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Bundesbank, BaFin und Finanzministerium reagieren auf „Drei zyklische Systemrisiken“

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Nach der Finanzkrise hatte die Bundesregierung den „Aus­schuss für Fi­nanz­sta­bi­li­tät“ (AFS) eigerichtet. Der AFS soll rechtzeitig vor einer neuen Finanzkrise Systemrisiken im deutschen Finanzsystem erkennen und dagegen mit seinen Empfehlungen vorgehen. Ob der Ausschuss wirklich etwas taugt, sieht man ja erst nach Durchleben der nächsten Krise. Also schauen wir mal. Der Ausschuss besteht aus dem Bundesfinanzministerium, der direkt unterstellen Behörde BaFin sowie der Bundesbank. Der AFS hat aktuell Maßnahmen empfohlen, die von der BaFin auch sogleich umgesetzt wurden. Aber zuerst möchten wir folgendes Zitat aus der aktuellen Veröffentlichung des AFS bringen:

Nach Einschätzung des AFS haben sich in der langen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und niedriger Zinsen zyklische Systemrisiken im deutschen Finanzsystem aufgebaut. Diese zyklischen Risiken sind:

(I) potenziell unterschätzte Kreditrisiken.
(II) potenziell überbewertete Kreditsicherheiten, begünstigt durch jahrelang steigende Immobilienpreise.
(III) Zinsrisiken in Form von noch länger niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt oder unerwartet schnell und stark steigenden Risikoprämien.

Systemrisiken antizyklisch vorbeugen

 

Es geht darum, dass Banken in Krisenzeiten Verluste durch ausgefallene Kredite besser auffangen können. Somit sollen sie gerade in einem Abschwung weiterhin volle Pulle Kredite vergeben können, damit die Unternehmen weiterhin so viele Kredite bekommen, wie sie es benötigen. Damit dies gewährleistet ist, aktiviert der AFS über die BaFin jetzt zum aller ersten Mal eine Art Anordnung an die Banken. Sie sollen vorsorglich ihre Kapitalpuffer um 0,25% aufstocken. Genauer gesagt geht es darum den Puffer bei den „risikogewichteten Aktiva“ von derzeit 0,00% auf 0,25% anzuheben. Beim AFS nennt man dies den „Antizyklischen Kapitalpuffer“. Im Klartext: Bevor die Krise da ist, baut man einen Puffer für die Krise auf.

Es geht real um eine Summe von 5,3 Milliarden Euro, welche die deutschen Banken in den nächsten 12 Monaten zusätzlich an hartem Kernkapital aufbauen müssen! Ausdrücklich betont man, dass sie dies jetzt in „noch“ guten Zeiten tun sollen, bevor die Krise eintritt. Ab 1. Juli haben die Banken ein Jahr Zeit diesen Zusatzpuffer aufzubauen, um in Krisenzeiten entspannter mit der Neuvergabe von Krediten umgehen zu können. Aus Kreisen des AFS wird aktuell betont, dass es wie gesagt nur eine präventive Maßnahme sei, und dass man aktuell noch keine konkreten Anzeichen für akute Systemrisiken sehe. Hier noch einige Zitate des AFS zur aktuellen Anordnung an die Banken:

Die deutsche Wirtschaft befindet sich im längsten Aufschwung seit der Wiedervereinigung. Sie ist auch ungeachtet der zwischenzeitlichen konjunkturellen Eintrübung weiterhin auf Wachstumskurs. Sollten jedoch die genannten zyklischen Systemrisiken eintreten, könnte das Bankensystem darauf reagieren, indem die Kreditvergabe an die Realwirtschaft übermäßig eingeschränkt wird. Mit dem antizyklischen Kapitalpuffer wird in wirtschaftlich guten Zeiten ein Puffer im Bankensystem aufgebaut, der als zusätzliche Vorsorge zur Deckung von Verlusten zur Verfügung steht. Sofern sich die zyklischen Systemrisiken abbauen, kann der Puffer wieder verringert werden. Insbesondere in Stressphasen kann er sofort herabgesetzt und Verluste dadurch abgefedert werden. Damit wird die nachhaltige Kreditvergabe an die Realwirtschaft auch in Stressphasen unterstützt und eine übermäßige Einschränkung der Kreditvergabe weniger wahrscheinlich.

Damit der antizyklische Kapitalpuffer seine präventive Wirkung entfalten kann, sollte er in der aktuell günstigen Wirtschaftslage aktiviert werden. Der deutsche Bankensektor dürfte die mit der Aktivierung einhergehenden zusätzlichen Kapitalanforderungen überwiegend aus vorhandenem Überschusseigenkapital erfüllen können. Bei der Empfehlung wurde berücksichtigt, dass Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besteht. Die BaFin überprüft vierteljährlich, ob die Höhe des antizyklischen Kapitalpuffers angemessen ist und passt diese gegebenenfalls an. Dies gilt auch während der zwölfmonatigen Einführungsphase.

Banken Systemrisiken
Banktürme in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Koch

    28. Mai 2019 10:00 at 10:00

    Zu Zeiten vor Draghi,der ultralockeren Geldpolitik und all der anderen Scherzchen hiess das kurz und lapidar:Spare in der Zeit,dann hast du in der Not!

  2. asisi1

    28. Mai 2019 14:44 at 14:44

    Was ist das für eine Aussage, sie reagieren auf die Finanzkriese? Sie haben sie doch erst mit verursacht! Diese drei verbrecherischen Kartelle werden uns nie aus dieser Misere heraus bringen! Es wird noch mehr Chaos verursacht. Solange solche Verbrecher mit ihren Taten durch kommen, wird es keine Besserung geben!

