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Bund mit 3 Milliarden Euro Kaufprämien für „total überlegene“ Elektroautos

Käufer sollen für Elektroautos 1.500 bis 6.000 Euro Kaufprämie erhalten. Wozu diese Hilfe für eine völlig überlegene Technologie?

VW Elektroauto. Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg

Elektroautos erhalten jetzt einen großen staatlichen Push in Deutschland! Aber bevor wir zur Aktualität kommen, noch ein anderer Gedanke: Wer auf X unterwegs ist, liest es seit Monaten sinngemäß auf unzähligen Accounts von linken und Grünen Politikern, Journalisten, Protagonisten und einfachen Bürgern: Das Elektroauto sei die Zukunft, und dem Verbrenner in jeder Hinsicht völlig überlegen. Daher sei es ein schrecklicher Rückschritt, dass das Elektroauto-Verbot ab 2035 auf EU-Ebene nun aufgehoben wurde.


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Elektroautos völlig überlegen? Wozu Förderung und Verbrennerverbot?

Dazu meine Gedanken: Das Elektroauto-Verbot wurde nicht aufgehoben. Man hat der Öffentlichkeit zwar verkauft, dass ab 2035 weiterhin Verbrennerautos in der EU erlaubt sind – aber die Detailbedingungen machen dies de facto fast unmöglich. Und seit Monaten antworte ich auf unzählige Tweets auf X, die von der völligen Überlegenheit der Elektroautos schwärmen: Warum braucht ihr ein Verbrennerverbot, wenn Elektroautos völlig überlegen sind? In einem freien Markt würden die Verbraucher dann nämlich ganz von alleine nur noch Elektroautos kaufen. Warum also ein Verbrennerverbot? Nie habe ich eine Antwort auf meine Frage erhalten.

Und heute wird man fragen dürfen: Wozu brauchen Elektroautos, die doch angeblich in jeder Hinsicht dem Verbrenner überlegen sind, vom Staat auch noch 3 Milliarden Euro Subvention für Kaufprämien? Die Käufer müssten die Autosalons doch eigentlich von ganz alleine stürmen!? Aber heute sehen wir: Der Bund unter Habeck… ähhh Merz, will bis 2029 drei Milliarden Euro in die Förderung pumpen. Je nach Auto, Einkommen und Familiengröße sollen Käufer 1.500 bis 6.000 Euro staatlichen Zuschuss für ihre gekauften Elektroautos erhalten. Rainer Zitelmann, der klar im marktwirtschaftlichen Lager verortet ist, schreibt heute dazu:

Förderung reicht laut Minister für 800.000 Fahrzeuge

Zu den aktuellen Fakten, hier der heutige Bericht von Bloomberg: Ein neues staatliches Förderprogramm der Bundesregierung für Elektroautos im Umfang von 3 Milliarden Euro bis 2029 reicht nach Angaben von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) für rund 800.000 E-Autos. Schneider sagte der Bild-Zeitung heute, die Regierung plane Zuschüsse zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Die Höhe richte sich nach Fahrzeugtyp sowie nach Familiengröße und Einkommen.

Die Pressekonferenz, auf der der Umweltminister Einzelheiten zum geplanten Mechanismus vorstellen wollte, wurde auf Montag verschoben. Man wolle letzte Anpassungen vornehmen, teilte das Ministerium in einer E-Mail mit. Anträge können rückwirkend zum 1. Januar 2026 gestellt werden, ein Onlineportal zur Abwicklung soll im Mai starten, berichtete die Zeitung. Es sei ein “Anschub für die Elektromobilität in Deutschland”, zitierte Bild den Minister.

Die Regierungskoalition von Bundeskanzler Friedrich Merz aus Union und SPD hatte das Programm im Oktober vorgestellt. Es ist Teil eines breiter angelegten Pakets zur Unterstützung der angeschlagenen deutschen Autobauer. Kanzler Merz war eine der treibenden Kräfte hinter einer Kampagne, mit der die Europäische Union davon überzeugt werden sollte, vom geplanten Verbrenner-Aus abzurücken und den Herstellern mehr Flexibilität beim Übergang zu weniger umweltbelastender Mobilität zu geben.

