nur irgendetwas davon eingelöst hat.
Natürlich haben die Kreditprogramme zunächst eine gewisse „Vorfreude“ ausgelöst, aber auch dieser Effekt löst sich langsam auf.
Kurz gesagt: ich gehe davon aus, dass die Wirtschaft weiter einbricht, wenn die Regierung das Ruder nicht herumwirft. Und dafür sehe ich keinerlei Anzeichen. Herr Merz scheint ein beliebter SPD-Kanzler werden zu wollen.
Wenn die SPD weiter die „Bürgerlichen“ erpresst und nur in der Regierung bleibt, wenn sie nicht mehr finanzierbare Klientelpolitik betreiben darf, dann wird das ganze böse für Deutschland enden.
Entgegen der Hauptmeinung, dass Sozialkosten und Rentern ursächlich für den Rückgang von Wirtschaftseckdaten sind behaupte ich folgendes:
-Die Anhebung der Leitzinsen vor ca. 3 Jahren (nach 10 Jahren nullzinsphase) wirkt sich jetzt auf die Realwirtschaft aus.
-Der Handelskonflikt ist aus Sicht der EU nicht gelöst. Man will es sich weder mit USA noch mit China verscherzen.
Wann in der Gesichchte der BRD war es nicht so, dass nach einer auf eine Boomphase folgende Straffung der Geldpolitik der Zentralbank eine Rezession folgte?
Leidet die europäische (insbesondere die Deutsche) Schwerindustrie nicht unter Überkapazitäten aus Fernost?
Ja natürlich sind hohe Sozialkosten kein Zuckerschlecken. Aber wenn die nichts mit der Ursache zu tun haben, wir auch eine Senkung derer (was wohl nur eingeschränkt möglich sein wird) nicht helfen, da an der Ursache vorbei.
Was die EU tun könnte (was aber die Wirtschaftsverbände seit Jahren einstimmig fordern):
-Energiekosten runter
-Bürokratie weg
Ich würde sagen, es braucht auch noch eine Art Steuerung für Importe, die hierzulande die Schwerindustrie in die Knie zwingen aber die gibt es ja schon zum Teil. Und da haben die Produzenten alleine hierzulande schon einen Zielkonflikt:
Mit Sicherheit wird Thyssenkrupp eine Importbeschränkung für Stahl begrüßen. Und ebenfalls mit ziemlicher Sicherheit wird die Autoindustrie das nicht so gut finden, weil die Einkaufspreise steigen.
Die Probleme sind zu >95% wirtschaftlicher Natur und haben wenig mit Sozialkosten zu tun (auch wenn diese die Gesamtsteuerlast hoch halten).
@Arbeiter
Für die Wirtschaft ist es natürlich am besten, wenn alle die Taschen voller Geld haben. Aber die Frage ist natürlich, wo das Geld herkommt?
Werthaltiges Geld kommt ausschließlich aus dem Primärsektor: Die Produktion von Gütern und Dienstleistungen. Und genauer gesagt, der Teil davon, der seinerseits mit werthaltigem Geld gekauft wird.
Volkswirtschaftlich ist sogar der Teil daran vergiftet, der durch Handelsüberschüsse erwirtschaftet wird, weil auch dieser nicht nachhaltig sein kann – jedes Land, dass dauerhaft mehr konsumiert als produziert, kann diesen Konsum nur durch Verschuldung aufrechterhalten, bezahlt also mit nicht werthaltigem Geld.
Deswegen gibt es bei einem stabilen Goldstandard keine dauerhaften Handelsüberschüsse und deswegen haben die Ökonomen Handelsüberschüsse noch bis tief in die 80er Jahre hinein als Problem gesehen und diese nicht als Erfolg gefeiert.
Da wir aber keinen Goldstandard haben, sondern ein Schuldgeldsystem, müssen ständig neue und höhere Schulden gemacht werden. Diese werden mit Zeitablauf untragbar und müssen dann entwertet werden.
An diesem Punkt sind wir jetzt (alle) und es kommt darauf an, wie dieser Prozess gemanaged wird.
Es müssen Haushaltslöcher gestopft werden, grüne Phantasien finanziert werden und Zinsen bezahlt werden.
Dann kommen noch die Ausgaben für das Militär, die sich genau so auf das BIP auswirken wie ein Feuerwerk das abgebrannt wird.