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Unfassbar! So erklärt das ZDF Kindern den Begriff „Kommunismus“

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am

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Einfach unfassbar. Schon seit vier Jahren erklärt das ZDF kleinen Kindern folgendermaßen das Wort Kommunismus. Die Überschrift der entsprechenden Erklär-Webseite gibt schon die rosa-rote Marschroute des folgenden Textes vor, denn dort steht „Im Kommunismus gehört allen gleichviel“. Ähhhh, wie bitte? Hat da jemand nicht ganz aufgepasst? Hat der Bürger in kommunistischen Systemen denn jemals demokratisch Zugriff auf „seinen Anteil“ am Volkseigentum? Ach ja, es war ja alles Kollektiveigentum. Allein gehört gleich viel? Nein, allen gehört gar nichts! Aber das ZDF dreht die Fakten mal eben um.

Hier gelangen Sie zur Original-Seite des ZDF mit dem Erklärtext.

Man kann es wirklich kaum glauben. Mit einfachen und netten Worten wird beschrieben, dass laut Karl Marx in damals für die einfachen Arbeiter wirklich katastrophalen Zeiten die Lebensbedingungen verbessert werden sollten. Das war von der Grundidee natürlich auch eine löbliche Absicht, so möchten wir es ausdrücken. Alles Eigentum sollte „gerecht unter den Menschen verteilt werden“, so schreibt es das ZDF. Das Problem dabei ist nur: Das ZDF verschweigt, dass bei dem Konzept „alles soll allen gehören“ am Ende des Tages niemandem irgendwas gehört, und nur eine kleine Führungsklicke ganz oben in der Pyramide im Luxus schwelgt.

 

Und da gibt es auch einen ganz dicken einen Widerspruch. Während das ZDF im Titel über den Kommunismus schreibt, dass im Kommunismus allen gleich viel gehören sollte, so schreibt man weiter unten im Text, dass es nach der Vorstellung von Karl Marx privates Eigentum gar nicht geben sollte. Unsere Frage: Also, was denn nun? Alles oder nichts?

Und erwähnt das ZDF irgendwas von Millionen Toten, die der Kommunismus verursachte? Von Gulags, Entrechtung, Armut? Von Staaten, die ihre Bürger einsperren und verfolgen, wenn sie sich nicht in das Bild des kommunistischen Einheitsmenschen fügen wollten? Kein Wort dazu vom ZDF. Man erwähnt lediglich, dass der Kommunismus Zitat „aus verschiedenen Gründen“ zum Beispiel in der Sowjetunion gescheitert sei. Aha… auch kein Wort zu den grundlegenden Konstruktionsfehlern des Kommunismus. Und so erklärt das Öffentlich Rechtliche Fernsehen kleinen Kindern den Kommunismus? Prost Mahlzeit…

Karl Marx Kommunismus
Der „Vater“ des Kommunismus Karl Marx

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Brexit aktuell: Wolken für Boris Johnson verdunkeln sich weiter

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Gerade erst hatten wir über die immer ausweglosere Situation für Boris Johnson berichtet. Morgen und Donnerstag wird er Angela Merkel und Emanuel Macron treffen. Aktuell wird nun bekannt, dass die britische Regierung sagt, sie habe sinnvolle Vorschläge an die EU gerichtet. Aber die EU verhandle nicht. Brüssel versuche Vorschläge zwischen den EU-Partnern zu unterbinden. Der Backstop müsste aus einem möglichen Vertrag entfernt werden, oder es gebe keinen Vertrag, so die britische Seite. Laut FT hat EU-Ratspräsident Donald Tusk soeben das britische Verlangen nach der Streichung des Backstop zurückgewiesen. Auch der folgende aktuelle Tweet von Donald Tusk macht wenig Hoffnung auf irgendeine Art von Einigung (hier auch ein zugehöriger Artikel). Tja, das sieht nicht gut aus. Merkwürdigerweise ist das Pfund gegen Euro und gegen US-Dollar seit gut einer Stunde dabei ein ganz klein wenig anzusteigen. Aber besonders positiv sieht die politische Nachrichtenlage für UK nicht aus. Und ganz aktuell hat die britische Seite schon wieder auf Tusk geantwortet. Die Sprachgebrauch wird zunehmend konfrontativ.

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Rezession und Panik an den Märkten? Impotenz der Notenbanken uvm

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Wird Florian Homm seinem allgemeinen Ruf als Schwarmzmaler gerecht? Redet er „mal wieder“ eine Rezession und Panik an den Märkten herbei? Oh nein. Man schaue bitte genauer hin. In seinem aktuellen Video spricht er mehrere interessante Fakten an. Als da wäre zum beispiel die „Impotenz“ der Zentralbanken, weil sie die Wirtschaft nicht mehr positiv beeinflussen könnten. Sogenannte Quant, ALGO und ETF-Fonds beherrschen in den USA laut Florian Homm inzwischen 75% des Börsenhandelsvolumens. Aktive Fonds könnten sich kaum dagegen stellen, und würden daher als stabilisierender Faktor ausfallen. Dies kann ein deutlich verstärkendes Problem in einem fallenden Markt werden. Sind wir schon in einer Rezession? Oder laufen wir gerade mit voller Wucht darauf zu? Schauen Sie bitte das folgenden Video.

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