Der Altmeister der Value-Investments Warren Buffett setzt neue Akzente. Im vierten Quartal reduzierte Berkshire seine Beteiligung an Amazon drastisch und baute gleichzeitig eine bedeutende Position bei der New York Times auf – was deren Aktie spürbar beflügelte. Die jüngsten Transaktionen markieren einen klaren Strategiewechsel im milliardenschweren Investmentportfolio.
Buffett verkauft Amazon-Anteile
Laut einem Bericht von Bloomberg hat Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ihre Beteiligung an Amazon.com im vierten Quartal um mehr als 75 % reduziert. Damit trennt sich der Konzern von einem Großteil eines Investments, das ursprünglich 2019 aufgebaut wurde. Zum Jahresende hielt Berkshire noch rund 2,3 Millionen Amazon-Aktien.
Damals hatte Buffett trotz seiner langjährigen Skepsis gegenüber Technologieaktien eingeräumt, er sei „ein Idiot gewesen, die Aktien des Online-Handelsriesen nicht früher gekauft zu haben“. Der Einstieg galt als bemerkenswerter Strategiewechsel – der nun zumindest teilweise revidiert wird.
Parallel zur Amazon-Reduktion setzte Berkshire im vierten Quartal verstärkt auf den Mediensektor. Laut einer Pflichtmitteilung erwarb das in Omaha, Nebraska, ansässige Unternehmen in den drei Monaten bis Dezember 5,1 Millionen Aktien der New York Times. Der Anteil hatte zum Jahresende einen Wert von rund 351,7 Millionen US-Dollar.
Die Investition markiert Buffetts letzte neue Beteiligung als Chief Executive Officer des Konglomerats. Nach seinem Rücktritt im vergangenen Jahr bleibt sie dennoch ein starkes Signal für das Vertrauen in etablierte Medienmarken mit digitaler Wachstumsstrategie.

Portfolio-Umschichtung im Finanz- und Energiesektor
Neben Amazon reduzierte Berkshire Hathaway im vierten Quartal auch seine Beteiligungen an der Bank of America und Apple. Die Anteile sanken auf 7,1 % beziehungsweise 1,5 %. Mit dem Abbau dieser Positionen hatte Buffett bereits 2024 begonnen.
Gleichzeitig stockte das Unternehmen seine Beteiligungen an Chevron sowie dem Versicherer Chubb Ltd. auf. Die Anteile stiegen auf 6,5 % (Chevron) und 8,7 % (Chubb). Insbesondere Chubb rückte verstärkt in den Fokus, nachdem Berkshire die Erstinvestition im Mai 2024 öffentlich gemacht hatte – nachdem die Position zuvor über Monate diskret aufgebaut worden war.
Die Chubb-Aktie legte im vierten Quartal um rund 11 % zu, nachdem ein Branchenmedium berichtet hatte, das Unternehmen habe informell Interesse an einer Übernahme der American International Group Inc. (AIG) signalisiert. Chubb dementierte jedoch, ein konkretes Angebot abgegeben zu haben.
Buffett zeigte sich zuletzt wieder aktiver auf der Käuferseite und nutzt dafür seine rekordhohe Cashposition. So vereinbarte Berkshire die Übernahme des Petrochemiegeschäfts von Occidental Petroleum Corp. für 9,7 Milliarden US-Dollar und baute zudem eine Beteiligung im Wert von 5,6 Milliarden US-Dollar an Alphabet auf.
Marktreaktion und Ausblick
Die Börse reagierte umgehend: Die Aktie der New York Times sprang im nachbörslichen Handel in New York um mehr als 10 % nach oben. Investoren werten Buffetts Einstieg traditionell als Vertrauenssignal – insbesondere bei Unternehmen mit langfristigem Wachstumspotenzial.
Die jüngsten Transaktionen unterstreichen einmal mehr Buffetts disziplinierte Kapitalallokation. Der gezielte Abbau von Technologie- und Bankwerten bei gleichzeitiger Stärkung von Energie-, Versicherungs- und Medienbeteiligungen deutet auf eine strategische Schwerpunktverlagerung hin.
FMW/Bloomberg
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Ich dachte der Neue würde jetzt entscheiden? Seit der am Ruder ist, hat die Aktie sich kaum bewegt.
hatte überlesen, dass das Aktivitäten im 4. Quartal waren. Tut mir leid.