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Bundesbank: „Deutsche Wirtschaft bricht auf breiter Front ein“

Claudio Kummerfeld

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am

Bundesbank berichtet über Konjunkturabsturz auf breiter Front

Die Bundesbank spricht in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht für Mai von einem Einbruch der deutschen Wirtschaft „auf breiter Front“. In den ersten Headline-Aussagen des Berichts wird genau das Szenario beschrieben, was man auch mit gesundem Menschenverstand erwarten kann. Januar und Februar waren normal expansiv, und nur der März als ein Drittel des ersten Quartals war von der Coronakrise betroffen. Daher werde der wirtschaftliche Absturz im aktuell laufenden zweiten Quartal deutlich höher ausfallen als im ersten Quartal (-2,2 Prozent), so die Bundesbank.

Deutsche Wirtschaft laut Bundesbank auf breiter Front hart getroffen

Die deutsche Wirtschaft sei von der Coronakrise auf „breiter Front“ getroffen worden, so sagen es die Bundesbanker wortwörtlich. Viele konsumnahe Dienstleistungsbranchen seien betroffen, die ihre Geschäftstätigkeit stark einschränken oder sogar einstellen mussten. Hierzu zählt die Bundesbank das Gastgewerbe, große Teile des stationären Einzelhandels, Reisedienstleister, andere freizeit- und kulturbezogene Dienstleistungen und die Personenbeförderung. Auch das Verarbeitende Gewerbe sei von den Beschränkungen im Inland beeinträchtigt. Im Konsumverhalten der Bürger habe es Effekte gegeben, die den Absturz nicht ganz so schlimm erscheinen lassen, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Zitat Bundesbank auszugsweise:

Während die Käufe von Textilien, Bekleidung und Schuhen sowie Geräten von Informations- und Kommunikationsgeräten im stationären Handel massiv zurückgegangen seien, habe der Lebensmittelabsatz aufgrund von Vorratskäufen ein starkes Plus verzeichnet. Auch Substitutionseffekte infolge angeordneter Schließungen von Gaststätten dürften dabei eine Rolle gespielt haben. Zudem hätten die privaten Haushalte beträchtlich mehr Waren über den Internet- und Versandhandel bezogen. In anderen Konsumbereichen wie dem Gastgewerbe oder dem Kfz-Handel schränkten sie ihre Ausgaben jedoch erheblich ein. Der Stillstand bei sonstigen konsumbezogenen Dienstleistern, zu denen beispielsweise Friseure oder Personenbeförderungsunternehmen zählen, habe ebenfalls stark gedämpft.

Industrie hart getroffen – Tempo der Erholung noch unklar

Die Industrieproduktion ist laut Bundesbank im März 2020 eingebrochen, und habe den Stand des Vormonats 11,6 Prozent unterschritten. Besonders betroffen sei die Automobilindustrie. Es ist klar, so möchten wir es anmerken. Niemand kauft Autos (hier die jüngsten Zulassungsdaten), und die Lieferketten sind auch kaputt beziehungsweise erst einmal unterbrochen. Wie schnell erholt sich die deutsche Volkswirtschaft wieder von diesem großen Shut Down? Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland sei nach wie vor weit von einem Zustand entfernt, der bislang als normal angesehen wurde, so die Bundesbank. Die verfügbaren Konjunkturindikatoren wie zum Beispiel der ifo-Geschäftsklimaindex oder der GfK-Konsumklimaindex würden ein dementsprechend düsteres Bild zeichnen. Zwar spräche derzeit vieles dafür, dass sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des zweiten Quartals im Zuge der Lockerungsmaßnahmen wieder aufwärtsbewegen werde. Über die weitere Wirtschaftsentwicklung bestehe aber eine sehr hohe Unsicherheit. Diese sei unter anderem von dem weiteren Verlauf des globalen Infektionsgeschehens und der ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen abhängig. Zudem komme es darauf an, wie sich vor diesem Hintergrund das Konsum- und Investitionsverhalten verändere. Tja, was soll man dazu sagen? Die Prognostiker der Bundesbank stehen wie wir alle auch vor einer Lage, wie es sie noch nie gab. Denn so ein Shut Down und der folgende Neustart ganzer Volkswirtschaften ist historisch einmalig. Zur anstehenden wirtschaftlichen Entwicklung und zur Lage der Staatsfinanzen hat die Bundesbank erstaunlich optimistische Aussagen parat. Zitat:

