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Bundesbank: Volkswirtschaft zweigeteilt, BIP +-0, Ertragskraft der Unternehmen sinkt

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht Dezember veröffentlicht. Einmal mehr spricht sie darin von der Zweiteilung der deutschen Volkswirtschaft. Auf der einen Seite die extrem schwache Industrie. Auf der anderen Seite befindet sich der ganze Rest aus Bau und Dienstleistungen, also dem Binnenkonsum. Wo die Industrie voll in der Rezession hängt, kann die Binnenkonjunktur die Gesamtlage retten. Die Bundesbanker sehen derzeit einen Patt, und so soll die Wirtschaftsleistung (BIP) im aktuellen 4. Quartal nach ihrer Meinung exakt eine Null-Landung hinlegen im Vergleich zum Vorquartal. Zitat auszugsweise:

Die deutsche Wirtschaftsleistung könnte im letzten Jahresviertel 2019 stagnieren. Auf der einen Seite zeigte sich die Binnenwirtschaft zuletzt erstaunlich robust. Die Grundlage dafür bildete die trotz der konjunkturellen Abkühlung günstige Arbeitsmarktlage. Zuletzt expandierte die Beschäftigung sogar wieder etwas stärker, und die Arbeitslosigkeit ging zurück. Davon sollten vor allem die konsumnahen Dienstleistungsbranchen profitieren. Die Umsätze im Einzelhandel sanken zwar im Oktober erheblich, nachdem sie während der Sommermonate noch deutlich zugelegt hatten. Aber die Unternehmen dieser Branche beurteilten ihre Geschäftslage laut ifo Institut weiterhin als sehr gut, und auch die Stimmung der Verbraucher blieb zuversichtlich. Auf der anderen Seite dürfte sich der Produktionsrückgang in der stark vom Export abhängigen Industrie fortsetzen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass sich Unternehmen in Deutschland bei ihrer Investitionstätigkeit nun wohl stärker zurückhalten. Damit bleibt die deutsche Konjunktur voraussichtlich auch im Jahresschlussquartal weitgehend zweigeteilt.

Ertragskraft sinkt

Die Bundesbank hat aus Jahresabschlüssen deutscher Unternehmen errechnet, dass die Umsatzrendite im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 gesunken ist. Verantwortlich dafür sind wohl hauptsächlich die kräftigen Lohnsteigerungen, so vermuten wir es mal. Die Bundesbanker führen aber auch noch andere Gründe an. Hier im Wortlaut in Kurzfassung:

Deutsche Unternehmen außerhalb des Finanzsektors verdienten im Jahr 2018 durchschnittlich 4,2 Cent je Euro Umsatz. Das entspricht einer sogenannten Umsatzrendite von 4,2 Prozent vor Gewinnsteuern. 2017 betrug die Umsatzrendite noch 4,8 Prozent, heißt es im Monatsbericht Dezember. Im Jahr 2018 expandierte der Umsatz immer noch überdurchschnittlich stark, obwohl sich die Exporte schwach entwickelten und der Konsum im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger dynamisch ausfiel. Allerdings kamen auf der Kostenseite für die Unternehmen weitere Pensionsrückstellungen, gestiegene Einkaufspreise für Vorleistungsgüter und Rohstoffe sowie kräftige Lohnsteigerungen hinzu. Dies führte insgesamt zu einem spürbaren Rückgang der durchschnittlichen Umsatzrendite.

Bundesbank Details zur Umsatzrendite

Bundesbank Zentrale
Bundesbank in Frankfurt. Foto: Bundesbank / Walter Vorjohann



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