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Europa

Bundesbank sieht BIP im 2. Quartal leicht rückläufig – hier die konkreten Gründe

Claudio Kummerfeld

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„Die deutsche Wirtschaftsleistung (BIP) dürfte sich im zweiten Vierteljahr 2019 leicht verringert haben“. Diesen Satz hat die Bundesbank vor wenigen Minuten als aller ersten Satz in ihrem frisch erschienenen Bundesbank-Bericht für Juli niedergeschrieben. Man muss wissen: Ende 2018 und Anfang 2019 wurde die volkswirtschaftliche Statistik in Deutschland durch Sonderfaktoren beeinflusst. Die Bundesbank geht hierauf im Detail ein.

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Sie erwähnt, dass diese Sonderfaktoren nun ausgelaufen sind und inzwischen sogar zum Teil belastend wirken, nachdem sie das Wachstum während der Wintermonate noch maßgeblich getragen hätten. Wir besprechen auf FMW seit einigen Monaten im Detail, dass die Industrie in Deutschland sehr schwach läuft (zuletzt sehr stark im Minus), und dass das gesamte BIP durch den Bausektor und Dienstleistungen gestützt wird, so dass unterm Strich noch BIP-Zuwächse entstanden. Aber wie lange geht das noch so weiter? Die Bundesbank nennt in ihrem aktuellen Bericht konkrete Gründe für die aktuelle Abschwächung, die im gerade erst beendeten Quartal eingetreten sein soll. Zitat auszugsweise:

So ging die Bauproduktion vermutlich zurück, die im ersten Vierteljahr infolge günstiger Witterung noch stark gestiegen war. Ferner normalisierten sich die Pkw-Zulassungen. Sie hatten zuvor stark zugelegt, weil Autokäufe nachgeholt worden waren, die in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres aufgrund von Lieferschwierigkeiten aufgeschoben worden waren. Die ohnehin schwachen Exporte litten zusätzlich unter dem Rückgang der Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich. Hier war es im Winter im Vorfeld des ursprünglich für Ende März angesetzten Brexit-Termins zu umfangreichen vorgezogenen Käufen gekommen. Aber auch ohne diese belastenden Sondereffekte blieb die konjunkturelle Grundtendenz im Frühjahr schwach. Hauptgrund hierfür war, dass sich der Abschwung in der überwiegend exportorientierten Industrie weiter fortsetzte. „Eine Erholung des Exportgeschäfts und der Industrie ist noch nicht zu erkennen“, schreiben die Fachleute der Bundesbank. 

Industriekonjunktur durchwachsen

Die Industrieproduktion legte im Mai zwar deutlich zu und stieg im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 1 Prozent. Aufgrund der sehr schwachen Produktion im April lag die industrielle Erzeugung im Durchschnitt der Monate April und Mai dennoch erheblich unter dem Mittel der Wintermonate (-1 Prozent). Dabei sank die Produktion von Automobilen und Maschinen besonders deutlich. Außerdem verschlechterte sich die Auftragslage der deutschen Industrie weiter.

Rückgang der Bauproduktion

Die Produktion im Baugewerbe hingegen ging im Mai gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt stark zurück. Auch im Durchschnitt der Monate April und Mai sank sie im Vergleich zum ersten Vierteljahr erheblich. Dies ist nach Ansicht der Bundesbank-Experten teilweise auf Rückpralleffekte nach den witterungsbedingt starken Wintermonaten zurückzuführen. Nach ihrer Einschätzung deuten die Konjunkturindikatoren aber nicht auf eine schnelle Abkühlung der florierenden Baukonjunktur hin. So blieben Auslastung und Auftragsreichweite im Bauhauptgewerbe nach Daten des Ifo-Instituts sehr hoch.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Pingback: Meldungen vom 22. Juli 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    Nonkonformist sagt