Für den weiteren Verlauf bereitet die Bundesregierung Maßnahmen zur Konjunkturbelebung vor. Damit lässt sich einer Nachfrageschwäche nach den starken Einschränkungen zusätzlich entgegenwirken. Ein Konjunkturprogramm sollte zielgerichtet und vor allem auch befristet angelegt sein. Sonstige staatliche Ziele etwa zum Klimaschutz oder zur Digitalisierung könnten dabei berücksichtigt werden. Wenn die fiskalischen Stabilisierungsmaßnahmen auslaufen und die Wirtschaftsentwicklung anzieht, werden sich die Staatsfinanzen dann zumindest zum guten Teil automatisch wieder verbessern. Die Finanzpolitik dürfte aufgrund der guten Ausgangslage immer noch genügend Spielraum für einen gegebenenfalls auch starken temporären Impuls besitzen. Die Haushaltsregeln bieten mit ihren Ausnahmeklauseln ausreichend Flexibilität, um in der aktuellen Krise fiskalisch angemessen zu reagieren.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    18. Mai 2020 16:33 at 16:33

    „Zur anstehenden wirtschaftlichen Entwicklung und zur Lage der Staatsfinanzen hat die Bundesbank erstaunlich optimistische Aussagen parat.“

    Was sollen die sonst auch sagen? Stellt euch mal drauf ein das sich ein Viertel von euch demnächst bei der Tafel anstellen muss?

    Ob das Pfeifen im Walde oder Durchhalteparolen sind, wird sich noch zeigen. Irgendwann geht es immer wieder aufwärts. Fragt sich nur wann und wie schnell. Und natürlich nicht für jeden.

  2. Avatar

    Hesterbär

    18. Mai 2020 17:42 at 17:42

    Wie konnten die Notenbanker, Politiker und Wirtschaftsweisen weltweit nur so dumm sein, dass sie, seit dem es Notenbanken, Politiker und Wirtschaftsweise gibt, nicht erkennen konnten, dass eine funktionierende Wirtschaft doch aller bestens allein mit Gelddrucken, Schuldenbergen, der Rettung aller, die gerettet werden müssen und dem Auflegen von Konjunkturprogrammen herzustellen ist. Wie konnte man jahrhundertelang nur so dumm sein?

    Wenn sie jetzt noch erkennen, dass sich durch die Abschaffung aller Steuern aus der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten der größte Wirtschaftsboom aller Zeiten herstellen ließe, könnten wir jeder weiteren und noch so heftigen Corona-Welle völlig entspannt entgegensehen.

  3. Avatar

    Mike Lohmann

    18. Mai 2020 17:44 at 17:44

    Warum geben sich die Notenbänker täglich solche Mühe zu beweisen dass ihr Finanzsystem nichts mehr mit der Realität zu tun hat? Eigentlich wäre ja ihre Aufgabe für Stabilität der realen Wirtschaft zu sorgen, oder ist das nicht mehr gültig?

  4. Avatar

    Roberto

    18. Mai 2020 18:39 at 18:39

    @Mike Lohmann, ich glaube das ist wirklich nicht mehr möglich. Die Notenbanken haben sich selbst so tief in diese Krise hinein manövriert, dass sie selbst erkannt ahben, das nur noch ein festhalten am aktuellen Kurs uns alle am leben hält. Alles andere würde uns sfort zerstören. So aber werden wir gaaaanz langsam zerstört.

  5. Avatar

    bcom

    18. Mai 2020 23:35 at 23:35

    Der größte Fehler war die Aussage, dass eine zweite Coronawelle kommen wird, könnte, wahrscheinlich ist oder so.
    Damit haben sich sehr Viele defensiv eingestellt, werden vorerst nicht investieren und konsumieren sondern wenn möglich sparen und das sicher in den nächsten 12 Monaten egal ob in Arbeit, Kurzarbeit oder arbeitslos.
    Berechnungen dazu fehlen vorerst noch und werden sicherlich massiv unterschätzt.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

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– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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