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Bundesbank zu Kryptowährungen: Definition, Steuern, bevorstehende Regulierung

Er gibt dabei unter anderem eine detaillierte Definition, was in den Augen von BaFin/Bundesbank Kryptowährungen genau sind (in den Augen der staatlichen Organe). Gewinne seien natürlich voll zu…

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FMW-Redaktion

Der bislang in der Öffentlichkeit eher gar nicht beachtete Bundesbank-Vorstand Prof. Dr. Joachim Wuermeling ist dort zuständig für die Bereiche IT und Finanzmärkte inklusive der operativen Umsetzung der Geldpolitik. Aktuell hat er eine Rede bei Union Investment gehalten zum Thema „Auswirkungen virtueller Währungen auf die Finanzmärkte“.

Definition von Kryptowährungen

Er gibt dabei unter anderem eine detaillierte Definition, was in den Augen von BaFin/Bundesbank Kryptowährungen genau sind (in den Augen der staatlichen Organe). Gewinne seien natürlich voll zu versteuern. Zitat:

In Deutschland ist klar, dass Gewinne aus Kryptowährungsinvestments an den Fiskus zu melden und zu versteuern sind. Das gilt für Privatanleger wie für Firmen. Die BaFin hat Kryptowährungen rechtlich als Rechnungseinheiten eingestuft, die zwar mit Devisen vergleichbar, aber weder gesetzliche Zahlungsmittel noch E‑Geld seien. Steuerlich bedeutet das, dass Coins als „immaterielle Wirtschaftsgüter“ gelten: Wenn Privatleute sie innerhalb eines Jahres kaufen und wieder veräußern, handelt es sich um einkommenssteuerpflichtige private Veräußerungsgeschäfte und nicht um Bartransaktionen oder Wertpapiergeschäfte.

Er wirft dabei die Fragen auf, die sich staatliche Organe stellen müssen im Zusammenhang mit Kryptowährungen, die ja für einen Staat kaum greifbar sind. So sagt er Zitat:

Wie sind nichthoheitliche private, digitale, intrinsisch wie kreditiv wertfreie Objekte, die nun aber zweifellos per Konvention über einen Tauschwert in gesetzlicher Währung verfügen, juristisch, kaufmännisch oder volkswirtschaftlich einzuordnen, zu bewerten oder zu behandeln?

und weiter…

Einige Politiker und Ökonomen forcieren den Ruf nach regulatorischen Maßnahmen analog zu anderen Bereichen der Finanzmärkte; sei es, um Anleger vor Betrügereien zu schützen; sei es, um Stabilitätsgefahren für das Finanzsystem insgesamt abzuwehren; sei es, um Schwarzmärkte, Terrorfinanzierung, Kriminalität und Geldwäsche zu bekämpfen; sei es, um eine faire Besteuerung durchzusetzen.

Regulierung von Kryptowährungen

Für die Regulierung von Kryptowährungen sieht er nur eine Chance, nämlich dass die Staatengemeinschaft global zusammenarbeitet. Zitat:

Einige Politiker und Ökonomen forcieren den Ruf nach regulatorischen Maßnahmen analog zu anderen Bereichen der Finanzmärkte; sei es, um Anleger vor Betrügereien zu schützen; sei es, um Stabilitätsgefahren für das Finanzsystem insgesamt abzuwehren; sei es, um Schwarzmärkte, Terrorfinanzierung, Kriminalität und Geldwäsche zu bekämpfen; sei es, um eine faire Besteuerung durchzusetzen.

Auf EU-Ebene habe man bereits einen ersten Schritt zur Regulierung von Kryptowährungen getan. Anleger sollten nicht mehr anonym bleiben, wenn sie ihre virtuellen Münzen in staatliche Währungen umtauschen. Das ist auch nachvollziehbar, denn mit dem Umtauch in Notenbankgeld betritt der Krypto-Anleger sozusagen „staatliches Terrain“. Wir denken, dass jeder Bürger mit einer Identifikation leben kann, denn schließlich erwarten wir alle als Steuerzahler ja auch, dass der Staat von ALLEN Bürgern Steuern einzieht, und eine Art Steuergerechtigkeit herstellt – also auch bei Krypto-Zockern.

Dr. Wuermeling spricht auch die fortschreitende Regulierung in Asien an. Zitat:

China geht nicht mehr nur gegen Initial Coin Offerings vor, sondern nun auch gegen das Mining, unter anderem auch wegen des enormen Energieverbrauchs v.a. beim algorithmischen Schürfen digitaler Werteinheiten. Ziel ist es, das Wachstum in Handel und Erzeugung von Bitcoins zu begrenzen. Mehrere Unternehmen haben bereits angekündigt, ihren Geschäftsbereich auf andere Länder auszuweiten. Das Geschäft für Miner wird in China immer schwieriger, da sie bei den lokalen Behörden künftig auf monatlicher Basis einen Statusreport einreichen müssen. Langfristig sollen sie zum kompletten Ausstieg aus dem Mining-Geschäft bewogen werden. Am 10. Januar 2018, vergangene Woche, verkündete die Regierung Südkoreas, das den drittgrößten Markt für Bitcoins darstellt, den Handel mit Bitcoins verbieten zu wollen. Daraufhin brach dessen Kurs von 15.000 auf 13.000 US‑Dollar ein.

Und nun kommt er zu seiner wichtigsten Aussage, die klar macht: In der EU und auch explizit in Deutschland wird die Regulierung von Kryptowährungen kommen. Zitat:

Der Staat hat die Aufgabe, schützenswerte Interessen des Einzelnen und des Gemeinwohls zu bewahren. Dem dient die Regulierung. Kryptowährungen werden deshalb über kurz oder lang Gegenstand von Gesetzgebung werden, ob z.B. zum Verbraucherschutz oder zu Steuerfragen. Allerdings dürfte in vielen Fällen zumeist eine globale Regelung sinnvoll sein – eine echte Herausforderung.

Eine Bedrohung für das Notenbankgeld?

Ob Kryptowährungen eine Bedrohung darstellen für das bisherige System von Notenbankgeld? Wuermeling äußert sich gelassen, was auch in seinem Endfazit zu dem Thema zum Ausdruck kommt. Zitat:

Ob Kryptowährungen jemals eine Gefahr für das staatliche Geldmonopol und damit letztlich auch für die Umsetzung der Geldpolitik darstellen werden, ist gegenwärtig nicht im Geringsten zu sehen. Im Gegenteil zeigen die jüngsten Entwicklungen, dass – jedenfalls in geordneten Währungssystemen wie dem Euroraum – Kryptowährungen weder als Zahlungsmittel noch zur Wertaufbewahrung eine Alternative zum staatlichen Geld sind. Sollten allerdings neue Funktionalitäten digitalen Geldes angeboten werden, werden Zentralbanken in der Lage sein, diese auch mit staatlichem Geld darzustellen. Noch ist nicht ersichtlich welches Problem eine Kryptowährung besser löst als staatliches Geld.


Dr. Wuermeling hier ist auf diesem Vorstandsfoto der Bundesbank der zweite von links. Foto: Deutsche Bundesbank / Bert Bostelmann

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Jannis Klaus

    17. Januar 2018 08:34 at 08:34

    „Ziel ist es, das Wachstum in Handel und Erzeugung von Bitcoins zu begrenzen.“
    Offensichtlich hat Dr. Wuermeling nicht verstanden, dass die Anzahl der pro Zeiteinheit erzeugten Bitcoins unabhängig ist, von der Anzahl der Leute, die Bitcoin minen.

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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