Haben die etwa 250 Milliarden in den letzten 3 Jahren fürs Militär nicht ausgereicht?
Und etwa 50 Milliarden fortlaufend?
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
An dieser Stelle möchte ich auch noch ergänzen, dass gerade die deutschen Konzerne an der aktuellen Problematik fleißig mitgearbeitet haben.
Damit meine ich, dass fast nahezu alle Lieferketten Quellen außerhalb Europas haben. KnowHow und Kapazitäten wurden verlargert (angeblich um wirtschaftlich zu agieren / man könnte auch vermuten, dass Gier die Grundlage gewesen sein könnte, denn jene frisst bekanntlich Hirn).
Der Globalismus war die einzementierte einzig wahre Relligion des modernen BRD-Wirtschaftswunders.
Wir wachen gerade in einem geopolitischen Konflikt auf, der genau diese Lieferketten in Frage stellt. Die Wirtschaftlichkeit der europäischen Exportnationen hat ein Problem. Die werden ohne Medizin oder Neugestaltung der Strukturen nicht weggehen.
Problem Nr. 1: Wir hingen an billigen Gaspipelines. Geokonflikt: Gas weg/teuer
Problem Nr. 2: USA und China haben einen Handelskonflikt, die EU steckt dazwischen. Man spürt die Abhängigkeiten bereits jetzt, es fehlen Teile, Lieferungen brauchen lange….
Jetzt denkt man das mal zu Ende und überlegt, wenn sich ein dieser Handelskonflikt auf Inseln auswirkt, die die Welt mit Chips verorgt.
Problem Nr. 1 ist zu 100% real, das zweite ist vielleicht aktuell bei 40%, eher noch theoretisch.
In Anbetracht der Tatsache, dass viele Industrien in Fernost noch weitere Kapazitäten ausbauen, kann man doch zu dem Schluss kommen: „Das könnte womöglich böse enden“. Muss zwar nicht aber es wirkt wie Gezocke.
Eine Möglichkeit wäre der extrem unpopuläre Weg, dass sich Europa etwas abschottet. Aber das ist ja das was die USA gerade „verzweifelt“ versuchen, mit unklarem Ausgang.
Das Beste was meiner Meinung nach die Europäer tun könnten, wäre auf die höchste Form der Gewinnoptimierung zu verzichten und mehr strategisch und langfristig zu denken.
Der frühere Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Hans-Artur Bauckhage erklärte einmal, die Investitions- und Strukturbank (ISB) sei auch dafür da, ein entsprechendes Gründerklima zu schaffen. Dies und Innovationsförderung müsste doch den Mittelstand, welcher zum Teil auch im Exportgeschäft tätig ist, entsprechend aufstellen können, damit dieser von dem im obigen Bericht genannten Wachstum der Weltwirtschaft profitieren kann.
Hallo @ Arbeiter
..Man will es sich weder mit USA noch mit China verscherzen…
Sie verscherzen es sich mit Russland, den USA und mit China.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
Würde ich so nicht direkt sehen.
Der heiße Konflikt ist ein Problem, das ist EU-Krisenmanagement, mehr kann man nicht erwarten.
Die Exporte in die USA sind wohl stark zurück gegangen, gerade im Radio gehört. Auch das ist ein Problem aber auch das hätte man genau so wenig wie den heißen Konflikt verhindern können, man kann das nur managen.
Erste Stimmen aus der Wirtschaft werden laut, die ebenfalls Zölle fordern. Das macht in meinen Augen Sinn.
Ich bleibe dabei, die EU muss in diesem Umfeld vor allem an sich selbst denken. Und Politik Gesellschaft und Industrie sollte sich als Gemeinschaft begreifen. Die Gesellschaft hat die Fäden nicht in der Hand, es sind Politik und Konzerne bzw. Industrie, die die Strippen ziehen.
Die Wirtschaft ist auf starke, funktionierende Absatzmärkte angewiesen. Die werden in Zukunft weniger selbstverständlich zur Verfügung stehen als irengendwas in Masse produzieren zu können (das kann jeder, die einen halt noch billiger als die anderen), um sich daran eine goldene Jacht zu verdienen.
Die Wirtschaft muss sich als strategischen Teil des Ganzen begreifen und nicht jeden Euro der Gewinnmaxime unterordnen. Ich hasse diesen Satz aber in diesem Falle ist er ausnahmsweise sowas von treffend: „Wo kommen wir dahin wenn das jeder macht!?“.
