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Bundesbank: Grippewelle im 1. Quartal verzerrte das Bild, jetzt geht die Party weiter

Redaktion

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Nur ganz kurz mussten wir gerade beim Lesen des heute veröffentlichten Bundesbank-Monatsberichts an die lustigen Ausreden von US-Statistikern denken, wenn mal wieder Begründungen für schlechte Konjunkturzahlen gefunden werden müssen (zu viel Schneefall im August). Aber nein, das wollen wir der Bundesbank nicht unterstellen. Außerdem jammern wir hierzulande momentan ja auf hohem Niveau. Im 1. Quartal 2018 zeigte die deutsche Konjunktur Anzeichen einer kleinen Delle.

Wie schon früher erwähnt, macht die Bundesbank heute einmal mehr deutlich, dass nach ihrer Meinung vor allem die besonders starke Grippewelle im 1. Quartal in Deutschland für eine gewisse Schwäche im Wirtschaftswachstum sorgte. Ebenfalls seien die Staatsausgaben im 1. Quartal schwach gewesen, weswegen der Eindruck entstand, dass die Konjunktur am Abkühlen sei. Interpretiert man die heutigen Worte der Bundesbank aber richtig, so nahm die Party im zweiten Quartal wieder Fahrt auf. Zitat:

Im Frühjahrsquartal 2018 hat die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank etwas mehr Schwung gezeigt als noch zu Jahresbeginn. Wie aus dem jüngsten Monatsbericht hervorgeht, liegt das unter anderem an dämpfenden Sonderfaktoren des ersten Quartals, die nun im Frühjahrsquartal keine Rolle mehr gespielt hätten, sondern zu einer Gegen-bewegung führen könnten. Dazu zählen eine in diesem Jahr ungewöhnlich starke Grippewelle und merklich rückläufige Konsumausgaben des Staates. Der private Konsum blieb laut den Bundesbank-Fachleuten ein Eckpfeiler der konjunkturellen Entwicklung. Dazu trugen eine ausgezeichnete Arbeitsmarktlage und kräftige Lohnzuwächse bei.

Industrie, Bau und Arbeitsmarkt boomen

Tja, jetzt geht es offenbar wieder los. Im 2. Quartal haben Industrie, Bau und Arbeitsmarkt wieder volle Fahrt aufgenommen. Also waren die Befürchtungen aus dem Frühjahr nur auf Grippe und schwache Staatsausgaben zurückzuführen? Also doch kein Ende des gefühlt ewig anhaltenden Konjunkturaufschwungs? Laut Bundesbank jedenfalls stieg die Industrieproduktion in Deutschland im Vormonatsvergleich im Mai um 2,75%, und auch die seit Jahresbeginn rückläufigen Auftragseingänge hätten sich erstmals wieder kräftig erhöht. Nach Einschätzung der Bundesbank könnte das Verarbeitende Gewerbe als wichtige konjunkturelle Triebfeder wieder mehr in den Vordergrund rücken. Mit so hohen Zuwachsraten wie im vergangenen Jahr rechnet man diesmal jedoch nicht.

Beim Baugewerbe sei im Mai die Produktion im Monatsvergleich um 3% gestiegen. Das ist beachtlich! Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe gab zwar im April 2018 gegenüber dem ersten Quartal um 5,25% nach. Laut Daten des ifo-Instituts ist die Auslastung der Baubetriebe jedoch nach wie vor sehr hoch hoch. Also Wachstumsbremse „Vollauslastung“? Auch am Arbeitsmarkt geht es nur aufwärts. Zitat:

Die Erwerbstätigkeit in Deutschland stieg zuletzt weiter an. Im Mai 2018 waren saisonbereinigt 37.000 Personen mehr in Beschäftigung als im Vormonat. Maßgeblich dafür sei vor allem die kräftige Zunahme sozialversicherungspflichtiger Stellen, heißt es im Bericht. Gleichzeitig stabilisierte sich die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten, die Zahl an Selbstständigen sank erneut. Die Arbeitslosigkeit war im Juni weiter rückläufig: Die Anzahl der als arbeitslos registrierten Personen sank saisonbereinigt um 15.000. Das Arbeitsmarkt-barometer Beschäftigung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) deutet darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit auch in den nächsten Monaten zurückgehen wird, jedoch in geringerem Maße. Zugleich könnten Neueinstellungen in den nächsten Monaten zögerlicher ausfallen.

Bundesbank-Zentrale in Frankfurt
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany (CC BY-SA 3.0 de)

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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