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Bundesbank mit deftiger Warnung – Banken und Immo-Branche vor riesigem Problem!

Claudio Kummerfeld

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am

Nach der EZB gestern hat die Bundesbank heute ihren Finanzmarktstabilitätsbericht vorgestellt. Die Headline-Aussagen der Bundesbank klingen fast wie extremst kritische Worte von jemandem, der die Null- und Negativzinspolitik der EZB für mehr als nur problematisch hält! (nett formuliert) Ein unerwarteter Konjunktureinbruch (wie wahrscheinlich ist das derzeit???) könne das Finanzsystem hart treffen. Die Kreditausfälle bei Banken könnten ansteigen – und die Banken würden die Risiken bisher deutlich unterschätzen. Auch für die Immobilienbranche hat die Bundesbank aktuell eine deutliche Warnung! Auszugsweise hier im Wortlaut von der Bundesbank:

Im gegenwärtigen Umfeld könnten zukünftige Kreditrisiken unterschätzt und die Werthaltigkeit von Kreditsicherheiten wie Immobilien überschätzt werden. „Ein unerwarteter Konjunktureinbruch und abrupt steigende Risikoprämien könnten das deutsche Finanzsystem empfindlich treffen“, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Finanzstabilitätsberichts der Bundesbank. Noch im vergangenen Jahr wurde ein langsam steigendes Zinsniveau erwartet. Diese Erwartungen haben sich allerdings nicht erfüllt. Das Zinsniveau ist im Zuge der konjunkturellen Eintrübung – vor allem die exportorientierte Industrie befindet sich in Deutschland in einem Abschwung – weiter gefallen, und Marktteilnehmer erwarten weiterhin niedrige Zinsen. „Gerade bei niedrigen Zinsen bauen sich zyklische Risiken im deutschen Finanzsystem aber weiter auf“, betonte Buch. „Die niedrigen Zinsen setzen die Zinsmarge der Institute zunehmend unter Druck, belasten deren Profitabilität und stellen so auch ein Risiko für die Finanzstabilität dar“.

Vereinfacht gesagt: Die Banken leiden viel länger als noch vor einem Jahr gedacht unter der Nullzinspolitik der EZB. Gibt es dann noch durch einen Konjunkturausbruch Kreditausfälle, könnten Banken ins Wanken geraten. Hierzu das folgende Zitat von der Bundesbank:

Die be­stehen­den Ver­wund­bar­kei­ten könn­ten bei einem un­er­war­te­ten Kon­junk­tur­ein­bruch of­fen­ge­legt wer­den, heißt es in dem Be­richt. Ins­ge­samt hat sich dem­nach die Bo­ni­tät der deut­schen Un­ter­neh­men zwar ver­bes­sert, in den Kre­dit­port­fo­li­os der deut­schen Ban­ken hat der An­teil re­la­tiv ris­kan­te­rer Kre­dit­neh­mer aber zu­ge­nom­men. Bei einem un­er­war­te­ten Kon­junk­tur­ein­bruch könn­ten Wert­be­rich­ti­gun­gen und Kre­dit­aus­fäl­le daher schnel­ler und stär­ker stei­gen als bei einer gleich­mä­ßi­ge­ren Ver­tei­lung der Kre­dit­ri­si­ken. „Diese Al­lo­ka­ti­ons­ri­si­ken sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­stie­gen und tra­gen zu den zy­kli­schen Ver­wund­bar­kei­ten im ge­sam­ten Ban­ken­sys­tem bei“.

Auch bei Immobilien sei derzeit die Gefahr vorhanden, dass aufgrund der tollen Lage Risiken unterschätzt, und die Werthaltigkeit von Sicherheiten überschätzt würde. Zitat:

Die ge­rin­gen Kre­dit­ri­si­ken spie­geln laut Bun­des­bank auch die nied­ri­gen In­sol­ven­zen im Un­ter­neh­mens­sek­tor und die ge­rin­ge Ar­beits­lo­sig­keit wider. Ent­spre­chend ge­ring ist die seit vie­len Jah­ren rück­läu­fi­ge Ri­si­ko­vor­sor­ge der Ban­ken. Die zu­künf­ti­ge Ent­wick­lung von Kre­dit­ri­si­ken könn­te damit aber un­ter­schätzt wer­den. Die Prei­se für Wohn­im­mo­bi­li­en in Deutsch­land ent­wi­ckeln sich nach wie vor dy­na­misch. Um­fra­gen zu­fol­ge er­war­ten die pri­va­ten Haus­hal­te und Ban­ken wei­ter stei­gen­de Prei­se. „Damit be­steht die Ge­fahr, dass Markt­teil­neh­mer die ver­gan­ge­ne Ent­wick­lung zu op­ti­mis­tisch in die Zu­kunft fort­schrei­ben und dabei die Wert­hal­tig­keit von Si­cher­hei­ten über­schät­zen“.

Wohnimmobilien sind in Deutschland laut Bundesbank jetzt schon im Preis spürbar überbewertet – aber dennoch sei die Lage noch in Ordnung. Oder doch nicht? Hier dazu der Original-Kommentar:

Bundesbank-Untersuchungen zufolge sind Wohnimmobilien in städtischen Gebieten zwischen 15 und 30 Prozent überwertet. Die Bundesbank verwies in dem Bericht aber darauf, dass es gegenwärtig keine Hinweise auf eine Spirale aus stark steigenden Wohnimmobilienpreisen, übermäßig steigenden Wohnimmobilienkrediten und erodierenden Kreditvergabestandards gebe. Darüber hinaus bestehen im deutschen Finanzsystem zudem Risiken gegenüber abrupt steigenden Zinsen fort. Die Banken haben die Fristentransformation ausgeweitet, um ihre Erträge im Zinsgeschäft zu stützen. Jeder zweite neu vergebene Wohnungsbaukredit hat eine Zinsbindungsfrist von über zehn Jahren. „Vor diesem Hintergrund müssen Banken die eingegangenen Risiken adäquat bepreisen und mit auskömmlichen Margen kalkulieren“, sagte Wuermeling.