Es macht jeder, die Lieferketten sind verbilligt ausgelagert, um wettbewerbsfähig zu sein (angeblich), um viel mehr Geld zu verdienen (wohl eher, die Boni und die Vorstangsgehälter sind exorbitant).
Und wir sind jetzt an dem Punkt, wo in einem starken Absatzmarkt langsam aber sicher die gut bezahlten Jobs purzeln.
Frage: Wohin wollen die denn das billig produzierte Zeugs teuer verkaufen, wenn keiner mehr Geld verdient?
Wenn man in diesem Kontext den Sozialisten, Grünen, Linken, Rentnern und Bürgergeldempfängern die Schuld gibt, ist das ein falscher Rückschluss. Er ist nicht nur falsch, er lenkt auch vielmehr vom eigentlichen Problem ab. Wir leiden unter strukturellen Fehlentwicklungen, die wir selbst verursacht haben und da hat die Wirtschaft viel mehr Schuld, als der aufgeblähte Sozialstaat, der zweifelsfrei zu stark aufgebläht ist und auch ein Problem ist (aber kein Problem, das die Rezesion ausgelöst hat, das ist kompletter Unsinn!). Was wir jetzt aber feststellen ist, dass uns die überhebliche moralische Gutdenke auf die Füße fällt, denn die ist nicht bezahlbar, schon gar nicht bei einer Rezession.
@ Heinz Williams, die vielgerühmte Demokratie von De ist, dass der grösste Wahlverlierer den Ton angibt und die bösen AFD ler verboten werden sollten, das Problem ist also nur ,dass die Brandmauer am falschen Ort ist, es war ein Kommunikationsfehler, statt der Brandmauer hat man die Pipeline gesprengt. Dummerweise haben die Sprengmeister aus der Ukraine noch ihrem grössten Geldgeber geschadet. Der dekadente EU Haufen ist an Dummheit nicht zu überbieten. In Polen werden gerade mit EU Hilfe neue Atomkraftwerke geplant. Das wird dann ein guter Standort für deutsche Firmen.
Der erhoffte Export der deutschen Energie – Politik wird wohl immer mehr zum Fiasko.
@Wechselbalg
Also erst einmal wird gar nichts mit EU-Hilfen geplant oder gebaut.
Die EU-Kommission hat lediglich milliardenschwere nationale Staatshilfen für den Bau eines ersten Atomkraftwerks in Polen genehmigt. Die polnische Regierung will außerdem für die Schulden garantieren, die zur Finanzierung aufgenommen werden.
Atomkraft funktioniert leider nur noch da, wo der Staat als Geldgeber und Haftungsgarant einspringt. Wo das nicht der Fall ist, rückt sogar die Atomlobby explizit von der Atomkraft ab. Von den drei deutschen Atomkonzernen E.on, RWE, und EnBW will aus ökonomischen und Haftungsgründen keiner mehr Kernkraftwerke betreiben.
Der schwedische AKW-Betreiber Vattenfall bezieht wie folgt Stellung: „In allen Ländern, in denen Kernkraftwerke gebaut werden, werden die Risiken mit dem Staat geteilt, um die ansonsten hohen finanziellen Kosten zu reduzieren.“
Das größte schwedische Atomkraftwerk Oskarshamn 3 ist seit dem schwerwiegendem Störfall mit einem Leck im Primärsystem seit März 2025 trotz vollmundiger Ankündigungen und Beschwichtigungsversuche noch immer vom Netz.
Der belgische Staat hat für die Laufzeitverlängerung zweier Atomkraftwerke einen Pauschalbetrag von 15 Milliarden Euro übernommen.
Der französische staatliche Atomkonzern EDF steckt mit über 50 Milliarden Euro tief in der Mise. Die Modernisierung der maroden Atomkraftwerke für eine Laufzeitverlängerung soll nochmal 45 Milliarden kosten, für Rückbau und Entsorgung sind weitere 60 Milliarden veranschlagt (1 Milliarde pro Meiler 🤣).
Frankreich will zwar bis 2050 sechs Reaktoren neu bauen, weitere acht werden geprüft. Doch aktuell laufen in Frankreich 57 Reaktoren. Die sind 2050 bis auf das Milliardengrab von Flamanville allesamt komplett veraltet und schrottreif.
