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Bundesbank: Heute Abschied von Jens Weidmann – wer wird Nachfolger?

Bundesbank - wer wird neuer Chef?

Die Bundesbank brauch sehr bald einen neuen Chef oder eine neue Chefin – denn Jens Weidmann hat vor einigen Wochen verkündet, sein Amt Ende des Jahres nieder zu legen. Aus der Rücktritts-Erklärung Weidmanns lässt sich ableiten, warum er das Handtuch geschmissen hat:

„Mir war es dabei immer wichtig, dass die klare, stabilitätsorientierte Stimme der Bundesbank deutlich hörbar bleibt (..). Es sei wichtig, „nicht einseitig auf Deflationsrisiken zu schauen, sondern auch perspektivische Inflationsgefahren nicht aus dem Blick zu verlieren“.

Genau das aber ist passiert: anders als die US-Notenbank Fed negiert die EZB weiterhin die Inflations-Gefahren und hält an ihrer ultralaxen Geldpolitik fest. Jens Weidmann konnte sich angesichts der Dominanz der Repräsentanten der Süd-Länder in der Eurozone nicht durchsetzen mit seinen Warnungen – offenkundig ist das oberste Ziel der Notenbank die (indirekte) Finanzierung der Süd-Staaten durch die Druckerpresse,  das im (naiven?) Vertrauen darauf, dass die Inflation wundersamerweise schon wieder zurück gehen werde.

Wer wird neuer Chef oder Chefin der Bundesbank?

Hinzu kommt, dass Jens Weidmann ein Kandidat der Ex-Kanzlerin Merkel war – die Ampel-Koalition aber dürfte andere Akzente setzen, insbesondere die Grünen, die in einer Vergemeinschaftung von Schulden eher kein Problem sehen. Anders dagegen die FDP, die mit Lindner auch den Finanzminister stellt. Lindner machte heute klar, dass in den nächsten Tagen die Nachfolge von Weidmann geregelt werde. Weidmann selbst werde sich heute auf demm Treffen der G7-Finanzminister verabschieden, dann werde „sehr zeitnah“, so Lindner, ein Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin präsentiert.

Wer aber könnte die Bundesbank dann ab Jahresanfang führen? Die „Financial Times“ hatte kürzlich Joachim Nagel als Favoriten genannt – Nagel ist derzeit bei der Bank für interantionalen Zahlungsausgleich (die Notebank der Notenbanken) tätig und war zwischen 1999 und 2016 für die Bundesbank tätig. Als Mitglied der SPD dürfte Nagel natürlich die Unterstützung der Genossen und des neuen Kanzlers haben.

Gute Chancen dürfte sich auch Isabel Schnabel ausrechnen, die seit Jahresbeginn 2020 in der EZB ist. Sie war lange eine typische Repräsentatin des „EZB-Sprechs“, also der Leugnung jeglicher Inflationsgefahren – um dann in der letzten Woche in einem Interview mit der „Financial Times“ plötzlich vor den Gefahren der ultralaxen Geldpolitik zu warnen. War diese plötzliche hawkishe Kehrtwende eine Art Bewerbung für den Chefposten bei der Bundesbank? Bei der FDP jedenfalls und Finanzminisster Lindner dürften diese Worte Schnabels gut angekommen sein!

Dritter Kandidat im Bunde ist Marcel Fratzscher, von bösen Zungen als „Claquer der SPD“ bezeichnet. Er war einige Jahre in der EZB und leitet seit 2013 das DIW, ein eher linkes Wirtschafts-Institut. Er vertritt geradezu mustergültig Gender-Positionen und Diversität. So heißt es in einem Tweet von Marcel Fratzscher:

„Das DIW Berlin sucht eine/-n ManagerIn für #Diversität und #Chancengleichheit, der/die die institutseigene Diversitätsstrategie entwickelt und für die Umsetzung verantwortlich ist.“

Die nächsten Tage werden spannend! Denn die Führung der Bundesbank dürfte durch die neue Regierung ein besonderes Gewicht bekommen. Merkel unerstützte Jens Weidmann zwar grundsätzlich, wenn Ärger mit den Südländern drohte, pfiff sie jedoch den „lieben Jens“ regelmäßig zurück.  Der Nachfolger oder die Nachfolgerin Weidmanns aber dürfte hier ein anderes, stärkers Mandat haben und so die Geldpolitik der EZB mehr prägen als Weidmann das aufgrund der politischen Konstellationen konnte!



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1 Kommentar

  1. Joachim Nagel wäre ja noch irgendwie hinnehmbar, aber Leute wie Isabel Schnabel, Marcelo Fratzscherino und Marcella Fratzscherina sind ja eine Zumutung erster Klasse! Wobei die Bundesbank sowieso nur noch eine Filiale ist die Statistiken produziert.

    @Markus Fugmann: Es nutzt alles nichts, sie als Finanz-Kanzler müssen den Dämonen Einhalt gebieten.

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