Interessantes aus der Presse

Buchmacher stoppt Wetten auf Grexit

Von Markus Fugmann

Bekanntlich kann man in England auf praktisch alles wetten – auch auf einen Austritt Griechenlands auf die Eurozone. Nun aber nimmt der erste britische Buchmacher keine Wetten mehr an, dass Griechenland schon 2015 aus dem Euro ausscheiden könnte. William Hill schließt nun die Bücher, nachdem die Wett-Quote von 1:5 auf nun 1:3 gefallen ist. In einer Pressemitteilung teilte der Sprecher des Unternehmens, Graham Sharpe, mit, dass die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass Griechenland schon sehr bald ausscheide.

Nach er Abstufung Griechenlands durch S&P und Berichten der „Financial Times“, wonach der IWF eine Bitte Griechenlands um einen Zahlungsaufschub für die nächsten Tranchen abgelehnt habe, hagelt es geradezu Warnungen von Banken vor einem bevorstehenden Grexit. So warnte Thanos Vamvakidis von Bank of America Merrill Lynch Global Research heute, dass – sollte auf dem Treffen der Eurogruppe am 24.April in Riga kein deal zustande kommen, ein schleichender Grexit wahrscheinlich sei. Jede Verzögerung erhöhe automatisch die Risiken, so Vamvakidis. Gegenüber dem amerikanischen Finanzsender CNBC sagte der Abalyst:

„(A Grexit) is not going to be overnight. It would be a slow-death scenario and in a way we are in this scenario. Something needs to change in order to avoid an accident.“

In einer gestern veröffentlichten Studie unter dem Titel „Game over for Greece?“ schätzt Nomura, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Grexit bei 40% liege. Griechenland sei so nahe wie noch nie an einem „exit“ aus der Eurozone seit Einführung des Euro.

Gestern hatte Mario Draghi auf der Pressekonferenz eingeräumt, dass man auf der EZB-Sitzung über das Thema „haircut“ für griechische Anleihen gesprochen habe. Er wolle jedoch nicht einmal darüber nachdenken, welche Konsequenzen das habe, so Draghi gestern. Heute wird der griechische Finanzminister US-Präsident Obama treffen, Morgen kommt es zu einer Begegnung mit dem amerikanischen Finanzminister Jacob Lew. Die beiden US-Politiker dürften erneut Druck ausüben, um eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern zu erreichen.



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