Nach Unterlagen des französischen Atomkonzerns EDF nehmen die Erzeugung und der Auslastungsfaktor franzöischer AKWs seit 20 Jahren kontinuierlich ab, selbst wenn man das Jahr 2022 einmal ausblendet, als besonders viele Schrottmeiler wegen mehrerer Probleme stillstanden.
https://www.edf.fr/sites/groupe/files/2023-05/annual-results-2022-facts-and-figures-en-2023-05-16.pdf#page=47
Tatsache ist: Frankreich steigt faktisch still und leise aus der Atomenergie aus. „France’s struggle to deliver a second nuclear era“, titelt daher die Financial Times.
Das polnische Projekt soll etwa 45 Milliarden EUR kosten, was zumindest deutlich realistischer ist, als die Schönfärbereien von Flamanville und Hinkley Point. Kalkuliert wird in Polen derzeit mit einem Strompreis von mindestens 120 EUR/MWh, was auch den Berechnungen für Flamanville und Hinkley Point entspricht. Dafür braucht es CfDs: Wenn der Marktpreis für den erzeugten Strom unter diesen vereinbarten Garantiepreis fällt, schießt der Staat laut dem geplanten Verträgen Geld dazu.
Mit anderen Worten also: Fast immer! 😂
Wie außerordentlich schlau und günstig ist das denn?
Was die Bauzeiten angeht, ist die derzeitige polnische Regierung immerhin etwas realistischer, als ihre rechtspopulistischen Vorgänger und Schönfärber. In „nur“ 15 Jahren soll das AKW bereits den Betrieb aufnehmen – nimmt man zumindest „vorsichtig an“ 😅
https://www.handelsblatt.com/politik/international/atomenergie-erstes-polnisches-atomkraftwerk-soll-erst-2040-ans-netz-gehen/100037141.html
Hallo @ Arbeiter
Als rohstoffarmes Land muss Deutschland die Rohstoffe im Ausland kaufen.
Ich frage mich nur, ob z. B. die seltenen Erden aus China umweltfeundlich gewonnen wurden oder das Frackinggas in den USA.
Das Lieferkettengesetz kann also mutwillig zu Strafen der Industrie führen, oder Lobbyisten können gezielt Länder von der Nachweispflicht ausnehmen lassen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Im Rahmen seiner Russland-Ukraine-Konflikt-Politik beabsichtigt der 47. US-Präsident Donald John Trump russische Energielieferungen nach Europa/Quelle: n-tv-Fernsehtext. Billiges russisches Erdöl würde die deutsche Industrie stimulieren.
@Jonas, sie haben recht, die polnischen Steuerzahler finanzieren die Werke, da Polen aber sicher grosszügig von EU Geldern unterstützt wird, ist die EU inkl. De trotzdem indirekt an der Finanzierung beteiligt. Kurz und gut, De unterstützt zu ihren Ungunsten die Energie die sie selber nicht mehr wollen.
Schon jetzt haben sie den Kohlestaub der polnischen Kohlenwerke, nachher werden sie auch die Risiken der Atomwerke haben aber nicht die Vorteile.
@Wechselbalg
Sie erkennen hoffentlich selbst, wie sehr Ihr Geschreibsel an den Haaren herbeizogen ist. Hauptsache, Sie können irgendwie noch ein paar dieser Haare in die Suppe hinein konstruieren 😉
Polen erhält wegen der Bauvorhaben keinen Cent mehr oder weniger von der EU – ebenso wenig wie der Nettozahler Frankreich für die Milliardengräber bei Neubau und Sanierung (Flickschusterei) erhalten hat. Der Löwenanteil von über 90 Prozent entfällt auf polnische Agrar- und Kohäsionsprogramme.
Und wenn Sie sich einmal die Entwicklung von Polens EU-Salden genauer anschauen, bewegt sich das Land aufgrund der wirtschaftlichen Konvergenz stramm in Richtung eines Nettozahlers. Berechnungen gehen nach den aktuellen Trends davon aus, dass dies im Zeitraum 2028-2030 der Fall sein wird.
Wir werden sehen, wie es in der Bauphase dann aussieht.
P.S. Was genau meinen Sie eigentlich mit den angeblichen „Vorteilen“?
Die supergünstige Mindest-Einspeisevergütung von 12 Cent/kWh über einen Zeitraum von 40 Jahren (bis 2080)?