Seine Regierung verlängerte zudem die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos bis zum 31. Dezember 2035. Nach Angaben des Finanzministeriums werden dadurch bis 2029 Einnahmeausfälle von rund 600 Millionen Euro erwartet.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Claudio Kummerfeld hat langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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9 Kommentare

  1. in Spanien:
    …Erhöhte Förderung: Wenn ein älteres Fahrzeug stillgelegt wird (ähnlich einer Abwrackprämie), kann die Subvention höher ausfallen (z.B. 7.000 € für E-Autos)…

    Ich fahre mal erst meinen alten Diesel (21 Jahre) weiter.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Es ist ja nicht so das ich kein Elektro fahren würde. Ich kauf doch kein Auto für 45 k, wenn es das gleiche Modell vom Hersteller für 25 gibt. Es hieß immer elektrische Autos haben weniger Teile etc. Ich habe das Gefühl pro eingesparten Teilen den Preis erhöht wird. Nur um dann die Subventionen abzugreifen.

    Siehe das Beispiel LED , Sparlampen mit Quecksilber. Sparlampen mit dem Gift sind verschwunden. Weil Led einfach besser und billiger sind. Wenn sie ordentliche e Autos für 15 bis 20 k auf den Markt werfen würden. Tut ja keiner. Reichweite 500 km. Dann würde sich das Blatt wenden

  3. Ich denke Elektroautos mit Lithium-Ionen-Akkus werden den Durchbruch nicht schaffen. Ein Freund von mir arbeitet im Autohaus und die haben immer mehr alte reine Stromer zum Verkauf mit „degenerierten“ Akkus, wie beim Handy, das ein paar Jahre alt ist. Die Autos sind unverkäuflich und ein Akkutausch ist finanzieller Blödsinn.

    Mit einer neuen Akkugeneration sind E-Autos bestimmt super. Keine Steuerketten, keine Getriebe…alles super. Aber die Zeit ist noch nicht reif. Vielleicht in 30 Jahren.
    Die Degeneration der Akkus wird von den Herstellern verdeckt, indem sie zum Beispiel angeben der Wagen enthält eine 70 kwh Batterie, in Wirklichkeit bauen die Hersteller 73 kwh ein, so hat es die ersten 1-2 jahre den Anschein als ob keine Degeneration stattfindet, habe ich zumindest gelesen.

    Auf den Sekundärmarkt bei E-Autos kommt noch ganz schön was zu.

    Schlimm ist auch die elendige Erniedrigung der E-Auto Besitzer auf der Autobahn. Die Skoda Fabias überholen ja die Teslas und EQE, die im Windschatten der LKWs schleichen. Ich würde mich in Grund und Boden schämen. Wenn ich das sehe, denke ich immer, der arme Mensch, der da im Mercedes EQE sitzt.

    1. So spart man Steuergeld!

    2. einfach die Akkus verdoppeln. Oder die Energiedichte 🤪

  4. Als Jurnalist muss man ja irgendwas schreiben. Als Verbraucher und Bürger habe ich den Kindergarten bereits den Rücken zugewand.

  5. „Links ist vorbei“
    Nein, links zieht weiter vorbei, mit freundlicher Unterstützung der Union!

  6. Das ist eine reine Subvention für sinnlose Mitnahmeeffekte! Daran werden sich nur einmal mehr die Automobilkonzerne bereichern.
    Warum wird das, im Prinzip sehr sinnvolle und berechtigte, Fördergeld nicht z. B. in kostenlose Ladekarten für E-Auto-Besitzer ohne eigene Wallbox (die wurden bereits gefördert) investiert? Weil die Autolobby mal wieder andere Interessen verfolgt 🤮

  7. zitat aus dem Artikel:
    Das Elektroauto-Verbot wurde nicht aufgehoben.

    welches Verbot?

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