    22. Juli 2019 14:02 at 14:02

    Was erzählt denn hier uns der Märchen – Prinz von der Bananenrepublik BRVD mit der Bezeichnung Buntesbank so schön bunt und braun wie die Faschisten der Sozialisten des tiefen Scheinstaats mehr sein als Schein.
    Ja wer hätte das gedacht ihr Volksverdummer Autoindustrie von 2018 auf 2019 24 Prozent Minus , Autozubehör – Firmen 60000 Entlassungen , Siemens , BASF , Telekom , usw sind die in allem incl . mittelständische Betriebe von ca. 200000 neuen Arbeitslosen.
    Was dem Export betrifft zahlen wir durch Target 2 diesen Mist von den Mafia – Konzernen mit einer Haftungssumme von 1 Billion E wir die Bürger- Gewürgte .
    Ach was denn haltet uns doch für blöde aber eins ihr seit die Volldeppen !!!!!!!!

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Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

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Europa

Aktuell: Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen

Claudio Kummerfeld

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Kurzarbeit trifft besonders die Gastronomie

Die Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen. Es ist klar, der zweite Lockdown in der Coronakrise zeigt seine Auswirkung, auch wenn er als softer Lockdown bezeichnet wird. Laut vor wenigen Minuten veröffentlichten Umfragedaten (Rückmeldungen von 7.000 Unternehmen) des ifo-Instituts ist der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Insbesondere bei Hotels stieg der Anteil von 62,9 auf 91 Prozent der Unternehmen, in der Gastronomie von 53,4 auf 71,7 Prozent, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern von 88,0 auf 91,1 Prozent. Gerade in diesen vom Teil-Lockdown massiv betroffenen Branchen werde wieder sehr viel Kurzarbeit gefahren. Hier Details zur Umfrage im Wortlaut von ifo:

Der Anstieg zog sich durch fast alle großen Wirtschaftszweige. Bei den Dienstleistern stieg die Kurzarbeit von 24,0 auf 30,6 Prozent der Unternehmen, im Handel von 18,8 auf 20,7 Prozent und auf dem Bau von 7,4 auf 9,0 Prozent. Nur in der Industrie war ein leichter Rückgang zu verzeichnen, von 31,9 auf 30,5 Prozent.

Einzelne Branchen meldeten gegen den Trend auch kräftige Rückgänge, so die Autobranche von 50 auf 36,7 Prozent, das Verlagswesen von 42 auf 34,7 Prozent oder die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften von 64,2 auf 52,5 Prozent der Unternehmen. Das gilt auch für die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (von 43,4 auf 34,9), für die Druckereien (von 47,6 auf 39,1 Prozent) oder für die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten (von 49 auf 38,4 Prozent).

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Europa

ifo Index mit zweitem Rückgang in Folge – Lage ok, Erwartungen schwächer

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für November veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 90,7 (Prognose war 90,1; Vormonat Oktober war 92,7) – das ist der zweite Rückgang in Folge nach zuvor fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,0 (Prognose war 87,0; Vormonat war 90,3)

– Erwartungen: 91,5 (Prognose war 93,5; Vormonat war 95,0)

Dazu Wohlrabe von ifo: Dienstleistungssektor spürbar schwächer, Industrie hat sich Abwärtsentwicklung entgegen gestemmt, Handel schwächer

Hier die Pressemitteilung des ifo:

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 90,7 Punkte gesunken, nach 92,5 Punkten im Oktober. Der Rückgang war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten sie etwas weniger gut. Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen.

Das Verarbeitende Gewerbe ist der Lichtblick in diesem Monat. Das Geschäftsklima hat sich verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich besser. Die Auftragseingänge stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel jedoch merklich weniger optimistisch aus.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindikator merklich nachgegeben. Er liegt erstmals seit dem Juni wieder im negativen Bereich. Die zuletzt gute Lageeinschätzung hat sich deutlich eingetrübt. Zudem blicken erheblich mehr Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Indikatoren im Bereich Hotels und Gastgewerbe sind regelrecht abgestürzt.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch die Erwartungen trübten sich merklich ein. Insbesondere die Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht nachgegeben. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen fielen etwas pessimistischer aus.“

Der ifo Index ist das wichtgiste deutsche Konjunkturbarometer

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