Die superschnelle Bauzeit?
@Jonas Tobsch
Ich möchte noch ergänzen: Die Genehmigung der EU-Kommission hinsichtlich dieser Staatsfinanzierung und -garantien war an harte Bedingungen geknüpft.
Eine davon ist die Wettbewerbsklausel: Um zu verhindern, dass der Atomstrom den Markt monopolisiert, muss PEJ mindestens 70 % der jährlichen Stromproduktion über die offene Strombörse verkaufen.
Die Contracts for Difference gehen für einen einigermaßen rentablen Betrieb von einer anfänglichen Mindestvergütung in Höhe von 12 ct/kWh zzgl. Inflationsausgleichsklauseln aus. Sobald der Marktwert darunter liegt, wird der Staat zur Kasse gebeten.
Da wünsche ich schon heute allen polnischen Steuerzahlern der Jahre 2040 bis 2080 viel Spaß 😘
https://www.energy-charts.info/charts/price_average/chart.htm?l=de&c=PL&interval=month&month=-1&year=2024
https://www.energy-charts.info/charts/price_average/chart.htm?l=de&c=PL&interval=month&month=-1&year=2025
Zum Vergleich die bezuschlagten Gebote in Deutschland für Anlagenkombinationen aus Solaranlagen und Speichern:
„Erneut Rekordüberzeichnung bei Innovationsausschreibung.
Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 4,79 ct/kWh bis 5,59 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert liegt mit 5,31 ct/kWh deutlich sowohl unter dem Höchstwert von 9,00 ct/kWh als auch unter dem Wert der Vorrunde von 6,15 ct/kWh.“
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/20251008_Inno.html
https://media.assettype.com/taiyangnews%2F2025-07-03%2Fcu5k06ws%2FGermany-.jpg
@Anna Luisa
Ich finde die verlinkte Grafik von TaiyangNews ziemlich interessant.
Ergänzt um die aktuellen und frühere Zahlen ergibt sich folgende Entwicklung des durchschnittlichen mengengewichteten Zuschlagswerts (erster Preis = Anlagenkombinationen Solar mit Speicher; dahinter in Klammern Windkraft, ab 2025 auch in Kombination mit Speicher):
09.2023: 8,33 ct/kWh (7,32 ct/kWh)
05.2024: 8,33 ct/kWh (7,33 ct/kWh)
09.2024: 7,09 ct/kWh (7,31 ct/kWh)
05.2025: 6,15 ct/kWh (6,83 ct/kWh)
09.2025: 5,31 ct/kWh (6,57 ct/kWh)
Das deckt sich auch mit der Strompreisentwicklung – wenn auch in einer auffallend seltsam abgeschwächten Form:
https://datawrapper.dwcdn.net/X4deV/16/
Stromanbieter und Netzbetreiber schieben bei solch eher divergenten Tendenzen gerne die rapide steigenden Stromnetzgebühren als Ausrede vor.
Interessanterweise sind diese Netzgebühren im Gleichklang mit Putins Bomben und Granaten im Angriffskrieg förmlich explodiert – beinahe so, als hätten deutsche Unternehmen plötzlich den Schalter umgelegt und ihre jahrzehntelange lähmende Lethargie abgelegt, um endlich in den längst überfälligen Modus von Modernisierung und Investition zu wechseln.
https://datawrapper.dwcdn.net/fQfQQ/24/
Es gibt jedoch keinen plausiblen Grund zu der Annahme, dass dieser angeblich plötzliche Kostenschub durch Netzausbau und Innovationen in so kurzer Zeit auch nur ansatzweise möglich gewesen wäre. Investitionen in die Infrastruktur brauchen viele Jahre, um zu greifen. Sie lassen sich nicht einfach per Einmarsch und Abstellen des Gashahns umsetzen. Viel wahrscheinlicher ist, dass Energieunternehmen und Netzbetreiber diese geopolitische Krise als willkommene Gelegenheit nutzen, ihre Margen drastisch zu erhöhen.
Die Rückkehr zur Normalität bei den Energiepreisen dagegen ähnelt leider oft eher einem Gleitflug als einem plötzlichen Absturz.
Das Phänomen ist auch bekannt als asymmetrische Preisanpassung und Raketen-Feder-Effekt.
