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Aktuelle Aussagen Bundesbank sieht deutschen Konjunkturaufschwung

Die Bundesbank meldet konkrete Anzeichen für einen Konjunkturaufschwung. Hier dazu die aktuellen Aussagen mit unserer Einordnung.

Hamburger Hafen
Hamburger Hafen. Foto: Claudio Kummerfeld

Erst zeigen wir die heutigen Aussagen der Bundesbank zu anstehenden Konjunkturaufschwung in Deutschland, und am Ende folgt meine persönliche Einordnung: Aktuell meldet die Bundesbank im Zuge ihres Monatsberichts für Februar, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2025 deutlich um 0,3 % gestiegen ist, mit Bezug auf das Statistische Bundesamt. Damit nehme die wirtschaftliche Aktivität die Ende 2024 begonnene Aufwärtsbewegung wieder auf. Sie sei im Sommerhalbjahr 2025 vor allem aufgrund der negativen Auswirkungen der US-Handelspolitik unterbrochen worden. Getragen wurde der Anstieg zum Jahresende laut Bundesbank insbesondere vom privaten und staatlichen Konsum. Die Industrie habe ihre Produktion ausweiten können, und die Bauproduktion erhöhte sich deutlich.

Bundesbank sieht Konjunkturaufschwung

Die Fachleute rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaft die Erholung im ersten Quartal 2026 fortsetzt, wenngleich nur mit schwacher Dynamik. Die Industrie und die Exporte dürften im laufenden Quartal zulegen. Zwar gab es mit Blick auf Produktionspläne und Kapazitätsauslastung in der Industrie zuletzt für die kurzfristigen Aussichten einige negative Signale. Für eine Fortsetzung der Erholung spricht laut Bundesbank-Aussage jedoch, dass sich die Geschäftslage im Verarbeitenden Gewerbe laut ifo-Institut im Januar verbesserte. Dahinter dürfte stehen, dass sich die Nachfragesituation der Industrieunternehmen erkennbar aufhellt. Dagegen weisen erste verfügbare Indikatoren darauf hin, dass sich der private Konsum wieder abschwächen könnte.

Keine Kehrtwende am Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt verharrte auch im Schlussquartal 2025 in einer Seitwärtsbewegung. Die Zahl der Erwerbstätigen reduzierte sich leicht um 25.000 Personen, die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 6,3 Prozent. Der Blick auf die Frühindikatoren lässt kaum auf eine kurzfristige Verbesserung am Arbeitsmarkt schließen. Der Strukturwandel, dem die Industrie in Deutschland besonders ausgesetzt ist, führt laut Aussage der Bundesbank gleichzeitig zu Personalabbau und Fachkräftemangel. So seien nicht nur zwischen den Branchen erhebliche Verschiebungen zu beobachten, sondern auch zwischen den Berufen. Beispielsweise nehme die Zahl der Erwerbstätigen in klassischen Produktionsberufen im Verarbeitenden Gewerbe spürbar ab, während tendenziell Personal mit erhöhten Anforderungs- und Qualifikationsprofilen oder neuen Berufsfeldern gesucht würde. Derzeit, und auch in den nächsten Jahren, seien aufgrund des Generationenwechsels die Abgänge in Rente besonders hoch. Dies ermögliche es den Unternehmen, Personal abzubauen, ohne auf betriebsbedingte Kündigungen zurückgreifen zu müssen. Darin dürfte einer der Gründe liegen, warum die Arbeitslosigkeit in den vergangenen drei Jahren trotz erheblicher struktureller Herausforderungen und langanhaltender wirtschaftlicher Schwäche nur moderat gestiegen ist und gleichzeitig ein erheblicher Fachkräftemangel herrscht, so die Bundesbank.

Einordnung

Der seit Jahren laufende Industrie-Absturz ist desaströs. Und jüngste Daten belegen, dass selbst die meisten Dienstleistungsbranchen inzwischen Arbeitsplätze abbauen. Seit Wochen „predigen“ wir bei FMW aber auch: Die deutsche Wirtschaftsleistung wird aller Voraussicht nach in 2026 steigen, laut Bundesregierung um „sensationelle schwache“ 1,0 %. Es wird also einen eher mickrigen Konjunkturaufschwung geben. Und der wird teilweise auf Statistik- und Kalendereffekten basieren, größtenteils aber am schuldenfinanzierten Aufschwung, der vom „Sondervermögen“ herrührt. Wer glaubt, sich auf den anstehenden Aufschwung etwas einbilden zu können, macht meiner Meinung nach einen gewaltigen Fehler. Denn die Strukturprobleme der deutschen Wirtschaft werden damit überdeckt, man nimmt sie nicht mehr wahr. Wertvolle Kernbereiche der Industrie drohen dann weiter abzuwandern ins Ausland, während Teilbereiche der Industrie eben nur kurzfristig vom Rüstungs- und Infrastruktur-Boom profitieren.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Der von der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition auf den Weg gebrachte Investitionsbooster hat die Maschinenbauindustrie im Inland stimuliert. Aber da wären dann noch die Exportmärkte für die Maschinenbauindustrie, die Elektroindustrie und die Schweißindustrie. Zudem müssen die Luftverkehrssteuer, die Stromsteuer und die Körperschaftssteuer runter.

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