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Berkshire: Änderungen im Portfolio Buffett sorgt für Aufsehen: Apple-Verkauf und Push für UnitedHealth

Vorstandsvorsitzender und CEO von Berkshire Hathaway Warren Buffett. Foto: Bloomberg

Ein überraschender Schachzug von Warren Buffett sorgt für Aufsehen an der Wall Street: Seine Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway steigt beim Gesundheitsriesen UnitedHealth ein – und die Aktie schießt nachbörslich in die Höhe. Gleichzeitig trennt sich Buffett teilweise von seiner wertvollen Apple-Aktie, bleibt dem Tech-Giganten jedoch treu. Welche Strategie hinter diesen Moves steckt und wie sie die Märkte beeinflussen, lesen Sie hier.

Buffett verkauft T-Mobile und kauft UnitedHealth

Wie Bloomberg berichtet, hat Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway im zweiten Quartal Anteile des US-Krankenversicherers UnitedHealth erworben. Diese Nachricht sorgte prompt für einen kräftigen Kurssprung nach Börsenschluss. Die Aktie war seit April um über 60 Prozent abgestürzt, wodurch sich die Bewertung deutlich geschmälert hatte. Für Buffett, der auf Value-Werte setzt, war dies wahrscheinlich ein guter Einstiegszeitpunkt.

Wie aus einer Pflichtmitteilung vom Donnerstag hervorgeht, kaufte das in Omaha, Nebraska, ansässige Konglomerat 5 Millionen Aktien von UnitedHealth und hält damit nun Anteile im Wert von 1,6 Milliarden Dollar. Zugleich trennte sich Berkshire komplett von seinen T-Mobile-US-Anteilen im Umfang von einer Milliarde Dollar und stieg damit vollständig aus der Tochter der Deutschen Telekom aus. Die T-Mobile-Aktie war im letzten Jahr massiv angestiegen, bevor im Februar dieses Jahres eine Korrektur einsetzte.

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UnitedHealth hat derzeit mit mehreren Krisen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr wurde der Manager Brian Thompson in Manhattan erschossen. Der Krankenversicherer sieht sich wie andere in der Branche mit unerwartet hohen Gesundheitskosten konfrontiert. Im April vermeldete das Unternehmen erstmals seit über zehn Jahren Quartalszahlen, die unter den Prognosen der Wall Street lagen, was den Aktienkurs dramatisch einbrechen ließ. Seither wurde der CEO ausgetauscht und auch der Finanzvorstand wird bald ersetzt.

Die Veröffentlichung von Berkshires Einstieg katapultierte den Kurs von UnitedHealth-Aktien im nachbörslichen Handel am Donnerstag um mehr als 10 % nach oben.

Berkshire: Buffett überrascht - Verkauf der Apple-Aktie, Push für UnitedHealth
Warren Buffett – Das Orakel von Omaha

Berkshire reduziert Apple

Buffett reduzierte im zweiten Quartal laut 13F-Meldungen seine Apple-Beteiligung um 20 Millionen Aktien, nachdem er bereits im Vorjahr den Anteil an dem iPhone-Hersteller kräftig heruntergeschraubt hatte. Dennoch bleibt Apple Berkshires größte Einzelaktienposition nach Marktwert, obwohl sie im Quartal bis Ende Juni um etwa 9,2 Milliarden Dollar geschrumpft ist.

Gleichzeitig setzte Berkshire die Reduzierung der Beteiligung an der Bank of America fort. Die Holding veräußerte 26 Millionen Aktien, womit sich der Anteil Ende Juni auf rund 8% verringerte. Buffett hatte diese Beteiligung schon im Vorjahr reduziert, ohne jedoch eine Erklärung für diesen Schritt zu liefern.

Ein Sorgenkind im Portfolio von Berkshire Hathaway bleibt Kraft Heinz. Auf diese Beteiligung hatte der Konzern bereits Anfang des Jahres eine Wertminderung von 3,8 Milliarden Dollar vornehmen müssen; im zweiten Quartal blieb der Anteil unverändert.

Zudem passte Berkshire seine Investments im US-Häuserbaumarkt an: Die Holding stockte ihren Anteil am Bauunternehmen Lennar auf und trennte sich im Gegenzug von Anteilen des Konkurrenten D.R. Horton. Außerdem wurden weitere Anteile am Stahlhersteller Nucor zugekauft.

FMW/Bloomberg



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2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Hintergrund ist das die Krankenversicherungspflicht in den USA jetzt doch nicht fällt…

    Trump hatte ja immer damit gedroht, die gesetzliche Krankenversicherungspflicht wieder zu beenden, um zum Prinzip der Freiwilligkeit zurückzukehren..Siehe erste Amtszeit Trumps bzw dessen Wahlkampf in 2016..

    Damit ist’s nun vorbei.. Trump hat sich wohl von Lobbyisten überzeugen lassen ,das die Pflicht zur Krankenversicherung wohl doch nicht so schlecht sei, ..vorher war er ja strikt dagegen..und verwies zu Recht darauf ,das Pflichtversicherungen immer zu steigenden Beiträgen führen…

    Damit fallen die gut 35 Millionen , die nach der Einführung der Pflichtversicherung dazukamen, schon mal nicht mehr weg…

    Die meisten sind bei der United Helth Groupe gelandet…monatlicher durchschnittlicher Beitrag zur Zeit dort um die 750 US-Dollar…bei einem jährlichen Selbstbehalt von 5000 US-Dollar..

    Habe selbst Verwandte in den USA, die davon betroffen sind, selbständige Handwerksmeister aus Deutschland, die nach der Wiedervereinigung dorthin ausgewandert sind…

    Vor der Einführung der Pflichtversicherung lagen die Beiträge bei einem Drittel zu heute …mit weniger Selbstbehalt…

    Vergleichen Sie hierzu bitte den Aktienkurs der United Helth Group vor Einführung der Pflichtversicherung…mit heute..

  2. Hansueli Wermelinger

    Man könnte auch ganz simple einen Switch von Wachstumswerte in Substanzwerte sehen, also ein weiterer Hinweis dafür, dass es bald an den Börsen kracht.

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