Europa

Bundesbank senkt BIP-Prognose deutlich: „Unsicherheiten erheblich höher als zuvor“

Die Deutsche Bundesbank meldet sich aktuell zu Wort. Dabei senkt sie ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland deutlich ab. Im Dezember 2017 hatte man noch ein BIP-Wachstum für Deutschland für 2018 von 2,5% prognostiziert. Diese Aussicht senkt man heute ab auf 2,0%. Das ist eine deutlich pessimistischere Sicht! Zitat der Bundesbanker:

„Die Unsicherheiten für den Ausblick der deutschen Wirtschaft sind erheblich höher einzustufen als zuvor“, erklärte Weidmann. Dabei überwiegen seinen Fachleuten zufolge die Abwärtsrisiken aus der Außenwirtschaft die Effekte aus der voraussichtlich expansiveren Fiskalpolitik in Deutschland. Exporte und gewerbliche Investitionen dürften nach Einschätzung der Ökonominnen und Ökonomen im Prognosezeitraum weniger stark zulegen als im Vorjahr. Zudem dämpfe in zunehmendem Maße der steigende Mangel an Fachkräften das Beschäftigungswachstum. Trotz deutlich stärker steigender Löhne werde damit tendenziell der Zuwachs der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte gebremst, heißt es in der Bundesbank-Prognose. Dies mindere die Grundtendenz des privaten Verbrauchs. Stützende Impulse für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage insgesamt werden hingegen vor allem für das Jahr 2019 von den expansiv wirkenden fiskalischen Maßnahmen der neuen Bundesregierung erwartet.

Wohl wegen den Aussagen am Ende dieses Zitats hebt die Bundesbank ihre Prognose für 2019 ganz leicht an auf +1,9%, und für 2020 auf +1,6%. Aktuell sehe man die Inflation für 2018 bei +1,8% – auf diesen Niveau solle sie auch in den Jahren danach ungefähr bleiben. Weiter sagen die Bundesbanker zur aktuellen Konjunkturlage, und warum es wohl immer problematischer für das Wirtschaftswachstum wird:

Die Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft hält weiter an. Der hohe Auslastungsgrad nimmt weiter zu, auch wenn die Wachstumsraten nicht mehr ganz so kräftig ausfallen wie im Vorjahr.“Zusammengenommen ergibt sich das Bild einer andauernden Hochkonjunkturphase, in der sich die zunehmenden angebotsseitigen Engpässe in kräftigen Lohnzuwächsen und in einer stärkeren Binneninflation niederschlagen“, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann anlässlich der neuen Wirtschaftsprognose.

Bundesbank-Zentrale in Frankfurt
Die Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany (CC BY-SA 3.0 de)

Quelle: Deutsche Bundesbank



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