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Bundesbank: Inflation in 2022 über 7 Prozent – Preisdruck verstärkt

Der Preisdruck habe sich noch verstärkt, und die Inflation soll laut Bundesbank im Gesamtjahr im Schnitt über 7 Prozent liegen.

Brennender Geldschein als Symbol für Inflation

Die Inflation in Deutschland hat zwar im Mai bereist 7,9 Prozent erreicht. Aber vor ein paar Monaten war sie ja noch deutlich tiefer. Wo wird sie im Jahresdurchschnitt liegen? Da hört man heute von der Bundesbank, dass „deutlich mehr als 7 Prozent“ möglich sind, wenn man die aktuelle Entwicklung fortschreibt. Der Preisdruck habe sich zuletzt nochmal verstärkt, so die Aussage von Bundesbank-Chef Joachim-Nagel in den heute veröffentlichten Projektionen zu Inflation und BIP.

Wie gestern auch die EZB, so hört man heute von der Bundesbank, dass die Inflation aber ab 2023 wieder deutlich sinken soll. Denn die EZB hat ja alles im Griff? Wie bisher auch? Gestern musste Christine Lagarde offen eingestehen, dass man sich bei den vorigen Prognosen zur Teuerungsrate gründlich vertan hat. Der ständige Hinweis, dass die Inflation schon wieder zurückkommen wird, gilt dann als die große Beruhigungspille für die Bürger? Bitte durchhalten, wird schon wieder? Hier die Aussagen der Bundesbank zum Thema Inflation im Wortlaut:

Die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate dürfte gemäß den Bundesbank-Projektionen im Jahresdurchschnitt 2022 auf 7,1 Prozent zulegen. „Die Verbraucherpreise werden in diesem Jahr noch stärker steigen als Anfang der 1980er Jahre“, sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel zu den Vorausschätzungen seiner Institution. „Der Preisdruck hat sich zuletzt sogar nochmal verstärkt, was die jetzt vorgelegten Projektionen nicht vollständig abbilden“, betonte Nagel. „Wenn man diese Entwicklung fortschreibt, könnte die HVPI-Rate im Jahresdurchschnitt 2022 deutlich mehr als 7 Prozent betragen.“

Nach Einschätzung der Bundesbank-Fachleute entsteht der starke Preisdruck vor allem durch den rasanten Anstieg der Preise für Energie- und Nahrungsmittel. Aber auch die Teuerungsrate ohne Energie und Nahrungsmittel dürfte mit etwa 3,6 Prozent weit überdurchschnittlich ausfallen. Neben stark verteuerten Rohstoffen wirkten hier vor allem Lieferengpässe preistreibend.

Ab dem kommenden Jahr dürfte die Inflationsrate in Deutschland allmählich abnehmen. Die HVPI-Rate könnte gemäß den Projektionen auf 4,5 Prozent im Jahr 2023 und 2,6 Prozent im Jahr 2024 zurückgehen. „Der Rückgang der Inflationsraten im Euroraum wird kein Selbstläufer sein“, sagte Nagel. „Die Geldpolitik ist aufgerufen, die Teuerung durch konsequentes Handeln zurückzuführen.“ Verglichen mit der Vorausschätzung vom Dezember 2021 wurde die Inflationsrate für alle Jahre des Projektionszeitraums nach oben revidiert.



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