Bundesbank Zentrale in Frankfurt
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kandschwar CC BY-SA 3.0

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    21. November 2019 16:37 at 16:37

    Der Mietpreisdeckel und die Zuwanderung wird schon für eine Stabilisierung der Immobilien-Preise sorgen. Einfach clever unsere Politik. ;)

  2. Avatar

    Columbo

    21. November 2019 16:44 at 16:44

    Ach wie schön, noch eine Crashprophetin. Diese hat meines Wissens kein vorweihnachtliches Crashbuch herausgegeben. Also seriös, oder nicht?

  3. Avatar

    Kritisch on fire

    21. November 2019 16:51 at 16:51

    Na, bumm – die sind aber klug und sooooo weitsichtig!
    Dr. Markus Krall und seine Prognosen lassen grüßen!

  4. Avatar

    guguk

    21. November 2019 19:00 at 19:00

    Mir eh Wurscht, wenns kracht.
    Is mir zu langweilig.
    Also lasst es endlich krachen!

  5. Avatar

    Drudenfuß

    21. November 2019 22:04 at 22:04

    Jedem, der sich aufgrund einer langen Kreditlaufzeit zu niedrigen Zinsen in Sicherheit wiegt, empfehle ich die Lektüre des § 313 BGB.

  6. Pingback: Die Meldungen vom 22.11.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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Corona-Hilfen: Ausfallzahlungen im November, und eine ganz wichtige Änderung!

Claudio Kummerfeld

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Neue Corona-Hilfen vom Bund

Aufgepasst liebe Selbständige und Unternehmer, es tut sich was bei den Corona-Hilfen des Bundes. Es ist ja inzwischen bekannt, dass die Bundesregierung betroffene Unternehmer mit bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November 2019 entschädigen will, wenn sie jetzt im November 2020 durch Betriebsschließungen Umsatzeinbußen erleiden. Dies soll für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gelten. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gibt es gestaffelt Erstattungen von 70 Prozent und weniger. Vor allem die Gastronomie wird wohl profitieren, aber auch Freizeiteinrichtungen, und womöglich deren Zulieferbetriebe. Details werden gerade noch geklärt. Diese Corona-Hilfen sind sehr wichtig. Sonst hätte dieser neue kleine Lockdown, der ab Montag startet, wohl endgültig viele Unternehmen finanziell ruiniert.

Die genauen Details der neuen Hilfen sollen laut Olaf Scholz noch veröffentlicht werden auf https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Noch ist die Seite nicht auf aktuellem Stand, aber aus den ganz frischen Aussagen der beiden Minister hört man, dass die beiden Ministerien genau in diesem Minuten die Details ausarbeiten. Also sollte man morgen oder am Wochenende diese Seite mehrmals besuchen und nach neuesten Infos Ausschau halten. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Wir empfehlen die nächsten Tage auch immer einen Blick zu werfen auf die Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Corona-Hilfen mit kleinem, aber sehr wichtigem Detail

Aber ein wichtiges Detail bei den Corona-Hilfen wird für viele Unternehmer eine große Erleichterung darstellen, um jetzt weiter durchhalten zu können. Denn bisher galt die ziemlich unsinnige und unfaire Regelung, dass die KfW-Schnellkredite in der Coronakrise nur für Unternehmen zugänglich waren, die mindestens 10 Mitarbeiter haben. Jetzt liest man im offiziellen Infotext des Bundeswirtschaftsministeriums (siehe hier), dass der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zugänglich gemacht werden soll. Diese winzige Änderung bei den Corona-Hilfen kann für viele kleine Unternehmer die Rettung bedeuten, zumindest in Sachen Liquiditätshilfe. Hier weitere Details im Wortlaut vom Ministerium:

Es hat sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen, um auf diese Weise Kontakte im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Das betrifft unter anderem Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch Dienstleistungsbetriebe, Messen, Kinos, Freizeitparks oder Fitness-Studios. Viele von ihnen haben Vorbildliches bei der Umsetzung von Hygiene- und Abstandskonzepten geleistet und seit Ausbruch der Pandemie schwere Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die Bundesregierung wird diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern:

Wir gewähren den von temporären Schließungen erfassten Unternehmen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erfasst;

Wir werden die Leistungen der Überbrückungshilfe verlängern und für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche wesentlich verbessern;

Wir öffnen den KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten;

Die Regelungen gelten unter anderem für Unternehmen, Selbständige und Soloselbständige. Insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen. Hierzu stellen wir Mittel bis zu einer Höhe von 10 Milliarden Euro bereit.

Hier weitere aktuelle Aussagen aus der vorhin gelaufenen PK von Olaf Scholz und Peter Altmaier, in Kurzform zusammengefasst:

Der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft will man auch über den November hinaus eine Perspektive aufzeigen. Und auch der Gastronomie will man helfen die anstehende harte Zeit zu überstehen. An Einzelheiten arbeite man jedoch noch. Auch will man eine Verlängerung der „Überbrückungshilfe III“ bis ins nächste Jahr hinein erreichen. Und bis zu 300.000 Euro sollen auch über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt werden können.

Hier die PK im Video:

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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