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Bundesbank: Immer mehr Bargeld im Umlauf, Banken horten Milliarden wegen Negativzins der EZB

Und es ist doch kein kleines Einzellfall-Phänomen. Hier und da hörte man in den letzten Monaten immer wieder mal, dass Banken darüber nachdenken ihr überschüssiges Geld, für das sie keine Kreditkunden…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Und es ist doch kein kleines Einzellfall-Phänomen. Hier und da hörte man in den letzten Monaten immer wieder mal, dass Banken darüber nachdenken ihr überschüssiges Geld, für das sie keine Kreditkunden finden, einfach in bar in den eigenen Tresoren liegen zu lassen. Denn ansonsten müssten sie das Geld bei der EZB hinterlegen für einen Zins von -0,4%. Sind Transport, Lager- und Versicherungskosten für die Verwahrung im eigenen Tresor günstiger als die -0,4% bei der EZB zu zahlen, lohnt es sich gerade bei großen Geldsummen die Bargeld-Variante zu wählen.

Bundesbank-Vorstand Carl-Luwig Thiele bringt aktuell Licht ins Dunkel. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ sagte er Banken würden ganz konkret wegen der EZB-Negativzinsen ihre Bargeldbestände in den eigenen Tresoren aufstocken. In den letzten zwei Jahren haben die deutschen Banken laut Thiele 10 Milliarden Euro in bar zusätzlich in ihre eigenen Tresore gelegt um den Negativzinsen der EZB zu entgehen. Diese Entwicklung werde weitergehen.

Auch sprach Thiele über Bargeld an sich. Denn es gibt ja latent die Befürchtung der Bargeldabschaffung oder zumindest die Befürchtung, dass sie angestrebt werde durch Politik und Finanzwirtschaft. Jenseits der zahlreichen Indizien für diesen Trend nennt Thiele beeindruckende Zahlen. Das Euro-Bargeld werde von seiner schieren Masse her immer mehr. Im Jahr 2002 sei es noch ein Volumen von 220 Milliarden Euro, das in bar im Umlauf war. Zwei Jahre später waren es schon 500 Milliarden Euro, und Ende 2014 schon 1 Billion Euro. Es gab in den vergangenen Jahren laut Thiele ein jährliches Euro-Bargeldwachstum von 6%.

10% des von der Bundesbank ausgegebenen Euro-Bargelds werde beim Bezahlen genutzt. 20% würden in Deutschland gehortet, weitere 20% in anderen Ländern der Eurozone, und ganze 50% außerhalb der Eurozone. Das ist mal ein heftiger Wert! Der Grund ist klar. Weltweit gibt es völlig instabile Länder, wo die Bürger nicht eine Sekunde Vertrauen in die heimische Währung haben. Dort wird alles in US-Dollar gezahlt. Nach und nach kommt der Euro hinzu, weil man hierin genau so Vertrauen setzt wie in den US-Dollar.

Laut Thiele hatte das Eurosystem (also alle nationalen Zentralbanken unter Kontrolle der EZB) bis Ende 2016 Euro-Bargeld im Volumen von 1130 Milliarden Euro ausgegeben, beim US-Dollar seien es 1460 Milliarden Dollar. Also schließt der Euro global gesehen zumindest beim Bargeld immer mehr zum US-Dollar auf. Auch wenn diese Zahlen noch so beeindruckend klingen mögen. Die Zeichen mehren sich, dass das Bargeld von Politik und Finanzwirtschaft immer mehr zurückgedrängt wird. Folgt der 500 Euro Schein-Abschaffung bald die Abschaffung des 200ers? Und dann wird es ja bald sicher auch die europaweite Vereinheitlichung der Höchstgrenze beim Barzahlen geben. Die Entwicklung geht weiter.


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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