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Bundesbank erwartet deutsche Inflation für nächste Woche bei 6 Prozent

Münzen schürfen

Am nächsten Montag wird das Statistische Bundesamt die Inflation für den Monat November vermelden. Im Oktober lag sie bei 4,5 Prozent nach 4,1 Prozent im September. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sprach am Freitag davon, dass sie im November auf 5,0 Prozent steigen könnte. Und jetzt vor wenigen Minuten hat die Bundesbank in ihrem Monatsbericht für November verkündet, dass sie für die Veröffentlichung der November-Zahl am nächsten Montag mit einer Inflation in Höhe von 6,0 Prozent rechnet. Das ist mal sein Satz nach oben von 4,5 Prozent auf 6,0 Prozent, wenn es denn so kommt!

Inflation rauf auf 6 Prozent, danach Erholung

Die Verbraucherpreise seien im Oktober erneut kräftig gestiegen. Sie hätten gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 0,5 Prozent zugelegt. Insbesondere Energie hat sich laut der Bundesbank erheblich verteuert. Die Vorjahresrate bei der Inflation sei insgesamt von 4,1 Prozent im September auf 4,6 Prozent gestiegen, die Kernrate – ohne Energie und Nahrungsmittel – von 2,5 Prozent auf 2,8 Prozent. Man geht davon aus, dass die Inflationsrate im November auf knapp 6 Prozent steigen, aber mit Auslaufen statistischer Sondereffekte (insbesondere Mehrwertsteuer-Basiseffekt) im Januar spürbar zurückgehen wird. Sie könnte aber noch für längere Zeit deutlich über 3 Prozent liegen, so die Bundesbank.

Anmerkung

Wir möchten anmerken: Klar ist, dass ein Faktor, der im zweiten Halbjahr die Inflation mit angetrieben hat, wie von der Bundesbank erwähnt ab Januar wegfällt. Denn man denke bitte zurück. Im zweiten Halbjahr 2020 hatte die Bundesregierung zum Ankurbeln des Konsums die Mehrwertsteuer von Juli-Dezember gesenkt. Im Januar 2021 stieg sie dann wieder auf das alte Niveau. Daher sehen wir von Juli-Dezember 2021 überall höhere Preise. Aber im Januar 2022, da wird ja mit dem Januar 2021 verglichen, wo die Mehrwertsteuer wieder auf dem erhöhten Niveau war.

Hier weitere Detailaussagen von der Bundesbank im Wortlaut:

In der Vorjahresbetrachtung weiteten sich die Zuwachsraten kräftig aus. Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise im Sommerquartal um 3,5% und ohne Energie und Nahrungsmittel gerechnet um 2,1%. Einerseits dürfte die Gesamtrate durch den Basiseffekt der in der zweiten Jahreshälfte 2020 vorübergehend abgesenkten Mehrwertsteuersätze um 1¼ Prozentpunkte erhöht worden sein. Andererseits schlug das übliche saisonale Hoch der Preise für Pauschalreisen im Sommer – vor allem im Juli und August – deutlich weniger zu Buche als im Jahr zuvor, weil das Gewicht der Pauschalreisen im HVPI gesunken ist. Das reduzierte die Teuerungsrate um gut 1 Prozentpunkt. Selbst ohne diese Sondereffekte dürfte die Gesamtrate im dritten Quartal nahezu 3 % betragen haben und die Rate ohne Energie und Nahrungsmittel rund 2 %.

Im Oktober legten die Preise erneut kräftig zu. Die Vorjahresrate stieg insgesamt von 4,1% im September auf 4,6 %. Im laufenden Monat könnte sie sogar knapp 6 % betragen, wovon gut 1,5 Prozentpunkte auf die beiden Sondereffekte zurückzuführen wären. Der statistische Sondereffekt wirkt jetzt umgekehrt und erhöht die Teuerungsrate um gut ¼ Prozentpunkt. Er entfällt im Dezember und der Mehrwertsteuer-Basiseffekt im Januar. Dann sollte die Inflationsrate spürbar zurückgehen, obwohl die kräftig gestiegenen Marktnotierungen für Erdgas vermutlich zum Großteil erst nach dem Jahreswechsel an die Verbraucher weitergegeben werden. In den nachfolgenden Monaten dürfte die Gesamtrate aus heutiger Sicht zwar nach und nach weiter abnehmen. Sie könnte aber noch für längere Zeit deutlich über 3 % bleiben. Bei der Kernrate sind Werte beträchtlich über 2 % denkbar.



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