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Bundesbank: So sehr schwächt der Ukraine-Krieg die deutsche Wirtschaft

Der Start des Ukraine-Kriegs war der 24. Februar. Also kann gut die Hälfte des 1. Quartals des Jahres als „normale“ wirtschaftliche Erholung aus der Coronakrise verbucht werden. Und danach? Wie stark schwächt der Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen die deutsche Wirtschaft? Hier dazu die vor wenigen Minuten veröffentlichten Aussagen der Bundesbank aus ihrem Monatsbericht März. Im Wortlaut:

Die Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine dürften die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland ab März spürbar belasten. Vor der Invasion hatte sich die wirtschaftliche Lage im ersten Quartal 2022 trotz der Omikron-Welle besser dargestellt als erwartet. Die Umsätze im Einzelhandel und im Gastgewerbe erholten sich im Januar etwas von dem kräftigen Rückgang im Dezember. Gemäß Daten der Betriebskrankenkassen war auch der Krankenstand im Vergleich zum Dezember nicht auffallend hoch. Zudem ließen die Materialengpässe weiter nach. Vor dem Hintergrund prall gefüllter Auftragsbücher legte daher die Produktion in der Industrie im Januar weiter zu. Dies gilt auch für den Bau, der zudem von der milden Witterung profitierte. Die Lieferengpässe könnten sich im Februar weiter entspannt haben, auch wenn die diesbezüglichen Signale aus Umfrageergebnissen unterschiedlich ausfielen. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellte sich laut ifo Institut sowohl im Januar als auch im Februar jedenfalls breitflächig auf. Außerdem werden die Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie schrittweise gelockert.

Aufgrund der russischen Invasion der Ukraine dürften sich die Probleme in den Lieferketten aber schon im März wieder verstärken. Darüber hinaus stiegen im Gefolge des Krieges und der ergriffenen Wirtschaftssanktionen die Preise für Energierohstoffe massiv an. Dies wird voraussichtlich den Konsum der privaten Haushalte und die Produktion energieintensiver Industrien dämpfen. Im Verbund mit den absehbaren Beeinträchtigungen des Außenhandels sowie der erhöhten Unsicherheit dürften die Folgen des Krieges die eigentlich erwartete wirtschaftliche Erholung erheblich schwächen. Das erste Vierteljahr ist davon allerdings lediglich für einen begrenzten Zeitraum betroffen. Die Wirtschaftsleistung könnte in etwa stagnieren. Die für das zweite Vierteljahr angelegte starke Erholung dürfte aus heutiger Sicht aber deutlich schwächer ausfallen. Das Ausmaß der Auswirkungen des Konflikts ist jedoch sehr ungewiss und vom weiteren Fortgang der Geschehnisse abhängig.



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