Dazu gesellen sich die Jo-Jo- und Trittbrettfahrereffekte von Branchen, die blind und naiv in die Putinfalle getappt sind. Sie haben jahrelang wissentlich und trotz aller Warnzeichen an veralteten Geschäftsmodellen festgehalten, nur um nun mit viel Gejammer und Brandbriefen an den geopolitischen Krisenprofiten mit zu profitieren.
Derartiges Verhalten geht oft mit viel Gejammer und Schwarzmalerei einher, was als strategisches Krisen-Framing bezeichnet wird – eine Public Relations-Offensive, die Unternehmen nutzen, um Alibikosten vorzuschieben und ihre Lobbyarbeit zu intensivieren. Ein klassisches Beispiel für Gierflation, bei der Unternehmen nicht nur die Krise ausnutzen, sondern gezielt die öffentlichen Wahrnehmungen manipulieren, um ihre Margen zu maximieren.
Allen Diskutanten ein aufrichtiges Lob für die kontroverse, erfrischende Diskussion ganz ohne Schaum vorm Mund! Genau so funktioniert Demokratie!
@ Jonas, Polen profitiert indirekt trotzdem von De und der EU weil sie die tödliche Energiepolitik von De nicht mitmacht und somit eine aufblühende Wirtschaft mit Zuzügen von deutschen und sogar chinesischen Firmen haben. Haben sie denn nicht begriffen warum Polen gut läuft und es zum Nettozahler werden kann.
@Wechselbalg
Sie klingen beinahe schon wie der demente Dozy Don im Goldenen Ballsaal, der überall Betrug und unfair-woke Ausgleichsmechanismen wittert.
Ich bin überzeugt, dass jedes Mitglied vom größten Binnenmarkt und gemeinsamen Wirtschaftsraum der Welt im Vergleich zu nationaler Kleinstaaterei profitiert.
Damit wir in Ihrem Universum von Scheinargumenten und Ablenkungsmanövern den Faden nicht komplett verlieren, erlaube ich mir kurz zu resümieren.
Sie haben fabuliert von:
– einem dekadentem EU Haufen, der an Dummheit nicht zu überbieten ist
– neuen Segnungen durch Atomkraftwerke in Polen mit EU Hilfen
– erhofftem Export deutscher Energiepolitik
– Kohlestaub und radioaktiver Strahlung
Sie sind auf kein Argument ansatzweise eingegangen, haben ständig neue Fässer geöffnet und landen nun bei Auslandsinvestitionen, die sich in erster Line auf Lohnkosten stützen.
Sollen wir in Deutschland die Löhne auf polnisches Niveau absenken?
Ist die Energiepolitik Polens mit garantierten Einspeisevergütungen von 120 €/MWh nicht viel „tödlicher“ angesichts des dortigen Einkommensniveaus?
Sind Sie überzeugt, dass wir mit 50 neuen Kernkraft-Reaktoren und Russengas alle wirtschaftlichen Probleme lösen könnten?
Oder worauf genau wollen Sie eigentlich hinaus?
@Wechselbalg
Was genau meinst du mit ‚indirekt trotzdem‘?
Polen soll und darf auch direkt genauso wie jedes andere Mitgliedsland von der EU profitieren, solange es sich an die grundlegenden Prinzipien hält. Wo liegt da das Problem?
Leider profitieren Putins engste Verbündete im Bauch des trojanischen Pferds der EU, selbst wenn die Abstimmung wieder einmal wie so oft 25:2 lautet. Plötzlich interessieren Minderheiten. Und das sogar, obwohl die Glorreichen Zwei ganz unterschiedliche politische Ideologien verfolgen – der eine ist rechtsnationalistisch, der andere linksnationalistisch. Hauptsache nationalistisch.
Was beide Anti-Deppen jedoch gemeinsam haben: Sie versuchen, die EU von innen heraus zu schwächen und nicht mehr nur wie die einstmals Wilden – Meister Breitmaul-Farange und Strubbel-Boris – einfach austreten.
Wer sich heute wie die beiden skurrilen Anti-Helden in der EU nicht wohlfühlt und zu Putin hingezogen fühlt, sollte eigene Entscheidungen treffen und einfach gehen, statt als unbedeutender Zwergenstaat auf Veto-Rechte zu pochen, Mehrheiten lahmzulegen und pseudomäßig etwas wie Demokratie zu vertreten.